street view

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
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Amanita
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Beitragvon Amanita » 19.03.2013, 18:19

-




auf google streetview
hat sie das küchenfenster geöffnet
ich sehe sie
mittags

gleich würden wir
pfannkuchen essen
mit zimt






erste, längere Version:

street view


auf den fotos von google
hat sie das küchenfenster geöffnet
ich sehe sie
mittags

gleich würden wir
pfannkuchen essen
mit zimt


auf den fotos von google
hinter den fenstern ahnt man
den raum
in dem es leer wurde

auf den fotos von google
stimmt nichts mehr
Zuletzt geändert von Amanita am 20.03.2013, 08:34, insgesamt 3-mal geändert.

aram
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Beitragvon aram » 19.03.2013, 22:42

hallo amanita,

die ersten zwei strophen gefallen mir, und bilden m.e. einen vollständigen, stimmigen text!

(die letzten beiden sind viiiel zu keulenartig und machen mir den text wieder kaputt - ich lese einfach nur die ersten2 .-)

liebe grüße!


p.s.: würde überlegen, einen anderen titel zu wählen, und dann zu schreiben:

"auf google street view / hat sie das küchenfenster geöffnet / (...)"

da ich finde, "fotos" passt für street view nicht recht/ bzw. ist holprig ausgedrückt
Zuletzt geändert von aram am 19.03.2013, 22:51, insgesamt 1-mal geändert.

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 19.03.2013, 22:50

Danke, aram. Echt - zu keulenartig? Für mich gehört beides zusammen...

aram
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Beitragvon aram » 19.03.2013, 22:58

amanita, für mich ist es so, dass etwas wie das, was du mit s3 s4 explizit ausdrückst, in s1 und s2 (als möglichkeit) bereits mitschwingt - diese vordergründige idylle von s1 und s2 ist implizit schon abgründig. (ich denke mal, die meisten leser würden das ähnlich empfinden; jedem ist klar, dass die street view realität eine konserve ist, womit sich das darin abgebildete mit dem "gleich würden wir ..." bereits schneidet. man müsste schon sehr naiv lesen, um das ambivalenzfrei/ ungebrochen zu empfinden.)

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 19.03.2013, 23:08

Ja, mit den Fotos war ich mir auch nicht sicher - fand es dann aber okay.

auf google street view
hat sie das Küchenfenster geöffnet
...


wär' für mich okay, keine Frage.

Aber der Schluss nach zimt - ich weiß nicht!

aram
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Beitragvon aram » 19.03.2013, 23:14

ich finde "mit zimt" als abschlusszeile geradezu genial - auch deshalb, weil damit ganz andere sinne /andere wertigkeiten angesprochen werden, als durch street view vermittelbar sind.

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birke
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Beitragvon birke » 19.03.2013, 23:15

huhu, amanita, ich stimme aram zu!
die ersten beiden strophen implizieren die letzten beiden schon, sagen alles aus, vor allem durch den konjunktiv.
ich finde ebenfalls, dass die letzten beiden eher störend zu konkret werden. sie sind in der tat /auch für mich/ überflüssig! denn "google street view" bildet ja defintiv eine vergangenheit ab.
(wenngleich ich weiß, wie schwer es manchmal ist, sich von text-teilen zu trennen :smile: )

mit den fotos ... hm, aber es sind doch fotos, oder? :frage:

lg,
diana
wer lyrik schreibt, ist verrückt (peter rühmkorf)

https://versspruenge.wordpress.com/

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 19.03.2013, 23:23

Danke Dir auch, Diana, für die "Zweitstimme". Kürzungen fallen mir prinzipiell nicht schwer! Aber ich habe gerade die vorgeschlagene Version in meinem Werkstatt-Ordner angesehen und finde sie noch nicht plausibel. Da nimmt für mich jemand das Foto (oder was auch immer) als Realität und will gleich ins Haus + Pfannkuchen essen, die Wiedererkennbarkeit nimmt für mich viel zu viel Raum ein!

aram
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Beitragvon aram » 19.03.2013, 23:32

birke hat geschrieben:hm, aber es sind doch fotos, oder?
es muss sowas sein wie montierte panoramen, die perspektivische betrachtung ermöglichen - wenn man die betrachtungsachse schwenkt (horizontal oder vertikal), verändern sich auch die fluchtlinien, was bei einem einzelnen 'foto' nicht der fall wäre. (also auch wenn 'fotos' die einzelbestandteile bilden, verhält sich das ganze nicht wie 'fotos' - pjotr kann das sicher besser erklären; wikipedia lässt da etwas aus.-)

aram
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Beitragvon aram » 19.03.2013, 23:45

Amanita hat geschrieben:Aber ich habe gerade die vorgeschlagene Version in meinem Werkstatt-Ordner angesehen und finde sie noch nicht plausibel.
das würde ich auch annehmen, amanita - klar, dass z.b. du und ich anders lesen - und damit auch anders schreiben. selbst wenn meine lesart von anderen geteilt wird - wenn es nicht auch deine sein kann, wäre es natürlich verfehlt, *deinen* text darauf hinzutrimmen. (dieser text ist vielleicht ein sonderfall /zufall, indem sich das so deutlich in ganzen strophen abbildet)

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 20.03.2013, 07:46

Hallo Aram!
Es muss m. E. doch noch etwas hin. Der Schluss kann ruhig anders sein als meine erste Version.

Z. B. könnte ich mir etwas in der Art vorstellen wie

...
mit zimt

und über die zukunft reden



Vielleicht hat jemand eine Idee?

poeta

Beitragvon poeta » 20.03.2013, 08:08

hallo Amanita,

mir ergings ähnlich wie aram und birke, also noch eine stimme, die ins gleich horn stößt.
wenn es meins wäre, würde ich unbedingt mit 'zimt' aufhören, auch die gespräche klingen übergestülpt und ersticken meines erachtens mehr, als sie lenken.
auch arams anregung bezüglich dr fotos würde ich überdenken, vielleicht diskret ein 'noch' plazieren?

auf google
hat sie das küchenfenster
noch geöffnet
ich sehe sie
mittags

gleich würden wir
pfannkuchen essen
mit zimt

oder irgendwie so?

es geht mir selbst oft so, dass ich meine, der leserin an manchen stellen hilfen geben zu müssen, die dann eher beschweren, dass ich dem eigenen text zu wenig (zu)traue, an anderen wieder lücken klaffen, die ich stets übersehen habe.

interessanter ansatz, der mir wirklich gefällt! :smile:

liebe grüße, poeta

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Beitragvon Amanita » 20.03.2013, 08:36

Ich habs mal in gekürzter Form oben notiert - dann müsste es allerdings in die Rubrik Kurzlyrik :)

scarlett

Beitragvon scarlett » 20.03.2013, 08:47

nee, aber wirklich nicht.
aus dem konjunktiv allein "würden wir" wird nicht deutlich, dass es diese person hinter dem fenster gar nicht mehr gibt ...
ich lese es als erinnerung an etwas, was so nicht mehr eintreten wird, das auf google streetview stimmt nix mehr ist m e wichtig.
die kurze version ist mir - mit verlaub - zu banal.

scarlett


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