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weiß wie papier [m]

Verfasst: 11.06.2013, 17:37
von Eule
weiß wie papier
zwischen steinen
an den wänden dem
rost am geländer

den atem hoch über
den dächern der
wolken vergesse ich
nie deine lichter

weiß wie papier

Verfasst: 11.06.2013, 18:03
von Mucki
Hallo Eule,

dein Gedicht hat etwas so Pures und Liebevolles. Auch den Titel finde ich klasse gewählt. Einfach wunderbar und berührend! :stern:

Saludos
Gabriella

Verfasst: 12.06.2013, 08:22
von Amanita
Hallo Eule! Auch mir gefällt das Gedicht, nur habe ich leider mit dem so zentralen "weiß wie papier" meine Schwierigkeiten. Wenn es sich auf die "lichter" bezieht, wäre mir das Papier zu stumpf. Ein leuchtende Licht lässt sich m. E. nur mit Papier vergleichen, wenn eine Zeichnung drauf ist, die dieses Leuchten gekonnt wiedergibt. Aber davon ist hier ja nicht die Rede. - Ist aber das lyrische Ich gemeint, ginge es ihm so schlecht, dass man ihm Höhenangst unterstellen müsste oder ganz extremes Heimweh.

Verfasst: 12.06.2013, 18:41
von birke
... ich finds wie gabriella sehr schön und stimmungsvoll.
ich lese dieses "weiß wie papier" eher als rein, unbeschrieben, unschuldig.
einzige kleinigkeit, wäre es mein text, würde ich wohl die zeile nicht doppelt setzen, sondern nur an den schluss (und auf den titel verzichten). nur zum überdenken. :smile:
lg,
birke

Verfasst: 12.06.2013, 19:21
von ecb
Ich habe wie Amanita meine Schwierigkeiten mit der Verbindung von "weiß wie Papier" und Lichtern - das will mich als Vorstellung nicht wirklich ansprechen. Um die Bedeutung des "weiß wie Papier" als "beschriebenwerdenmüssen" zu bewahren, wäre es vielleicht eine Möglichkeit, "Lichter" durch "Farben" zu ersetzen? - Dadurch ergäbe sich auch eine Art Ambivalenz und Paradoxalität, die mir ohnehin unterschwellig angelegt scheint, aber vielleicht irre ich mich da.

Liebe Grüße
Eva

Verfasst: 12.06.2013, 19:26
von Mucki
Für mich bezieht sich das "weiß wie papier" nicht auf die Lichter oder etwas in den Zeilen. Nach meiner Lesart ist es das Empfinden des LIs, wenn es an seine Stadt denkt. Seine Stadt ist "weiß wie papier" (wie Diana verstehe ich es als rein, unschuldig, unverdorben) trotz Rost, etc.

Verfasst: 16.06.2013, 19:50
von Klimperer
Dieses "Weiß" zwischen den Steinen ... Ist das etwa Schnee?

Verfasst: 16.06.2013, 21:11
von Eule
Danke für Eure Kommentare ! Gabriellas Interpretation liegt äm nächsten an meinen Gedanken, das Wort Weiß ist allerdings, wie Eva schreibt, mehrdeutig verwendet. Weiß - u.a. offen, aber auch grell. Vielleicht auch deshalb die Zeilenwiederholung ... Gedankliches Abschweifen ausdrücklich erlaubt ! :smile: