liebe ist

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Klimperer

Beitragvon Klimperer » 10.03.2013, 15:29

sie zu beobachten
wenn sie sich
muskatnuss
über ihre spiegeleier
reibt

Niko

Beitragvon Niko » 10.03.2013, 19:21

das greift für mich nicht, klimperer.

diese "liebe ist..." dingelchen sind auch gar nicht so einfach, weil sie schon deutlich abgegriffen sind. und in einer ecke gelandet sind, die sie vielleicht garnicht so verdienen...

liebe grüße: niko

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Lisa
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Beitragvon Lisa » 10.03.2013, 20:25

Lieber Klimperer,

das finde ich auch nicht so gelungen. Ich musste auch an diese alten Liebe ist...-Sprüche denken und verbinde das mit BILD (HÖRZU?) oder wo immer die gedruckt wurden ... zudem sind die Assoziationen zu den Spiegeleiern wegen Muskat und "reibt" zumindest von meiner Seite dann doch etwas ... doppeldeutig .-) Und das wirkt dann irgendwie unfreiwillig komisch?

liebe Grüße
Lisa
Vermag man eine Geschichte zu erzählen, die noch nicht geschehen ist?
Es verhält sich damit wohl wie mit unserer Angst. Fürchten wir uns doch gerade vor dem mit aller Macht, was gar nicht mehr geschehen kann, eben weil es schon längst geschehen ist.

Klimperer

Beitragvon Klimperer » 10.03.2013, 23:31

Lieber Niko, liebe Lisa,

"Liebe ist, niemals um Entschuldigung bitten zu müssen."

So lautet der Urspruch, der zu dieser Reihe führte. Es stammt aus dem Film "Love Story", aus dem Jahr 1970.

Meine Freundin hat die Gewohnheit, Muskatnuss über ihre Spiegeleier zu reiben.

Einmal habe ich sie bewusst dabei beobachtet und tiefe Zärtlichkeit für sie empfunden.

Den Parter bei kleinen, ein wenig verrückten Handlungen zu beobachten und dabei Liebe zu empfinden, das ist Liebe.

Das muss nicht auf den Partner beschränkt sein: Mütter beobachten so ihre Kinder, Eltern überhaupt.

LG

Carlos

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 11.03.2013, 10:35

Carlos, das glaube ich Dir gern, dass Du liebevoll daran denkst, wie Deine Freundin ihrem vielleicht etwas ungewöhnlichen Geschmack frönt. Aber für den Leser ist das irgendwie nicht verrückt genug, und die "Eier" in Kombination mit der Liebe ... nun ja. Unfreiwillig komisch, schrieb Lisa; und genauso habe ich das vom ersten Lesen an empfunden.
Ich denke mal, man müsste einen anderen Sachverhalt nehmen, um - für sich selbst - wieder zum Muskatspiegelei zurückzufinden. Denn da hat jeder ein anderes Bild vor sich, was der Partner "in die Familie gebracht" hat, was man schätzen und lieben gelernt hat!

Klimperer

Beitragvon Klimperer » 11.03.2013, 12:58

Danke, Amanita, für deine Antwort.

Ich hätte vielleicht die Zeilen unter der Rubrik "Humorige und satirische Lyrik" unterbringen sollen ...

LG

Carlos

Niko

Beitragvon Niko » 11.03.2013, 14:56

dann gehen wir mal etwas detailierter an die sache ran, klimper-karl ;-)

liebe ist...

sie zu beobachten

das ist ersteimal die kernaussage. das "wenn........." hinten dran ist nur beiwerk. auch wenn du es so nicht willst. es ist keine liebe, sie zu beobachten. und da liegt für mich schon der hase im pfeffer. wenn man sich diese "liebe ist...." sprüche ansieht, so sind sie anders aufgebaut. guckst du hier: http://www.liebe-ist.net/

wenn sie sich
muskatnuss
über ihre spiegeleier
reibt

das "wenn" ist ein weiteres entscheidendes manko. liebe ist, zu beobachten, wenn jemand etwas tut? für mich ist liebe, zu bemerken, WIE jemand etwas tut.
ebenfalls stolpere ich über das begriffliche an sich. "liebe ist" - hier ist nur von der liebe des lyrichs die rede. es muss nicht für sie zutreffen. es hat keine allgemeingültigkeit.

ich verstehe genau deine intention, carlos, aber sie ist darüber hinaus auch zu individuell, als dass man sich daraus etwas nickend für sich und seine liebe ziehen könnte. zucker auf dem ei, maggi auf nutella......WENN jemand etwas macht ist das normal. WIE jemand etwas macht - das kann liebe schon eher sein.

aber beobachten......neeeeeee

eine leichte abwandlung bringt das ganze vielleicht eher in die richtige und doch eine andere richtung:

liebe ist...
die art, wie sie sich
muskatnuss
über ihre spiegeleier
reibt


liebe grüße nochmal - niko
nachtrag: diese beiläufigen dinge als eine liebeserklärung verpacken, hat ja schon was. ich denke da an "schlaflos in seattle"(?)"Sie konnte einen Apfel so schälen, dass die Schale ein einziges langes Band ist."

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Lisa
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Beitragvon Lisa » 11.03.2013, 20:11

Lieber Klimperer,

noch einmal ganz direkt: Ich finde deinen Text nicht fragwürdig, weil er etwas einfaches beschreibt (natürlich sind es diese einfachen Blicke auf den anderen, in dem man die Liebe spürt), sondern weil ich den Text auf eine Art lese, von der ich nicht weiß, ob du das so gemeint hast (?): Ich kann nicht anders, als die Spiegeleier als Brüste zu sehen! (Liebe --> mehrere Spiegeleier --> reiben --> Muskat als "anregend"). Und diese Assoziationen machen für mich den Text komisch.

liebe grüße
Lisa
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Pjotr
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Beitragvon Pjotr » 11.03.2013, 21:19

Hallo,

ich kann die Kritiken nicht ganz nachvollziehen. Dass die "Liebe ist ..."-Serie aus alten Zeiten stammt und kitschig war damals, -- ja, soweit, so klar.

Aber was ich nicht verstehe:

Warum wird dem Autor zunächst unterstellt, er wolle nach den Regeln dieser alten Serie schreiben, um daraufhin dem Autor einen Link zu geben, wo gezeigt wird, wie es "richtig" gemacht wird? Das ist so, als würde man ihm unterstellen, einen Porno schreiben zu wollen, den als ungelungen zu bezeichnen, und ihm dann einen Pornoschreib-Ratgeber in die Hand zu geben.

Und: Der Akt des Zuschauens, beim Muskatnußreiben, ob dieser vermeintlich trivialen Tätigkeit nicht weglaufend, sondern genießend beobachtend, warum soll dieser Akt kein Ausdruck der Liebe sein? Ich stelle diese Frage durchaus auch im grammatischen Sinn.

Warum soll der Text entweder 100% ernst oder 100% komisch sein?

Warum wird angenommen, die Zweideutigkeit sei unfreiwillig?

Warum wird Muskat auf Eiern als kulinarisch ungewöhnlich bezeichnet? Oder wurden während dieser Bezeichnung die Eier durch Brüste bereits ersetzt? Wenn ja, dann ... ja, das würde ich dann verstehen.

(In meinem Eindruck waren das übrigens überwiegend Spiegeleier, und Brüste nur ferner unterwiegend).


Wünsche allen feine Mahlzeiten und gute Appetiten

P.

Niko

Beitragvon Niko » 11.03.2013, 21:48

ach........der pjotr ist wieder da!

herzlich willkommen back, kollege
es tut mir ja wirklich leid pjotr und ich ärgere mich ja auch wieder, dass ich voll einsteige auf deinen komm. aber unrichtigkeiten müssen ja nun mal gerade gerückt werden, nech?
Warum wird dem Autor zunächst unterstellt, er wolle nach den Regeln dieser alten Serie schreiben,
wo steht das, pjotr? ich habe das nirgends gefunden.

um daraufhin dem Autor einen Link zu geben, wo gezeigt wird, wie es "richtig" gemacht wird?
wo steht das? den link habe ich geschickt. klar. habe ich carlos geschrieben, dass man es so machen muss, damit es "richtig" ist? zeige mir doch bitte die stelle!
die folgende zitierte stelle
Das ist so, als würde man ihm unterstellen, einen Porno schreiben zu wollen, den als ungelungen zu bezeichnen, und ihm dann einen Pornoschreib-Ratgeber in die Hand zu geben.
zeigt den wahren meister des pauschalisierens und vor allem polemisierens. erst eine hanebüchende schlussfogerung ziehen und sie dann mit einem wahrhaft meisterlichen "vergleich" zu untermauern.......-respekt!

Der Akt des Zuschauens, beim Muskatnußreiben, ob dieser vermeintlich trivialen Tätigkeit nicht weglaufend, sondern genießend beobachtend, warum soll dieser Akt kein Ausdruck der Liebe sein?
wo steht das, werter pjotr? wenn du genau liest, dann störe ich mich beispielsweise an dem beobachten. richtig. beobachten ist im günstigen falle wertneutral, wenn nicht negativ konnotiert. stünde da, wie von dir falscher weise geschrieben "genießend beobachten" - dann wäre es ja schon eine andere sache.

Ich stelle diese Frage durchaus auch im grammatischen Sinn.
???????????????????????

ich empfinde deine "kritik" als polemisch und an den fakten vorbei, daher unhaltbar.

liebe grüße: niko

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Beitragvon Pjotr » 11.03.2013, 22:11

Niko, tut mir leid, wenn Du Dich ärgerst, das war nicht meine Absicht.

Wo das alles steht? Nirgends. Ich nehme alles zurück.


Grüße

P.

Klimperer

Beitragvon Klimperer » 12.03.2013, 00:12

Hallo meine literarischen Freunde!

ich fühle mich geschmeichelt, so viel Aufmerksamkeit für so wenig Zeilen.

Etwas muss ich wirklich klar stellen: ich hatte absolut keine Ahnung, dass Spiegeleier als Symbol für die Brüste angesehen werden. Wenn ich es gewusst hätte, hätte ich es natürllich nich erwähnt. Meine Absicht war und ist zu sagen, dass man den Partner liebevoll betrachten kann und sollte. Ich glaube, es ist mir nicht gelungen, die Versen sind zu schwach. Manchmal empfindet man etwas und glaubt, wenn man es direkt runter schreibt, wird die Stimmung weiter gegeben. Offensichtlich war es nicht so, es tut mir leid. Ich möchte nicht, dass wir uns deswegen weiter streiten.

PS: Ich weiß, dass die Möglichkeit besteht, einen Text zu löschen. Ich bitte die Moderatoren darum, es zu tun.

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nera
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Beitragvon nera » 12.03.2013, 00:37

quatsch! warum solltest du diesen text löschen? nur weil es einmal diesen hype gab mit "liebe ist.." oder weil heute pizzen mit spiegeleier "sophia loren" heißen? wir sind etwas voreingenommen, weil es eine zeit gab, in der wir in deutschland mit sprüchen "liebe isrt..." zugeschüttet wurden und das ganz kitschig und das macht einen schlechten geschmack im mund und komische bilder. aber ich denke mal, ohne die überschrift und etwas anders geschrieben.... also zumindest für mich: ich störe mich weder an den spiegeleiern , noch am reiben der muskatnüsse, einzig an dem entree.

aram
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Beitragvon aram » 12.03.2013, 00:55

- spiegeleier stehen für brüste, echt? - ok, wieder was gelernt! .-)

lieber klimperer,

alles, was ich von dir im salon bisher las, hat mir sehr gefallen - dieser text bildet tatsächlich eine ausnahme; aber der feine, ruhige ansatz ist auch hier da - geht bloß so nicht auf.

fände es aber schade, den text wegzumachen (in der tat fehlt mir schon jetzt die nachvollziehbarkeit der bereits vorgenommenen änderung - das find ich schade, da vermisse ich was - siehe bitte auch hier) -

vielleicht reicht es ja, in die nichtöffentlichkeit / 'textwerkstatt' zu verschieben?


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