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Meine Schrift

Verfasst: 10.05.2013, 20:56
von Xanthippe
Später als diese Stadt mich nicht länger ausspucken wollte
als nichts mehr an mir zerrte dass ich Zukunft nannte
veränderte sich meine Schrift

In den Jahren zuvor
als alles bedrohlich war
bedrohlich und verheißungsvoll zugleich
versuchte ich mich zu verstecken

Meine Schrift war so klein
dass ich glauben konnte
darin zu verschwinden

Ich erinnere mich nicht
wann genau es angefangen hat
wann meine Schrift begann

zu wachsen
Vielleicht weil die Schritte größer werden
wenn die Entfernung kleiner wird.

Verfasst: 11.05.2013, 00:00
von Klimperer
IN MEDIAS RES nimmt einen dieses Gedicht mit
und bringt einen ins Ziel.

Verfasst: 11.05.2013, 00:33
von Mucki
Hallo Xanthi,

sehr originell, deine Idee mit der Schrift und der Stadt. Die Handschrift ist ja eine Art Identität. Und du setzt die Identität des LIs mit der Identifizierung des LI mit der Stadt in eine Waagschale, in einen Weg. Das finde ich faszinierend und sehr gelungen.
Xanthippe hat geschrieben:zu wachsen

würde ich noch an den Absatz davor unter
Xanthippe hat geschrieben:wann meine Schrift begann

hängen.
Xanthippe hat geschrieben:Vielleicht weil die Schritte größer werden
wenn die Entfernung kleiner wird.

Das ist ein Satz, über den man wunderbar nachdenken kann.

Saludos
Gabriella

Verfasst: 11.05.2013, 11:16
von fenestra
Hallo, Xanthi,

ein sehr interessantes Motiv! Die Parallele zu dem Lebensgefühl, dem Ankommen an einem Ort und der Schrift, das hast du sehr plastisch beschrieben. An einigen Stellen könnte der Text noch leicht verdichtet werden. z.B. am Ende:

Vielleicht weil die Schritte größer
die Entfernung kleiner wird

Viele Grüße
fenestra

Verfasst: 11.05.2013, 13:24
von scarlett
das finde ich sehr gelungen, liebe xanthi, diese verbindung zwischen stadt und schrift, beides ausdruck unserer persönlichkeit.

in der v2 müsstest du dem "dass" ein s streichen.

lg
scarlett