graue stadt VIII
bald
gebiert sie
aus der gewaltigen gebärmutter
einer baugrube
einen neuen bahnhof
gelegentlich werde ich
eine glückwunschkarte
aus dem zugfenster fliegen lassen
graue stadt VIII
-
scarlett
dies ist ein weiteres gelungenes aus der serie der stadtgedichte, amanita.
das einzige, was ich mich frage, ist, warum du diesen abgehackten einstieg gewählt hast- also das "bald" allein in der zeile, gefolgt von dem ebenfalls allein stehenden "gebiert sie"?
ich denke noch darüber nach.
lg
scarlett
das einzige, was ich mich frage, ist, warum du diesen abgehackten einstieg gewählt hast- also das "bald" allein in der zeile, gefolgt von dem ebenfalls allein stehenden "gebiert sie"?
ich denke noch darüber nach.
lg
scarlett
die baugrube mit einer (gewaltigen) gebärmutter zu vergleichen, finde ich stark!
die umsetzung finde ich hier allerdings noch nicht so ... hm, ausgereift?
gebiert ... aus gebärmutter - scheint mir (allein schon vom wort her?) redundant ...
sodann finde ich das doppelte (sogar dreifache) "einer/ einen/ (eine)" so direkt hintereinander nicht so ganz glücklich.
("den neuen bahnhof"?)
dann das "gelegentlich" - eine glückwunschkarte zu einem anlass schickt man doch nur einmal, oder? vielleicht eher "bei gelegenheit"?
einfach mal zum überdenken...
den grundgedanken finde ich, wie gesagt, sehr gut, amanita.
liebe grüße
diana
die umsetzung finde ich hier allerdings noch nicht so ... hm, ausgereift?
gebiert ... aus gebärmutter - scheint mir (allein schon vom wort her?) redundant ...
sodann finde ich das doppelte (sogar dreifache) "einer/ einen/ (eine)" so direkt hintereinander nicht so ganz glücklich.
("den neuen bahnhof"?)
dann das "gelegentlich" - eine glückwunschkarte zu einem anlass schickt man doch nur einmal, oder? vielleicht eher "bei gelegenheit"?
einfach mal zum überdenken...
den grundgedanken finde ich, wie gesagt, sehr gut, amanita.
liebe grüße
diana
Hallo Scarlett,
ich "hatte" beide Versionen und könnte natürlich auch wieder zurück zu bald gebiert sie.
Hab Dank fürs Lesen + Kommentieren.
Das gilt natürlich auch für Dich, Birke.
ihren neuen bahnhof könnte ich noch "anbieten" (ich hatte mich dann aber dagegen entschieden; und "den" geht m. E. nicht) meine glückwunschkarte ginge auch.
Die Doppelung - gebären - war mir natürlich klar, aber angesichts verschiedenartiger "Wehenprozesse" finde ich das nicht schlimm.
ich "hatte" beide Versionen und könnte natürlich auch wieder zurück zu bald gebiert sie.
Hab Dank fürs Lesen + Kommentieren.
Das gilt natürlich auch für Dich, Birke.
ihren neuen bahnhof könnte ich noch "anbieten" (ich hatte mich dann aber dagegen entschieden; und "den" geht m. E. nicht) meine glückwunschkarte ginge auch.
Die Doppelung - gebären - war mir natürlich klar, aber angesichts verschiedenartiger "Wehenprozesse" finde ich das nicht schlimm.
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Klimperer
Hallo Amanita,
ich möchte mich mit dem philosophischen, bzw. soziologischen Hintergrund deines Gedichts befassen, ohne den Anspruch wirklich Wissenschaftliches dazu sagen zu können, ich meine damit, die Intention.
Der Titel deines Gedichts sagt schon, dass du eine negative Meinung über die Stadt hast. Es wird also eine negative Aussage kommen.
Ich finde es interessant, dass du diese Baugrube, aus der ein Bahnhof entstehen sollst, mit einer Gebärmutter vergleichst.
Diese Art von Projekten sind meist ein Produkt von Männerfantasien.
Auch das Adjektiv "gewaltig" ändert nicht die weibliche Eigenschaft.
Die Art der Entstehung solcher gewaltigen Bauwerken hat eher mit Gewalt, mit Vergewaltigung zu tun.
Es sind Männer, welche die Stadt grau und immer grauer machen.
In der zweiten Strophe bist du eher du selbst, sprichst deinen friedlichen Wunsch aus.
Wobei ich mich frage, ob die Fenster dieser modernen Zügen sich öffnen lassen.
Liebe Grüße,
Carlos
ich möchte mich mit dem philosophischen, bzw. soziologischen Hintergrund deines Gedichts befassen, ohne den Anspruch wirklich Wissenschaftliches dazu sagen zu können, ich meine damit, die Intention.
Der Titel deines Gedichts sagt schon, dass du eine negative Meinung über die Stadt hast. Es wird also eine negative Aussage kommen.
Ich finde es interessant, dass du diese Baugrube, aus der ein Bahnhof entstehen sollst, mit einer Gebärmutter vergleichst.
Diese Art von Projekten sind meist ein Produkt von Männerfantasien.
Auch das Adjektiv "gewaltig" ändert nicht die weibliche Eigenschaft.
Die Art der Entstehung solcher gewaltigen Bauwerken hat eher mit Gewalt, mit Vergewaltigung zu tun.
Es sind Männer, welche die Stadt grau und immer grauer machen.
In der zweiten Strophe bist du eher du selbst, sprichst deinen friedlichen Wunsch aus.
Wobei ich mich frage, ob die Fenster dieser modernen Zügen sich öffnen lassen.
Liebe Grüße,
Carlos
Lieber Carlos, hab Dank für Deine ausführlichen Zeilen.
Sollte ich denn (nur immer) "ich selbst" sein? Bin ich, glaube ich, in der grauen Stadt nie. Sie weist mich ab, koppelt mich ab, zerschneidet mir die Hauptader zum Denken und Fühlen.
Am Schluss heißt es "gelegentlich". Vielleicht gibt es ja gar keine Gelegenheit für diese sinnlose Geste. Sollten sich die Fenster nicht öffnen lassen, wäre die Kommunikation ein weiteres Mal gestört. Passt!
Sollte ich denn (nur immer) "ich selbst" sein? Bin ich, glaube ich, in der grauen Stadt nie. Sie weist mich ab, koppelt mich ab, zerschneidet mir die Hauptader zum Denken und Fühlen.
Am Schluss heißt es "gelegentlich". Vielleicht gibt es ja gar keine Gelegenheit für diese sinnlose Geste. Sollten sich die Fenster nicht öffnen lassen, wäre die Kommunikation ein weiteres Mal gestört. Passt!
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