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Ich erschuf eine Wildnis um mich herum
Verfasst: 28.04.2013, 11:29
von Xanthippe
Die Einsamkeit, das Geräusch, das die Stille begleitet.
Wir versteckten unsere Hoffnung in den tiefsten Hautfalten, die wir finden konnten.
Dort sollte sie reifen – austreiben
oder sich selbst vergessen.
Verwachsen mit der Haut
würde sie das Blut beschleunigen,
die Schritte immer aufwärts lenken,
in Richtung des zugefrorenen Flusses
und nicht den Fehler begehen,
ihn zu überqueren
bevor das Eis geschmolzen ist.
Verfasst: 28.04.2013, 17:53
von scarlett
liebe xanthi,
das gefällt mir sowohl vom inhalt als auch von der machart her sehr gut.
die paradoxien - angefangen bei den tiefsten falten, die in die breiteste verszeile des gedichts gepackt werden und dann natürlich der schluss - machen für mich diesen text aus.
solange der fluss vereist bleibt, nichts "im fluss" ist, so lange wird die einsamkeit steter begleiter der hoffnung bleiben, letztere kann sich zwar ausdehnen oder in die tiefe gehen, aber den vereisten fluss zu überqueren, was einfach aber töricht wäre, würde sie nicht überleben.
ich denke, dass du dir die beiden verben in der zweiten zeile nochmals anschauen müsstest.
sehr gern gelesen.
lg
scarlett
Verfasst: 30.04.2013, 15:29
von poeta
hi xanthippe,
ich kann mich scarlett nur anschließen. auch ich finde das sehr fein komponiert um die tief eingepflanze hoffnung, die den frost der einsamkeit überdauert, immer bereit auszutreiben, sobald das eis schmilzt.
ein wenig verwundert mit das präsens in 'versteckten in ... , die wir finden können' ich möchte das immer gleichzeitikeit 'finden konnten' lesen.
insgesamt gefällt es mir sehr!
liebe grüße, poeta
Verfasst: 01.05.2013, 13:36
von Xanthippe
Vielen Dank, Scarlett und Poeta, für eure Rückmeldungen. Die zweite Zeile ist korrigiert, das hatte keinen tieferen Sinn, war lediglich einer der leidlichen Flüchtigkeitsfehler.
Herzlichen Dank und einen schönen ersten Mai.
xanthi