Beitragvon poeta » 02.03.2013, 10:24
hi niko,
sehr besinnliche in sich gekehrte, zu sich selbst gesprochenen zeilen, die, so wie ich sie lese, von
- einer sehnsucht erzählen, einem in-sich selbst heimat und ruhe finden wollen, ein stück versöhntheit mit dem eigenen leben, ein harmonisches verhältnis zu 'allen seelen'
- kritischen auseinandersetzung mit den eigenen werten und zielen, ein hinterfargen des 'gut-sein-wollens' und der damit verbundenen eitelkeit und unbescheidenheit (auch im sinne von sich nicht bescheiden können - unzufriedenheit)
- eine klage (im letzten abschnitt), weil das eigene leben, erfolge und erreichtes nicht mehr berühren. ich lese hier von einem von sich selbst abgeschnitten, ein aus der mitte geraten sein und zwischen den zeilen von etwas distanziertem erstaunen und leiser trauer darüber.
ich würde meinen hier liegen auch erste zaghafte schritte (in der bewusstwerdung) in richtung einer heilung des LI begründet, also auch eine hoffnung?
dein text hat mich zu berühren vermocht und mich in eine grüblerische stimmung versetzt. der 'allen seelen einen kuss'-vers ist für mich hart an der grenze zum hohen pathos. idee hab ich jetzt keine, aber vielleicht könntest du hier ein wenig einfacher schreiben, erden, falls du es auch so empfindest.
hat mir gut gefallen, gern gelesen.
liebe grüße, poeta