porto cristo

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Niko

Beitragvon Niko » 20.05.2013, 09:32

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Zuletzt geändert von Niko am 16.06.2013, 12:38, insgesamt 1-mal geändert.

Mucki
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Beitragvon Mucki » 21.05.2013, 13:32

Hallo Niko,

mir gefällt, wie du diesen positiven Erlebensmoment einfängst. Hier
Niko hat geschrieben:das vertraute bleibt aus

frage ich mich, wieso du "aus" schreibst. Macht es nicht mehr Sinn, dieses "aus" wegzulassen?
Niko hat geschrieben:zeit für einsichten:
das leben ist ein olivenhain

Das finde ich wunderbar! :stern:

Saludos
Gabriella

ecb

Beitragvon ecb » 21.05.2013, 20:48

das vertraute bleibt aus

Ein offenbar ersehnter Zustand tritt ein (endlich), die Seele öffnet sich auf einmal für das Unvertraute, Neue, und indem sie sich öffnen kann, ist es schon eingetreten.
Alles, was genannt wird - Mallorca, Tuffstein, Türkis usw. sind wahrscheinlich vertraute Attribute, die durch einen neuen Bewußtseinszustand auf einmal mit anderen Augen gesehen werden können.
Mir jedenfalls geht es so, wenn sie mir gerade in diesem Text begegnen, sie öffnen mir auf einmal die Augen, und das ist eine Erfahrung, die sogar mich als Leser zum Einhalten bewegt - wobei plötzlich Bewegung und Einhalt keinen Widerspruch darstellen, sondern einander bedingen. Der unbeschwertheits-blues weist keinesfalls auf einfältiges "Friede, Freude, Eierkuchen" - nichts, was sich Blues nennt, könnte das je sein - aber dennoch auf das Belassenkönnen, Seinlassenkönnen der letzten Zeilen, das etwas Erlösendes hat.

So würde ich dieses Gedicht lesen, und mir gefällt es sehr. :daumen:
Liebe Grüße
Eva

Mucki
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Beitragvon Mucki » 21.05.2013, 21:01

Hallo Eva,

mir leuchtet ein, was du zu dem "aus" schreibst. Doch "das vertraute" ist so positiv konnotiert, dass dann m.E. hier "vertraute" durch "gewohnte" ersetzt werden sollte. So würde ein Schuh draus.

Saludos
Gabriella

ecb

Beitragvon ecb » 21.05.2013, 21:12

Ja, das ist ein Gedanke, dem ich bis zu einem gewissen Grad zustimmen kann, Gabriella.
Dazu sollte Niko vielleicht mal etwas sagen.

Niko

Beitragvon Niko » 21.05.2013, 23:13

hallo ihr beiden,

schön zu lesen, wie sich hier ein gedankenaustausch über das ausbleibende vertraute anbahnt. ich hab's kommen sehen. da meine frau mich auf eben diese stelle ansprach, als ich ihr den text zeigte. sie ist in solchen dingen ein guter seismograph.
vertraut habe ich beim schreiben exakt so empfunden, wie eva es umschrieben hat: die Seele öffnet sich auf einmal für das Unvertraute, Neue, und indem sie sich öffnen kann, ist es schon eingetreten.
-dadurch verschwindet das vertraute. man wird neugierig, weitet und erweitert seine grenzen, nimmt sensibler wahr. alles ist neu und auf anfang gestellt. und ein stück weit wird das leben hinterfragt. eine neue standortbestimmung......
das vertraute ist ja auch sächlich: die umgebung, die wohnung, die arbeit etc. gewohnt ist ein zustand, der geduldetes konotiert, ein sich an etwas (widerstrebendes) gewöhnen. vertraut ist das (verführerisch) liebgewonnene gewöhnen. die hängematte, in der man nur allzu gern liegt und aus der man den allerwertesten nicht so schnell rausbewegen möchte. ist für mich also anders besetzt.

hilft das ein wenig?

liebe grüße: niko

Mucki
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Beitragvon Mucki » 21.05.2013, 23:48

Hi Niko,
Niko hat geschrieben:vertraut ist das (verführerisch) liebgewonnene gewöhnen. die hängematte, in der man nur allzu gern liegt und aus der man den allerwertesten nicht so schnell rausbewegen möchte. ist für mich also anders besetzt.

hilft das ein wenig?

jou, dann passt "das vertraute" hier.

Saludos
Gabriella


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