das unbeschreibliche beschreiben

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Niko

Beitragvon Niko » 30.06.2013, 10:23

ZUSAMMENGESTRICHENE, NEUE VERSION



das unbeschreibliche beschreiben



dazwischen eine hand
eine mit malverbot
von schnee gezeichnet
eine mauer mit farn

aber darüber wohnt ein atem
einer der vergessen könnte
der ins schweigen fällt
und die beständigkeit filtert





URVERSION




das unbeschreibliche beschreiben



dazwischen eine hand
eine mit malverbot
von schnee gezeichnet
eine mauer mit farn

aber darüber wohnt ein atem
einer der vergessen könnte
der ins schweigen fällt
die beständigkeit filtert

das haus ist brüchig
der hof vernachlässigt
aber der garten ist
wenn man ihn lässt
eine pracht



.
Zuletzt geändert von Niko am 07.07.2013, 14:13, insgesamt 2-mal geändert.

Estragon

Beitragvon Estragon » 30.06.2013, 20:03

Den Anfang fand ich überraschen gut, der rest gleitet ab und wird mies, schade drum und schade dass da niemand sagt, arbeite noch was an de gedicht, die ersten zeilen hätten es verdient.

ecb

Beitragvon ecb » 30.06.2013, 20:56

Die erste und zweite Strophe finde ich großartig, Niko, obwohl ich nicht weiß, ob ich etwas davon verstehe. Ich mache mir mal einfach meinen eigenen "Reim" drauf.

Zum Beispiel, daß sich "von Schnee gezeichnet" sowohl auf die Hand wie auch auf die Mauer bezeihen kann, das ist gut, das öffnet meine Wahrnehmung.
"die beständigkeit filtert" - das ist für mich einmal ein Versuch, das Wesentliche zu finden im Wust der Erscheinungen, aber auch die Erscheinungen in Frage zu stellen, zu hinterfragen.

Die dritte Strophe dagegen fällt für mich ein wenig ab im Verhältnis zu der ersten und zweiten. Sie soll vielleicht in bildlicher Sprache darstellen, was vorher gesagt wurde, aber stattdessen erzeugt sie einen Eindruck von einer etwas abgegriffenen Vergänglichkeitsromantik, die sich längst verfestigt hat und ihrerseits in der Kunst radikal aufgebrochen wurde.

Das wären so meine Gedanken dazu.
Liebe Grüße
Eva

Niko

Beitragvon Niko » 30.06.2013, 23:26

danke für die rückmeldungen! auch wenn ich einen gewissen angenervten ton nicht ganz verstehe, estragon.

wie wär's, die letzte strophe ganz zu streichen?

das unbeschreibliche beschreiben


dazwischen eine hand
eine mit malverbot
von schnee gezeichnet
eine mauer mit farn

aber darüber wohnt ein atem
einer der vergessen könnte
der ins schweigen fällt
die beständigkeit filtert



so in etwa?
liebe grüße: niko

ecb

Beitragvon ecb » 01.07.2013, 07:36

Ich finde, daß das eine gute Idee ist, Niko. Ein Versuch, das Unbeschreibliche zu beschreiben, könnte für mich gar nicht anders sein. :daumen:

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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 01.07.2013, 09:06

Hallo Niko,

ich mag den Anfang auch, würde aber mit dem Kürzen noch weitergehen.

das unbeschreibliche beschreiben

dazwischen eine hand
eine mit malverbot
von schnee gezeichnet
eine mauer mit farn

aber darüber wohnt ein atem


So würde es für mich etwas von der Unbeschreiblichkeit aufscheinen lassen und einen Nachhall erzeugen. Der Rest der zweiten Strophe nimmt für mich den "Zauber" wieder weg, zerklärt ihn und schließt das Gedicht ab.

Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)

Klimperer

Beitragvon Klimperer » 01.07.2013, 11:23

"Aber darüber wohnt ein Atem,
einer, der vergessen könnte,
der ins Schweigen fällt,
die Beständigkeit filtert."


Soll es nicht "der Beständigkeit filtert" heißen?


Als Titel fände ich besser: "Ein Versuch, das Unbeschreibliche zu beschreiben"


Ich würde die zweite Strophe weglassen.

Und (warum nicht?) den Garten zu einer Pracht werden lassen!

Iris

Beitragvon Iris » 07.07.2013, 12:16

... während ein neues Bild entsteht


Gruss Iris

Niko

Beitragvon Niko » 07.07.2013, 17:20

einer, der die beständigkeit filtert, lieber klimperer :-)

danke für eure kommentare!
ich habe jetzt im kopfposting die neue, verkürzte version eingestellt...
deine version, liebe flora, kann ich irgendwie nachvollziehen, mir ist es allerdings ein bisschen deftig im streichkurs.
ecb und iris......danke
(hätte jetzt fast "herzlich willkommen, iris" gepostet, aber dann gesehen, dass du schon eine ganze weile hier bist......


liebe grüße: niko


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