vater /IX/

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
scarlett

Beitragvon scarlett » 17.04.2013, 13:54

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Zuletzt geändert von scarlett am 30.04.2013, 15:23, insgesamt 4-mal geändert.

Klimperer

Beitragvon Klimperer » 18.04.2013, 08:20

Behutsam
habe ich dieses Gedicht abgeschrieben.
Man spürt den Schmerz, der langsam gefiltert wurde.
Langsam wird es wieder Mai ...
Die "blauäugige clematis" steht für Hoffnung, glaube ich.

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 18.04.2013, 10:31

Kann ich so gut nachvollziehen, liebe scarlett!

Was mir - so rein "lyriktechnisch" - nicht so gut gefällt, ist die blauäugige clematis am rankenden gitter an dieser Stelle. Zuvor war da der feuerregen dünnhäutiger petunien, den ich sehr stark finde. Er wird (für mich) durch die Clematis-Stelle abgeschwächt, und das finde ich schade; beides tritt vermutlich zu sehr in Konkurrenz.
Die Konkurrenz sehe ich auch zwischen dem dünnhäutig und der Frage, ob die Clematis je wieder blühen würde.

Mucki
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Beitragvon Mucki » 18.04.2013, 11:13

Liebe Monika,

dieser Schmerz ist sehr spürbar und berührt mich als Leser. Und doch ist es für mich so, als ob du diesen Schmerz durch die Blumen ("im feuerregen dünnhäutiger petunien" ist toll!) umhüllst. Ich finde das sehr fein komponiert.

Liebe Grüße
Gabi

scarlett

Beitragvon scarlett » 20.04.2013, 23:10

die blauäugige clematis steht eher für das "blauäugig sein", wenn vater glaubte, dass das alles einfach "vorüber gehe", lieber carlos. es schließt den eingangs eröffneten bogen.
und natürlich rankt das gitter nur in/vor seinen augen, d h nichts ist, wie es einmal war, er steht selbst dahinter.

und natürlich sind feuerregen der petunien und blauäugige clematis zwei starke bilder, aber - auf einem balkon, wie ich ihn sehe und kannte, blüht nicht nur eine pflanze, liebe amanita. das ist, zugegeben, meta-ebene, aber nicht unlogisch. das verbindende ist die "blühende pracht", die vielfalt.

dass der schmerz durch die blume kommt, liebe gabi, durch die blume spricht- das war intendiert und wenn du es so lesen kannst, freut mich das.

ich habe jetzt eine version versucht, die etwas entschlackter daherkommt- ob das besser ist?

habt dank für eure rückmeldungen,
scarlett

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 20.04.2013, 23:17

Liebe Monika, mir gefällt es so tatsächlich besser. Auf diese Weise bekommt der Schluss auch ein anderes/ das ihm zugedachte Gewicht (lese ich so).

scarlett

Beitragvon scarlett » 20.04.2013, 23:20

danke, amanita, ich glaube, mit dieser änderung könnte ich leben.

gruß,
monika

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allerleirauh
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Beitragvon allerleirauh » 21.04.2013, 20:47

liebe scarlett,

was meine vorschreiber anmerkten, hätte ich auch notieren wollen: nämlich, dass du einmal mehr einmalige wortbilder kreiert hast, deren fülle (auch für mich) den rahmen des gedichtes sprengen, es überladen. die "entschlackte" version gefällt mir deshalb besser.

für mich stellt sich auch die frage, ob das "/seine letzten/" notwendig ist. für mich ist der fakt, dass der vater der mutter innerhalb kurzer zeit folgen würde, bereits in den versen "die antwort schwiegen wir einander zu" enthalten.

lga

Rosebud

Beitragvon Rosebud » 21.04.2013, 22:01

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Zuletzt geändert von Rosebud am 26.06.2015, 16:11, insgesamt 1-mal geändert.

scarlett

Beitragvon scarlett » 22.04.2013, 21:50

hallo a, rosebud,

danke für eure rückmeldungen und gedanken zum text.

ich kann allerdings der argumentation nicht folgen, dass der klammervers überflüssig sei, weil quasi am ende enthalten. keiner weiß, wann er stirbt, also kann der vater im text das auch nicht wissen- aber das ich weiß, dass es die letzten blumen bleiben werden, weil es aus einer anderen/späteren perspektive /deshalb auch die klammer/ draufschaut.
somit erhalten die letzten beiden verse eine andere gewichtung und bleiben offen, was dieses "die antwort schwiegen wir// einander zu" anbelangt.
ich kann das grad nicht richtig formulieren, merke ich gerade, aber für mich macht es einen unterschied, ob mit oder ohne klammervers. und deshalb bleibt er vorerst auch.
möglich, dass ich zu einem späteren zeitpunkt anders entscheide, wenn ich daran denke, dass ich vor wenigen tagen erst einen text, der fünf jahre alt ist, endlich in seine endfassung gebracht habe, kann das noch dauern ...

liebe grüße,
scarlett

poeta

Beitragvon poeta » 30.04.2013, 15:16

liebe scarlett,

ein wenig nachhinkend komme ich auch hier an und staune und bewundere die fast durchscheinenden bilder in ihrer dichte und einmaligkeit. durch die kleinen änderungen haben sie nocht gewonnen, denke ich, berühren mich sehr in all dem unausgesprochen gesagten, im einmütigen zuschweigen möglicher antwort(en).

sehr gern an diesem besondernen Plätzchen verweilend, grüße ich herzlich, poeta

ps: eventuell könnte nach '/seinen letzten/' - 'auf seinem balkon' zu 'auf dem balkon' werden ???

scarlett

Beitragvon scarlett » 30.04.2013, 15:23

ja, das ändere ich sofort. danke!
auch für die einfühlsamen worte. danke!

scarlett


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