feierabend /vorher: fernsehabend/

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
scarlett

Beitragvon scarlett » 24.05.2013, 18:50

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Zuletzt geändert von scarlett am 27.05.2013, 23:42, insgesamt 5-mal geändert.

Mucki
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Beitragvon Mucki » 24.05.2013, 20:43

Bonsoir Madame!

Wieder ein sinnlicher Text, olala. Ja, der Reiz, die entfachten Träume, sind immer ein Geschenk, denke ich. Weißt du, worüber ich ein bisschen stolpere? Über diesen langen Satz mit "nacht der straße", den krieg ich irgendwie nicht unter. Wieso kann die aufgeheizte Nacht der Straße das Glück zerglühen? Irgendwie steh ich hier auf der Leitung oder mir fehlt hier ein Baustein in meiner sinnlichen Gedankenkette. ,-)

Liebe Grüße
Gabi

scarlett

Beitragvon scarlett » 24.05.2013, 20:56

weil es letztendlich kein glück ist, gabi, es wird "zerglüht" - heißt vernichtet, weil nicht eingehalten, was die hand versprochen hat.

stell dir vor, du liegst allein im bett mit aufgeheizten sinnen, die straße wabert herauf, stimmen, lachen, sommerabend ... zweisamkeit aus kneipen, diskotheken ...

ob entfachte träume dann ein geschenk sind- das ist hier die frage!

bisous,
monique

Mucki
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Beitragvon Mucki » 24.05.2013, 21:16

scarlett hat geschrieben:stell dir vor, du liegst allein im bett mit aufgeheizten sinnen, die straße wabert herauf, stimmen, lachen, sommerabend ... zweisamkeit aus kneipen, diskotheken ...

ob entfachte träume dann ein geschenk sind- das ist hier die frage!
Hm, also wie du das so schreibst, ist das dann kein Geschenk. Erst angemacht sein und dann tote Hose? Nö, das geht ja gar nich! :pinguin:

scarlett

Beitragvon scarlett » 24.05.2013, 21:24

dennoch schließt mein gedicht mit einer frage, nech?

und kann es nicht auch ein geschenk sein, weil es evtl. späteres "leid" erspart?

das ist auch die frage!

mo

Mucki
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Beitragvon Mucki » 24.05.2013, 21:38

In dieser Hinsicht hast du offen gelassen, wie vertraut der andere dem LI ist. Es könnte das erste Date sein, von wegen "aus sicherem abstand" und so. Diese Handbewegung könnte ein erster Annäherungsversuch sein. Und dann wäre die Frage am Schluss berechtigt. Frau weiß ja nie.
Und auch, wenn der andere der Ehemann oder der Freund des LI ist, jedenfalls jemand, der ihr vertraut ist, und es zum Sex gekommen wäre, wer weiß, vielleicht wäre sie schwanger geworden und vllt. wäre etwas dabei schief gelaufen, und und und. Da gibt es sehr viele Gedankenstränge, die man durchgehen kann, inspiriert durch diese Frage.

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birke
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Beitragvon birke » 25.05.2013, 11:46

... ein guter text, meine liebe, raffinierte zeilensprünge mal wieder!
transportiert viel sehnsucht ... und wirkt letztlich doch abgeklärt.
als titel könnte ich mir hier auch gut "feierabend" vorstellen ... nur so ein gedanke.

liebste grüße
deine di
wer lyrik schreibt, ist verrückt (peter rühmkorf)

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Beitragvon Mucki » 25.05.2013, 11:51

"feierabend" als Titel finde ich gar nicht schlecht, da hier so schön doppeldeutig.

scarlett

Beitragvon scarlett » 25.05.2013, 12:05

JA!

liebe di,

der titel ist gekauft!
herzlichen dank!
auch für das feine lob.

deine mo

@ gabi:
auch dir nochmals danke für deine gedanken.

lg
monika

poeta

Beitragvon poeta » 25.05.2013, 17:07

hi scarlett,

'schon feierabend'? die titeländerung finde ich gelungen, gibt viel mehr spielraum! die frage am ende wird dadurch auch viel besser vorbereitet, meine ich.

ein ganz klein wenig hänge ich fest am plural von 'filmen', ich glaub, da wäre mir ein einzelner film, in den man sich vertieft lieber, inhaltlich? sprachlich (leseflüssig) flutscht der plural besser, wohl wahr!

ansonsten eine sehr fühlbare szene, feinfühlig näher gebracht. :daumen: gefällt mir sehr!

liebe grüße, poeta

scarlett

Beitragvon scarlett » 26.05.2013, 11:38

liebe poeta,

ja jaja der pural flutscht besser, aber auch inhaltlich betrachtet macht es einen unterschied ob singular oder plural, nech?

freut mich, dass es dir zusagt, hab dank für deine wortmeldung.

herzlich,
scarlett

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Beitragvon fenestra » 26.05.2013, 19:24

Hallo, scarlett,

diese kleine Szene finde ich gut nachvollziehbar. Ein gekonnt dargestellter Ausschnitt aus den kleinen (manchmal sogar großen) Höhen und Tiefen des Zwischenmenschlichen.

Das einsame Komma würde ich weglassen. Du kümmerst dich ja bei deinen schönen Enjambements auch nicht um Satzzeichen.

Die "Nacht der Straße" finde ich auch nicht besonders glücklich formuliert, auch wenn ich es sofort verstanden habe. Könnte nicht einfach die aufgeheizte Stadt durchs Fenster hochsteigen? Nur so ein Gedanke.

Der letzte Satz wäre für mich nicht notwendig. Das kann sich der Leser schon selbst erfühlen: Eigentlich war doch bereits dieser Nervenkitzel, diese erotische Spannung ein schöner Moment. Du hast das bereits so vorbereitet und müsstest meiner Meinung nach diesen Spielraum nicht noch extra abstecken.


Viele Grüße
fenestra

scarlett

Beitragvon scarlett » 27.05.2013, 22:25

hallo fenestra,

hab dank für deine rückmeldung.

was die nacht der straße anbelangt- ja, ich überlege, da in deinem sinne zu kürzen.
ich bin mir nur nicht sicher, ob dann der von mir intendierte inhalt erhalten bleibt.
ist denn dann noch klar, dass die nacht - jetzt ohne zusatz - nicht die nacht zwischen li und ld ist, sondern eine fremde, die sich mit ihrer aufgeladenen atmosphäre, mit ihrer schwüle und knisternden erotik von der straße her ins zimmer drängt?
ich denke noch darüber nach, wie gesagt, aber ich tendiere mittlerweile eher dazu, das risiko einzugehen und den zusatz zu streichen.

was die beiden! kommata anbelangt- ist es zunächst mal so, dass man sich fragen sollte, WARUM ich sie gesetzt habe, was leisten sie, es ist ja keine spielerei meinerseits, dafür schreibe ich schon zu lang, um mir das nicht genau überlegt zu haben, nech?
wenn der text als fließtext da stünde, dann wären das nämlich die einzigen kommata die tatsächlich nötig wären. sie stehen an stellen, die nichts mit dem enjambement zu tun haben, sie sind ein mal inhaltlich und einmal tatsächlich grammatisch motiviert. an beiden stellen könnte ein "und" stehen.
sie werden bleiben.

der letzte vers- auch da habe ich mir heute den ganzen tag überlegt, ob ich den wirklich brauche.
zärtlichkeit, liebe wird einem geschenkt, sind ein geschenk, heißt es ja immer, man kann sie nicht einfordern, klar.
was aber, wenn man das immer nur zeitweilig erfahren darf?
ist dass dann eine art "leihgabe" - oder doch ein geschenk?
darauf wollte ich hinaus.
und deshalb wird dieser letzte vers bleiben, es sei denn, ich bin total vernagelt derzeit, was ja auch sein kann, nech, und mit dem abstand von wochen, monaten, jahren sehe ich das dann auch anders? aber momentan gehts nur so.

das beste, was deine antwort bewirkt hat, war, dass ich nochmal ganz intensiv über diesen text nachgedacht habe.
und dafür nochmals mein herzliches dankeschön!

lg,
scarlett

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Beitragvon birke » 27.05.2013, 22:45

scarlett hat geschrieben:was die nacht der straße anbelangt- ja, ich überlege, da in deinem sinne zu kürzen.
ich bin mir nur nicht sicher, ob dann der von mir intendierte inhalt erhalten bleibt.


doch, bleibt er.
ich finde diese änderungs-anregung von fenestra sehr gut, besser formuliert.
gehe das risiko ein, meine liebe! ;)
der text wird gewinnen.
und was den letzten satz, die frage! anbelangt ... nun, die würde ich wohl auch lassen, denn für mich transportiert sie einen wesentlichen gedanken des gedichts - der dennoch so offen ist (einen gedanken dazu hast du selbst in einem kommentar formuliert), dass sich der leser sein eigenes dazu denken kann.

liebe grüße
deine di
wer lyrik schreibt, ist verrückt (peter rühmkorf)

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