zwischenheimat
I.
wenn sie sich nur nicht immer
so wollengrau zeigen würde
so unvergnügt zeitenlos –
wie schwermütig jedes haus atmet
unter der last
seiner blickdicht gestrickten fassade
aus efeu und staub
von den bergen ringsum
II.
ich sehe kurz hinüber
in abendleuchtende augen –
und wieder brüten sie nur
über der losung des tages
schneidern sich eine hülle
aus sorge
einen kokon
tragen sich selbst darin
durch die straßen
der stillen stadt
zwischenheimat [M]
Liebe Amanita,
dieses Gedicht von dir gefällt mir sehr gut und ich sehe ein Bild vor mir von grauen Häuserreihen, in die keiner so recht investiert, um die herum das Leben nicht so richtig sprühen will. Besonders mag ich die blickdicht gestrickten Fassaden und die abendleuchtenden Augen, deren Leuchten bei näherem Hinsehen doch nicht aus ihnen herausstrahlt sondern nur eine äußere Reflexion ist.
Alles sehr stimmig, bis auf die letzte Zeile. Denn die Häuser (die sind es doch mit den abendleuchtenden Augen?) bilden ja die Stadt, oder? Es ist irgendwie unlogisch, dass sie sich dann noch durch die Stadt tragen. Und "still" ist mir etwas zu positiv, friedlich statt resigniert. Die letzte Zeile könnte für mich einfach wegfallen, dann wäre es rund.
Viele Grüße
fenestra
dieses Gedicht von dir gefällt mir sehr gut und ich sehe ein Bild vor mir von grauen Häuserreihen, in die keiner so recht investiert, um die herum das Leben nicht so richtig sprühen will. Besonders mag ich die blickdicht gestrickten Fassaden und die abendleuchtenden Augen, deren Leuchten bei näherem Hinsehen doch nicht aus ihnen herausstrahlt sondern nur eine äußere Reflexion ist.
Alles sehr stimmig, bis auf die letzte Zeile. Denn die Häuser (die sind es doch mit den abendleuchtenden Augen?) bilden ja die Stadt, oder? Es ist irgendwie unlogisch, dass sie sich dann noch durch die Stadt tragen. Und "still" ist mir etwas zu positiv, friedlich statt resigniert. Die letzte Zeile könnte für mich einfach wegfallen, dann wäre es rund.
Viele Grüße
fenestra
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