staub

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DavidK88

Beitragvon DavidK88 » 17.02.2013, 14:27

staub

das kind spielt
mit den puppen
und wiegt sie
bis es schläft.
dann schlüpfen die motten
und spielen mit
dem licht
Zuletzt geändert von DavidK88 am 18.02.2013, 15:12, insgesamt 1-mal geändert.

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fenestra
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Beitragvon fenestra » 17.02.2013, 22:13

Hallo, David,

zwei schöne Bilder hast du mit Worten gezeichnet. Allerdings finde ich den Übergang noch nicht ganz gelungen. Dieses

nacht:

bräuchte es eigentlich nicht. Das Kind schläft ja, man kann sich denken, dass es Nacht ist. Außerdem sehe ich Kleidermotten vor mir, und die sind auch tags aktiv und spielen im Sonnenlicht. Nachts gibts ja auch nicht unbedingt Licht. Oder meinst du dir Motten drauße an der Laterne? Dann sehe ich wieder den Bezug zum Titel "Staub" nicht.

Und was verbindet denn eigentlich die beiden Bilder? Da fehlt mir irgendeine Parallelel, z.B. dass das Kind die Puppe in einen Kokon aus Decken wickelt und die Motten aus ihrem Kokon aus Wolle, den sie sich in der Decke gemacht haben, herausschlüpfen. So kann man es natürlich nicht im Gedicht schreiben, aber ein Gedanke in dieser Richtung würde verdeutlichen, warum du gerade diese beiden Bilder kombinierst.

Viele Grüße
fenestra

DavidK88

Beitragvon DavidK88 » 18.02.2013, 01:21

Hallo,

kann das "nacht" rauslassen. Lösen sich Motten an der Laterne nicht in Staub auf?
Zum zweiten Punkt: Die Motten schlüpfen doch aus einer Puppe. Insofern ist das eigentlich nur ein semantischer Bruch, weil man bei einem Kind natürlich an Spielpuppen denkt.

LG David

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fenestra
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Beitragvon fenestra » 18.02.2013, 18:01

Lösen sich Motten an der Laterne nicht in Staub auf?


Nein. Wenn es sich um Leuchmittel handelt, die sich stark erhitzen, können die Motten natürlich daran verbrennen und verkohlt zu Boden fallen.

Die Motten schlüpfen doch aus einer Puppe.


Ja, das ist in der Tat ein schönes Bindeglied! Komisch, dass ich darauf nicht gekommen bin.

Wenn du schreiben würdest:

die motten schlüpfen
aus ihren puppen

wäre es dir vermutlich zu deutlich.

Ohne "nacht" gefällt es mir aber gleich viel besser.

Viele Grüße
fenestra

ecb

Beitragvon ecb » 20.02.2013, 20:42

Das poetische Bild von der Puppe mit ihren Bezügen stimmt leider rein biologisch nicht: Motten verpuppen sich nicht, sondern bilden Larven:
http://de.wikipedia.org/wiki/Kleidermotte

Und das deutsche Wort "Motte" ist leider auch nicht identisch mit dem englischen "moth", welcher der Nachtfalter wäre, der ins Licht fliegt, was die Kleidermotte nicht tut.

Nein, David, solche Bilder müssen stimmen, wenn sie poetisch funktionieren sollen - schön wär´s gewesen, denn der Bezug zwischen Kinderpuppe und verpupptem Insekt hätte auch mir gefallen. Aber bleib dran, vielleicht findest du mit der Zeit andere Querbezüge dieser Art, das wäre spannend.

Liebe Grüße
Eva

DavidK88

Beitragvon DavidK88 » 20.02.2013, 21:04

Dann mache ich aus der Motte einfach einen Nachtfalter. Problem gelöst.
Danke für den Hinweis.

LG David

poeta

Beitragvon poeta » 21.02.2013, 13:08

hallo David,
aus meiner sicht müsste da gar nichts geändert werden. im gegenteil, ich finde die motten (in anlehnung an die redensart ' wie motten, die das licht umschwärmen') sehr gut gesetzt.

voll erstaunen las ich bei ecb gerade folgendes:
Motten verpuppen sich nicht, sondern bilden Larven:

da muss ich leider widersprechen: motten bilden keine larven, sie sind larven, sobald sie aus den eiern schlüpfen, solange bis sie sich verpuppen und danach als schmetterlinge das licht umschwirren, wies sprichwörtlich heißt.

sehr interessant finde ich die art, wie du hier bekannte bilder und klischées erfrishend neu mischt: das puppenspiel der kinder mit dem verpuppen der mottenlarven, deren spiel mit dem licht, dem ein 'messer, gabel, scher und licht sind für kleine kinder nicht' genauso nachhallt, wie ein warnung vor dem spile mit dem feuer.

mir gefällt dein kleines 'puppenspiel' - und ich füge in gedanken nach dem spiel mit dem licht ein 'autsch' hinzu, das mich dann zum 'staub' im titel zurückführt.

liebe grüße, palo

DavidK88

Beitragvon DavidK88 » 28.02.2013, 21:47

Danke für deinen Kommentar und freut mich, dass es bei dir ankommt. Der Text lässt die Leserschaft ja insgesamt etwas aufgespalten zurück. Entweder der Text gibt einem viel oder gar nichts.

LG David


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