sagen von glück

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
ecb

Beitragvon ecb » 10.11.2012, 14:45

spätestens dann
reichst du hin
wenn die liebe wort geworden

wir befinden uns in einem weitschweifigen
monolog mit der

örtlichkeit?

die nicht spürt

und können von glück sagen
zusammen
eins
am
en

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fenestra
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Beitragvon fenestra » 14.11.2012, 21:34

Sprachlich sind an diesem Text für mich vor allem die Kontraste reizvoll:

Erst kommt so ein Gemeinplatz ("die liebe wort geworden"),

dann aber "in einem weitschweifigen monolog mit der örtlichkeit".

Das ist ein Oxymoron, denn einen Monolog hält man allein und nicht mit jemandem/etwas. In diesem Fall heißt das für mich, jemand glaubt, mit jemandem zu sprechen, da ist aber niemand mehr. Nur noch der Ort.

Dazu passt das "eins/am" am Ende sehr gut. Du willst dann mit "am/en" enden, dieses Buchstabenspiel finde ich einerseits sehr interessant, andererseits kann man auch "einsamen" daraus lesen, das ist widerum (unfreiwillig?) komisch.

Die Einsamkeit lässt den ersten Absatz wieder in anderem Licht erscheinen. Die Liebe ist Wort geworden und weiter nichts. Jeder ist wieder einsam. Da schließt sich der Kreis. Bleibt die etwas seltsame Formulierung "reichst du hin". Das verstehe ich nicht und habe auch keinerlei Assoziationen dazu.

Ansonsten Stoff für ein paar anregende Gedankenspiele.

Viele Grüße
fenestra

ecb

Beitragvon ecb » 18.11.2012, 17:53

Vielen Dank für dein genaues Lesen, fenestra, darüber freue ich mich.

Das "reichst du hin" ist sowohl als Feststellung eines Zustands gemeint, auf den man endlich aufmerksam geworden ist, ein Genügen also, das vielleicht Folgen zeitigen kann, wie auch als Geste, die im Bildgehalt des Ausdrucks mitenthalten ist.

Liebe Grüße
Eva


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