nach deiner antwort, liebe Hetti,
muss ich gestehen, dass mir leider gar nichts klarer geworden ist, ich eigentlich noch mehr verwirrt bin.
also ich hatte es folgendermaßen gelesen:
der anlass:
die hektische suche nach dem autoschlüssel (das kennt man ja, eigentlich sollte man schon dort sein (wichtiger termin) und kommt nicht weg, weil...)
also:
werden Türen, Schränke, Laden aufgerissen, durchwühlt zugeschlagen - ohne ergebnis - der druck steigt - die zeit rast, da kann man schon atemnot bekommen und in dieser hektik etwas hinausschreien, das schon lange innerlich gärt, aber immer schön unter verschluss gehalten wurde, weil nie der rechte moment zu sein schien, weils nicht so wichtig (viele kleinigkeiten können auch großigkeiten werden) schien, man genügend ausgelastet war, mit dem, was unbedingt sein musste...
die konsequenz:nun ist es angesprochen, ausgesprochen, kann nicht mehr zurückgenommen werden, z.b. die schlamperei:'nie sind die dinge, wo sie sein sollten.'; oder, 'nie hast du zeit für mich, immer ist alles andere wichtiger.'...
das macht bewusst, dass sich was weggeschlichen hat, unbemerkt oder bemerkt und verdrängt, dass das gemeinsam, das schöne, das verband, nicht mehr da ist.
durch das 'dann war alles vorbei' klingt es sehr endgültig. vielleicht sind durch das 'hinausschreinen' auch verletzungen passiert, die irreparabel erscheinen...
siehst du ungefähr so habe ich diese drei abschnitte gelesen und nun rätsle ich was du mir damit sagen möchtest:
hier geht es sowohl um eine Paarbeziehung als auch um das Thema Zeit. Ohne einen Schwerpunkt festzumachen, sondern mehr um die Verschränkung dieser beiden Aspekte.
und kann damit gar nichts anfangen:
Im mittleren Teil des Textes wird eine Erinnerung hervorgeholt, deshalb der Zeitenwechsel. Der Text beinhaltet widersprüchliche Elemente.
mit dem infinitiv hebst du m.M. nach den mittelteil überhaupt aus der zeitebene, wenn schon, dann würde ich ihn immer wiederkehrenden handlungen oder der gegenwart zuordnen. zum wiederkehrenden passt aber das hinausschreinen nicht so, oder fand das auch schon immer wieder statt? was ist dann diesmal anders und der verbummelte autoschlüssel anlass wofür?
verzeih mein beharrliches nachforschen, aber für mich ist das so irgendwie unbefriedigend. das mag natürlich allein mein problem sein, aber dann würde ich doch gern erfahren, wo ich mich in diesem text 'verlaufen' habe.
liebe grüße, poeta