erwacht

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
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birke
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Beitragvon birke » 25.05.2013, 12:58

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 25.05.2013, 13:10

Hallo Diana, das zerschellt finde ich hier nicht so glücklich gewählt. Und der Rest ist mir zu "alltäglich" (nicht der Sachverhalt, sondern die Sprache. So 1 : 1 eben... ). Vielleicht könntest Du noch etwas feilen?

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birke
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Beitragvon birke » 25.05.2013, 13:28

hi amanita, was findest du am "zerschellt" nicht "glücklich"?
und hm - die sprache ist schon extra so (einfach?) gewählt. und man muss die zeilen nicht unbedingt 1:1 lesen ... zumindest denke ich, bieten sie eine mehrdeutigkeit an. :smile:
lg,
diana
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Amanita
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Beitragvon Amanita » 25.05.2013, 16:27

Ja, genau: Wegen der ansonsten "einfachen" Sprache wirkt das zerschellt im Zusammenhang mit der Nacht auf mich sowohl (zu) wuchtig als (damit) auch unpassend. Strukturell unpassend, das "Bild" passt für mich nicht, weil der Text sonst keine Metaphern hat.

scarlett

Beitragvon scarlett » 25.05.2013, 16:55

liebe di,

ich habe kein probem mit deinem text, ich finde die assoziationsmöglichkeiten spannend.

das "zerschellt" passt für mich insofern, als es ja durch das "nass" wieder aufgenommen wird. dh das in einem gehäuse geborgene/enthaltene läuft/fließt aus.

dass die nacht am tag zerschellt, ließ mich zuerst an ein schiff denken- an ein traum_schiff, an all das, was an überbordendem in einer traumreichen nacht zusammen kommt- wildes träumen, das sich am morgen auflöst, zusammenbricht, verschwindet, ausfließt ... und ein ich - vielleicht schweißgebadet - zurücklässt. die ganze geladene fracht läuft aus, wenn das schiff aufläuft/zerschellt.

ich denke aber bei /zer/schellt auch an einen wecker, der die träume beendet, einen förmlich heraus reißt, hinausschmeißt aus der traumwelt.

insgesamt find ich das sehr dicht, fast schon drängend und es ist mir damit noch einmal indiz dafür, wie vielfältig be_drängend der inhalt ist.

liebe grüße,
deine mo
Zuletzt geändert von scarlett am 25.05.2013, 16:58, insgesamt 1-mal geändert.

poeta

Beitragvon poeta » 25.05.2013, 16:57

hi birke, hi amanita,

hach, und ich mag gerade das zerschellt so, raffiniert(!), weil ich da den wecker schellen höre.
überhaupt ist das so ein kleiner alltagstext, in dem ich mich wiederfinde,
wahrscheinlich weil ich - ob so gemeint oder nicht - sofort an nassgeschwitzte laken denke.
ich mag die doppeldeutigkeit, die das weinen impliziert oder ausschließt, je nach lesart und
bin auf alle fälle voller mitgefühl für das LI.

ich find dein kleines gelungen, genau so, wies da steht!
liebe grüße, poeta

EDIT: eben erst gesehen: hi scarlett, bist mir zuvor gekommen :smile:

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 25.05.2013, 17:08

Ja klar, auch ich dachte zwischendurch an den Wecker, der alles zerschellt, aber die doppelte Bedeutung geht für mich hier einfach nicht auf.

scarlett

Beitragvon scarlett » 25.05.2013, 17:16

also diese formulierung "geht nicht auf" im zusammenhang mit texten empfinde ich mittlerweile als dermaßen daneben und inflationär, entschuldigung, ich will wirklich keinem auf die füße steigen, aber ich frage mich immer, wieso sollte etwas aufgehen? ein text ist doch kein hefeteig, nech :mrgreen:

tschuldigung.

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Beitragvon birke » 25.05.2013, 17:17

liebe amanita, ja, klar ist das "zerschellt" hier wuchtig - und genau das soll es auch sein.
das wort ist schon, auch in bezug auf den weiteren text, sehr bewusst so gewählt ...
schade, wenn es dich in diesem text nicht erreicht, aber ich denke, ich brauche es hier so, genau aus den von mo und poeta genannten gründen.
danke dir auf jeden fall fürs beschäftigen mit dem textlein!

liebe grüße
diana
Zuletzt geändert von birke am 25.05.2013, 17:40, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon birke » 25.05.2013, 17:19

meine liebe mo, liebe poeta,

eure kommentare machen mich sehr froh!!
ja!
mehr brauch ich nicht zu sagen, glaub ich ... außer DANKE :-)

liebe grüße
eure birken-di/ana :smile:
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Beitragvon Amanita » 25.05.2013, 18:00

scarlett, sorry, war mir beim Schreiben schon klar ;). Aber mir fiel nichts anderes ein. Der Gedankengang "erreicht mich nicht" ist doch genauso abgegriffen, oder? Ich-kann-nicht-folgen, finde diese Gegenüberstellung nach wie vor nicht passend - es mag an mir liegen. Jeder darf dafür eine andere Umschreibung finden.

Wahrscheinlich empfinde ich die Laken nassweinen (oder eben die Verneinung davon) als zu niedlich, und dieser Eindruck wird mit dem zerschellt wohl noch gesteigert. Für mich ist es eine Art Seil, das aus zwei völlig verschiedenen Materialien gedreht ist. Dafür ist mir der Text dann allerdings zu kurz; bei einem längeren würd's mich vielleicht weniger stören.

scarlett

Beitragvon scarlett » 25.05.2013, 18:04

Amanita hat geschrieben:scarlett, sorry, war mir beim Schreiben schon klar ;). Aber mir fiel nichts anderes ein. Der Gedankengang "erreicht mich nicht" ist doch genauso abgegriffen, oder? Ich-kann-nicht-folgen, finde diese Gegenüberstellung nach wie vor nicht passend - es mag an mir liegen. Jeder darf dafür eine andere Umschreibung finden.


is schon klar, amanita, es ging ja auch wirklich NICHT gegen irgendjemanden sondern gegen den ausdruck an sich.
ich meine schon, dass wir wortakrobaten und hüter der sprache auch anders können.

scarlett

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Beitragvon Amanita » 25.05.2013, 19:01

Können wir, ist aber eventuell ein Zeitproblem... zwischen Garten und Kochtopf (oder auch Recherche zu einem ganz anderen Thema) greift man notfalls auch mal zur schlichten Lösung ;)

Gerda

Beitragvon Gerda » 29.05.2013, 09:03

Liebe Diana,

ich finde die ersten zwei Zeilen wunderbar ... aber die Theatralik in den folgenden Zeilen scheint mir zum "Zerschellen" nicht wirklich zu passen ...
Wegen des "schellenden Weckers" hat das Lyrich sicher auch früher keine "Laken nass geweint" ... ;-)
Will sagen, ich verstehe die Anspielung durchaus, betrachte ich sie genauer, fällt mir auf, dass sie etwas Altertümliches hat.

Ein modernes Bild (Wecker) versus Romantik (nassgeweinte Laken)?

Nicht ganz glücklich nach meinem Geschmack.

Liebe Grüße
Gerda


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