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ende november
Verfasst: 26.11.2012, 21:04
von ecb
blattlos stehst du da, deine kleinen, roten äpfel
will niemand, sie hängen an dir,
bis sie aus schierer übersättigung
sich ins gras fallen lassen
frag mich was leichteres und verzeih
daß ich manches nicht mehr so genau wissen will
dankbar für jeden augenblick
der mit gar nichts zu tun hat
Verfasst: 26.11.2012, 21:32
von Niko
hallo eva,
bei "frag mich was leichteres" (was ich ziemlich naja.....umgangssprachlich bis platt finde), frage ich mich, was der baum denn gefragt hat?
wie wäre es, wenn du es weglässt? das gedicht würde die ernsthaftigkeit behalten und würde nicht aus der stimmung gerissen.
was denkst du über die version?
liebe grüße: niko
blattlos stehst du da, deine kleinen, roten äpfel
will niemand, sie hängen an dir,
bis sie aus schierer übersättigung
sich ins gras fallen lassen
verzeih
daß ich manches nicht mehr so genau wissen will
dankbar für jeden augenblick
der mit gar nichts zu tun hat
Verfasst: 27.11.2012, 19:34
von Ylvi
Hallo Eva, Niko,
ich mag es genau, wie es ist, bitte nichts ändern.
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Niko hat geschrieben:bei "frag mich was leichteres" (was ich ziemlich naja.....umgangssprachlich bis platt finde), frage ich mich, was der baum denn gefragt hat?
Ich höre ganz viele:
Warum?Für mich fällt die Zeile nicht heraus, ich finde sie auch nicht platt, sondern "vertraut", ungekünstelt. Ohne sie und mit einem Einstieg mit dem "verzeih" wäre es mir zu dramatisierend und hart, dann hätte ich Schwierigkeiten damit, es "ernst" zu nehmen, oder es bekäme einen ironischen, anklagenden Klang.
Wie es da steht, ist es für mich ernsthaft und leise, sehend, stehenlassend. Ein tragendes Bild, das mir auch ein Gefühl für das LIch vermittelt, bei dem ich Mimik und Gestik "spüren" kann, ohne, dass sie benannt werden.
Schön gemacht!
Liebe Grüße
Flora
Verfasst: 27.11.2012, 21:57
von ecb
Nein, ich werde nichts ändern, Flora, denn deine Lesart sagt mir, dass es genau so wahrgenommen werden kann, wie es intendiert war.
Denn, Niko, die von dir monierte umgangssprachliche Wendung und das, worauf sie deutet, das nur Implizierte, dieses Mittel ist es für mich, welches das Ganze erträglich macht, wenn man alles an einem solchen Novembertag ziemlich unausstehlich findet und versuchen muss, dazu eine Haltung, ein wenig Abstand zu gewinnen.
Vielen Dank euch beiden und liebe Grüße
Eva

Verfasst: 28.11.2012, 08:20
von pjesma
sehr schön

Verfasst: 30.11.2012, 19:22
von ecb
danke, pjesma

Verfasst: 30.11.2012, 19:35
von Estragon
Ja, bloß hinweg mit zu viel Ernst...

Verfasst: 30.11.2012, 19:46
von ecb
Naja, lustig macht es das grad nicht ...

Verfasst: 30.11.2012, 20:01
von Estragon
nein lustig nicht, aber die zeile
frag mich was leichteres und verzeih
macht es doch ein wenig leichter
oder?
Verfasst: 30.11.2012, 20:06
von ecb
Jetzt weiß ich, wie du es meintest, Estragon - danke dir!

Verfasst: 30.11.2012, 22:29
von RäuberKneißl
Hallo Eva,
ich finde den 'Dialog' sehr charmant, eine Begegnung, die einen davon absehen lässt, dass die Äpfel nicht dafür wachsen, dass sie gegessen werden.
Bei den 'kleinen roten Äpfeln' assoziierte ich einen Zierapfel - die aktuell oft kahl, aber noch übersättigt mit Äpfeln in der Gegend herumstehen - was mich in die Irre führte. Bei dem Ausdruck 'schiere Übersättigung' könnte ich mir vorstellen, dass es noch schönere Varianten gäbe (ohne momentan eine nennen zu können).
Grüße
Franz
Verfasst: 02.12.2012, 18:50
von ecb
Für mich sind es die sozusagen vergessenen Äpfel an einem vernachlässigten alten Baum, Franz.
Und das mit dem "übersättigt" stellt eher keinen Anspruch auf Schönheit, damit wollte ich etwas anderes.
Danke dir!
Eva

Verfasst: 03.12.2012, 10:40
von Klimperer
Hallo Eva,
dein Gedicht gefällt mir sehr gut. Ich kann mir diesen "Dialog" gut vorstellen.
Was wird der kleine Baum sagen, wenn der Frühling wieder kommt?
Verfasst: 03.12.2012, 14:34
von ecb
Er wird den Kopf schütteln und dann einfach weitermachen, was er immer schon gemacht hat: Äpfel.

Danke dir, Carlos, und liebe Grüße
Eva
