Nachtstück

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
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Amanita
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Beitragvon Amanita » 09.04.2013, 21:56

Nachtstück


Der letzte Wunsch
ist ein Mantel
er breitet sich in der Abendkühle
über den Leib

Schlafende sind allein
haben sich Bilder
der frühen Jahre
unter das Kissen gelegt

wie die Mutter
im Nebenraum Reste zusammen nähte
wollene Stoffe nachtblau
mit Sternen im Glühbirnenlicht

zu einem Hirtenmantel
für meine Schultern



[Reste zusammen war zeitweise getilgt]
Zuletzt geändert von Amanita am 10.04.2013, 16:46, insgesamt 2-mal geändert.

galapapa

Beitragvon galapapa » 09.04.2013, 22:52

Liebe Amanita,
diese Verse haben mich sehr angesprochen. Sie vermitteln schöne Bilder.
Besonders gefällt mir die 2. Strophe!
Liebe Grüße!
galapapa

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 09.04.2013, 22:54

Danke! Mal sehen, ob ich noch was ändern muss -

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 09.04.2013, 23:17

... da war mir schon was zu ausladend.

Ein Text, an dem ich fünfzigmal geändert habe, wahrscheinlich bin ich noch immer nicht durch...

galapapa

Beitragvon galapapa » 10.04.2013, 13:50

Liebe Amanita,
es ist natürlich Deine Sache; ich fand es (mit den Resten) wunderbar.
Liebe Grüße!
galapapa

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 10.04.2013, 14:00

War die Zeile nicht zu lang + ausführlich, verglichen mit den anderen??

pjesma

Beitragvon pjesma » 10.04.2013, 15:20

etwas, ich hätte nur *zusammen* rausgeworfen...*reste* scheint mir bedeutend zu sein für den gesammtinhalt...
lg, pjesma

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 10.04.2013, 15:29

Doch, liebe pjesma, sie näht die Reste (zu einem Ganzen) zusammen. "aneinander" ist leider noch länger, sonst ginge das auch.

Nur "Reste nähte" geht m. E. nicht.

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Beitragvon Amanita » 10.04.2013, 15:30

Vielleicht "Reste vernähte" - obwohl ich nur "Faden vernähen" kenne...

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Zefira
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Beitragvon Zefira » 10.04.2013, 15:40

Ich hätte die Zeile so gelassen, wie sie war. Klar ist sie relativ lang und ausführlich, aber nicht länger und ausführlicher als die letzte Zeile dieser Strophe. Und vor allem darf sie ja ruhig lang sein - es wird schließlich etwas darin zusammen genäht!

Dass die Mutter Reste nähte, halte ich für missverständlich. Es klingt, als hätte sie durch ihr Nähen Reste produziert ... also aus etwas vorher Vollständigem "Schnippelkram" gemacht.

Grüße von Zefira, die das Gedicht sehr mag
Vor der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.
Nach der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.

(Ikkyu Sojun)

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Beitragvon Amanita » 10.04.2013, 16:41

Danke, Zefira, dann gehe ich wieder retour.

Klimperer

Beitragvon Klimperer » 11.04.2013, 09:14

Καλιμερα Αμανιτα!

Mir gefällt dein Gedicht auch sehr gut.

Eine Kindheitserinnerung?

Das mit dem Hirtenmantel erinnert mich an bevorstehende Weihnachten.

Interessant, wie bestimmte Erinnerungen uns ein Leben lang begleiten, unser Dasein bestimmen.

Du schläfst ein mit dem Gedanken an diesen, von deiner Mutter im Nebenraum langsam hergezauberten Mantel.

Wie ein Sternenhimmel, den man über sich streckt.

Der Mantel steht da für Vieles: Geborgenheit, Sicherheit, ein Raum nur für sich.

Herzlichen Gruß,

Carlos

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 11.04.2013, 10:13

Wollte gerade "gefällt mir" drücken - was zeigt, wie verseucht ich schon bin :)


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