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von der sprache

Verfasst: 15.02.2013, 15:15
von Niko
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Verfasst: 15.02.2013, 23:48
von Herby
Hi Niko,

nur kurz zu später Stunde: das ist ein Text, der mich durch seine Anithetik sowie die Ambivalenz seiner letzten beiden Verse einnimmt und beschäftigt.

Nachtgrüße,
Herby

Verfasst: 16.02.2013, 13:33
von Ylvi
Hallo Niko,

warum kennen diese Sprache nur wenige? Wer sind sie? Und warum kennen sie die Sprache, andere aber nicht?
Das Ende klingt so schön, nach einer Liebeserklärung, aber was passiert, wenn die Frage nach den Worten auftaucht? Was sind das denn für Worte und warum werden sie nicht genannt? Gibt es sie am Ende doch nicht? Und wird es da nicht zu einem leeren Bild, zu einer Behauptung, einem Schein, etwas Nichthaltbarem?
Apfel und Dom weisen natürlich auch in eine christliche Richtung und öffnen damit ein viel größeres Themengebiet und verschieben das Bild. Wenn das keine Absicht ist, würde ich ev. auf ein anderes Obst ausweichen.
Das sind so die Fragen, die mir durch den Kopf gehen, vielleicht kannst du damit etwas anfangen.

Liebe Grüße
Flora

Verfasst: 16.02.2013, 15:29
von nera
mir ist dazu ein satz von d. grossman eingefallen (aus "sei du mir das messer): "Und ich dachte, daß Sie nun, wo Sie so bei mir waren, in meiner innersten Sprache daheim seien"

Verfasst: 16.02.2013, 21:26
von RäuberKneißl
Mir ging es etwas wie Flora, die betrachtende Perspektive wirkt auf mich zusätzlich recht - betulich? - ich stellte mir einen 85-jährigen vor, der den Rundungen von Dom und Apfel nachsinnt ..., das ballert die eigentliche Sprach-Idee nieder.
Nichts für ungut ...
Franz

Verfasst: 16.02.2013, 23:42
von Mucki
Betulich? Ein 85-jähriger? Nee, mir geht es da ganz anders. Beim dem Apfelsatz sage ich automatisch: AAAAA
Nach dem Sonnen-Dom-Satz: OOOOOOOO
Das geht irgendwie von ganz alleine los.
Bei der letzten Zeile hab ich mich gefragt, ob es nicht "raffinierter" wäre, wenn da das Gegenteil stünde, das LI völlig sprachlos wäre, ihm nichts mehr einfiele?

Verfasst: 16.02.2013, 23:56
von Amanita
Hallo Niko!

Für mich ist das Gedicht ziemlich widersprüchlich. Dem Ich fallen (ich interpretiere: nur) Vokabeln ein, "wenn die sonne den dom vergoldet" (was ich als die 'lyrischste' Stelle ansehe), wenn allerdings das Du zum Ich blickt, dann weiß das Ich jedes Wort, ist aber stumm. Der Sachverhalt ist klar, aber das Gedicht geht eben genau den umgekehrten Weg. Und ich bin mir nicht sicher, ob ich das gut finden kann. Ich empfinde es als irgendwie als "Kraftbremse". Vielleicht ist es das, was andere als "betulich" empfinden.

Verfasst: 24.02.2013, 20:59
von Niko
hallo in die runde,

...-manchmal zwingen einen auch freudige ereignisse ein wenig dazu, altgewohntes liegen zu lassen. ich bitte vielmals um entschuldigung, dass ich nicht schon eher geantwortet habe.
@amanita:
es geht doch in dem text darum, eine subjektive stimmung zu beschreiben. und die kann auch bei großem glücksgefühl einfach nur etwas bewusst machen. das hat erstmal nix damit zu tun, ob dann die auf einmal präsente sprache angewandt wird oder nicht. - oder habe ich dich jetzt irgendwie falsch verstanden???

@gabriella,
die sprachlosigkeit ist ja unter umständen auch dennoch denkbar. wenn man etwas weiß, redet man nicht unbedingt davon ;-)
es bliebe allenfalls die andere wendung, dass man alle worte vergisst beim anblick....das wäre - obschon gegensätzlich - vom gefühl her das gleiche. weißt du, wie ich das meine?

@nera.....-ja! die richtung ist in meine richtung... danke :-)

@flora, räuber:
also den 85jährigen, der sich in betrachtung eines doms und eines apfels ergießt, das lasse ich mal so stehen. das ist halt eine sichtweise, die man haben kann und gegen die man vor allem nicht argumentieren kann. flora - du hast recht: es klingt vielleicht etwas vermessen, dem lyrich etwas zuzuschreiben, das nur ganz wenigen auserlesenen zu teil wird, die breite masse also diese sprache überhaupt nicht kennt. es klingt überheblich? - ich denke nein. es gibt soviele, die lieblosigkeit haben, verstreuen. vielleicht kennen sie es nicht anders. mag sein. aber das ändert nichts am fakt. darüber hinaus glaube ich, dass jeder liebende sich in dieser beziehung als einmalig betrachtet. keiner sagt sich, dass es millionen menschen gibt, gab und geben wird, denen es auch so geht. nein: nur man selbst hat dieses tiefe gefühl, dass ich versuche hier zu beschreiben. apfel und dom weisen nicht zwingend in richtung christentum. der apfel steht ja nun eigentlich für die sünde. und dom ist ein machwerk der menschen und hat zumindest nichts mit christlicher religion zu tun. ein reifer apfel ist für mich etwas vollkommenes. und ich habe einmal den kölner dom gesehen, wie er in seiner wahnsinnigen größe, die irgendwo im himmel endet, in der nachmittagssonne wirklich golden strahlte....das sind vollkommene momente. für mich.

@herby - danke für deinen kommentar. das freut mich wirklich sehr!

liebe grüße: niko

Verfasst: 24.02.2013, 22:54
von birke
... ein dom hat nichts mit christlicher religion zu tun ...??? hä? :mrgreen:

und wenn du vom apfel in zusammenhang mit "sünde" sprichst, hat das sehr wohl auch mit der christlichen religion zu tun.
aber am apfel stör ich mich hier an sich nicht weiter, denn der steht für mich auch für sehr viel mehr.
aber der dom ...??

eigentlich mag ich dieses textlein, lieber niko, die grundidee ist sehr schön, aber anstelle des doms, wenn du denn nicht in die religiöse richtung willst, würde ich dann doch eine andere gebäudeart wählen. (oder vielleicht auch sogar ganz speziell den dom als "kölner dom" bezeichnen, denn dann kann man den gedanken, das flair des augenblicks tatsächlich erahnen!)

lg,
birke

Verfasst: 24.02.2013, 23:33
von Niko
ein dom ist ein gebäude. aber es hat nichts mit religion zu tun. mit glauben, mit dem, was der mensch sich daraus zusammenbastelt schon eher. ich bezweifle, das prunkbauten, die milliarden kosten und für seinen namen herhalten müssen, jesus´ ding wären. er würde es sicher lieber den armen, den aussätzigen und den kindern geben, die keine zukunftsperspektive haben.
das mit dem kölner dom ist ok, birke. das setze ich um. danke!

liebe grüße: niko

Verfasst: 25.02.2013, 08:00
von Amanita
Hm, ich weiß nicht, soll da wirklich "Kölner Dom" hin? Das wäre mir nun wieder zu kitschig.

Niko, ich verstehe allerdings auch nicht, dass Du sagen kannst "ein dom .... hat nichts mit religion zu tun". Natürlich ist Deine Kritik klar, auch berechtigt, und natürlich ist gerade der Kölner Dom ziemlich hypertrophiert. Aber Kirchenarchitektur hat mit Religion zu tun, ist christlich geprägte Kultur - auch wenn da massenhaft Geld verprasst wurde für bloße Angeberei, für das Anlocken von Pilgern/ Touristen usw. Wenn Du schreibst "dom", dann kommt das "erhaben-christlich" für den Leser rüber, auch wenn Du das so gar nicht haben willst. Ich gebe birke da recht: Wenn Du das religiöse Moment ausschalten willst, dann musst Du ein anderes Gebäude nehmen - und wenn es der Kölner Dom (wirklich) war, denn Du im Sonnenlicht golden empfunden hast. Für uns Leser spielt diese Wirklichkeit aber eben keine Rolle, wir fangen sofort an zu assoziieren, sehen den Apfel und en Dom im Zusammenhang - im religiösen Zusammenhang.