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wurzeltief

Verfasst: 30.10.2012, 17:00
von Niko


wurzeltief


am abhang des traumes
ein mondwort
dein name herzgemeißelt
unter kies und geröll
abrufbereit wie ein blumenlicht
wie gedankenduft aus verholzenden jahren

ich trage dich wurzeltief
fasersplittrig
wie ein kühlendes feuer
durch meine randlosen lebensschatten
bis zum abhang des lebens



.

Verfasst: 30.10.2012, 20:52
von Max
Lieber Niko,

es freut mich zu sehen, dass Du nichts verloren hast.

Woret wie "Wurzeltief" oder "verolzende jahren" verögen mich noch immer in den Bann zu ziehen. Die "Mondworte" sind mir ein wenig zu viel, aber das ist wohl Geschmackssache.

Liebe Grüße
Max

Verfasst: 31.10.2012, 17:43
von Niko
danke für deine antwort, max!

was meinst du mit "nichts verloren"?

mit den mondworten warte ich mal ab, was die allgemeine resonanz so bringt.

liebe grüße

niko (schön, dich wieder zu lesen)

Verfasst: 31.10.2012, 19:08
von Max
Hallo Niko,

oh, "nichts verloren" ist vielleicht eher ein persönlicher Kommentar, denn ich bin mir nicht sicher, ob ich derzeit gut Lyrik schreiben könnte. Du jedenfalls schreibst mit gewohnter Kraft.

Liebe Grüße
Max

Verfasst: 31.10.2012, 19:32
von Amanita
Hallo Niko, ich melde mich mal, obwohl ich hin- und hergerissen bin. Ich finde, hier tritt beinahe jede Zeile mit der nächsten in Konkurrenz, zu sehr in Konkurrenz. Mich überfordert dieses Überbordende.
Das mondwort stört mich gar nicht, den Anfang mag ich sehr - bis name. Schöne, weiche Worte, die mich sogar den traum ertragen :) lassen, weil er für mich überzeugend da steht. Aber mit herzgemeißelt habe ich arge Probleme, jedenfalls wenn kies und geröll folgen, und das blumenlicht kriege ich leider überhaupt nicht "geregelt", das doppelte wie auch nicht ... ach, irgendwie wird für mich alles viel zu voll.

ich trage dich wurzeltief ... bis zum abhang des lebens finde ich wieder gut, während mir dazwischen leider zuviel "Patchwork" passiert. Ja, wie kostbare Stoffe, die aneinandergenäht sind und sich nicht (nur) gut ergänzen, so wirkt Dein Text auf mich.

Verfasst: 03.11.2012, 09:00
von Niko
hallo max,

vielleicht täuscht das ein wenig, von wegen "mit gewohnter kraft", max. zwischendrin habe ich ganz schöne flauten und immer wieder und immer mehr die sorge, dass das alles verloren geht. dann entstehen aber doch noch manchmal (zum glück) gedichte, die mir selbst zeigen: da geht noch was! - und darüber bin ich einfach nur froh! die qualität kann ich nie beurteinen. unsicherheit vielleicht. und ich bin ja nie objektiv dem eigenen gedicht gegenüber.
ich lese aus deinen zeilen, dass du eine ziemlich bescheidene zeit hinter dir hast. oder noch drinsteckst. ich hoffe und wünsche dir, dass sich das einzig und alleine auf´s schreiben bezieht!

hallo amanita,
der patchwork-vorwurf ist schon hart. vielleicht hast du damit aber ja völlig recht? immerhin bin ich so ziemlich im thema geblieben. vielleicht ist die bilderflut zu erdrückend? es sollte einen hauch an celan erinnern. an seinen stil. aber ich wollte den spagat hinkriegen, dass es zeitgleich mein stil bleibt. eine verwebung sozusagen, um in deinem textil-bild zu bleiben. das "blumenlicht" fand ich jetzt mal gerade besonders schön :cool:
auch wenn ich jetzt an dem text zunächst nichts ändere, so bedeutet das nicht, dass ich kritiken ignoriere. ich nehme das sehr ernst und zu herzen, was du da schreibst, amanita. und so innendrin bei mir hab ich da so ein widerwilliges nicken an der stelle deiner kritik:
hier tritt beinahe jede Zeile mit der nächsten in Konkurrenz, zu sehr in Konkurrenz. Mich überfordert dieses Überbordende.


nach einer (wieder einmal!) ziemlich plagenden schreibflaute hatte ich vielleicht innerlich eine bilderflut, die jetzt ungebremst ausgebrochen ist...

danke für deine kritik!

schönes wochenende euch beiden wünscht:niko

Verfasst: 03.11.2012, 09:26
von Amanita
Hallo Niko, ein "Vorwurf" war und ist es eigentlich nicht, es handelt sich nur um die Wirkung auf mich, die ich zu begründen versuche. Anhand des blumenlichts kann ich vielleicht noch einmal mehr ins Detail gehen: Für mich ein interessantes Wort, das aber in einem so bunten, ja fast prallen Zusammenhang mehr oder weniger untergeht bzw. einen zu süßlichen Anstrich (für mich!) bekommt, was vermutlich daran liegt, dass es zwischen herzgemeißelt und gedankenduft eingebettet ist. Und mehr noch: abrufbereit ist für mich eine Art Störfaktor, den ich allerdings nicht als stark genug empfinde, einen Bruch innerhalb des (mir zu) "süß schmeckenden" Teils hervorzurufen. Mich lässt es eher ratlos zurück, zumal ich mir unter blumenlicht etwas vorstelle, das eins nicht ist: abrufbereit. Entweder ist es - für mich - so etwas wie ein Grablicht oder ein "beleuchtetes" Blumenbeet bei tief stehender Sonne, vielleicht vor einem Gewitter (wenn das Licht besonders intensiv zu sein scheint als Kontrast vor dem sich schwärzenden Himmel). Durch den Zusatz "... wie" wird eine Selbstverständlichkeit vermittelt, die ich nicht teilen kann; daher mein ratloser Eindruck.
Der Anfang, wie gesagt, wirkt auf mich ganz anders, rund; da stelle ich mich nicht die Frage, ob der Traum einen Abhang hat - er hat einfach! Und ich finde schön, dass dieser abhang - diesmal bezogen auf das Leben - am Schluss noch einmal aufgenommen wird. Das "versöhnt" auch irgendwie!

Verfasst: 03.11.2012, 12:41
von Niko
das finde ich jetzt interessant, amanita!
das "blumenlicht" ist etwas, was für mich aus der erinnerung fungiert. somit ist es abrufbereit. und habe es dann noch versucht lyrisch zu erklären, zu erweitern: wie ein gedankenduft aus vergangenen jahren. so wie man einen duft wieder abrufen kann - oder anders gesagt, er auf einmal wieder auftaucht - so kann man auch das "blumenlicht" dessen vorkommnis du hervorragend erklärt hast (maler halt;-) ) wobei es nicht unbedeutend ist, dass es sich bei "blumenlicht" um kein substantiv handelt.

liebe grüße: niko
PS: naja patchwork ist nicht erstrebenswert in der lyrik für mich. somit ist es FÜR MICH schon ein vorwurf. aber das wort vorwurf hat jetzt keine dramatische kraft in dem zusammenhang!

Verfasst: 03.11.2012, 12:59
von Amanita
ein blumenlicht - kein Substantiv? Wer oder was steht mir das gerade auf der Leitung? Worauf bezieht sich das "ein"?

Verfasst: 03.11.2012, 13:31
von Niko
ich, amanita.......ich hab mist erzählt. natürlich substantivisch!!!!!

sorry.....zerstreute grüße: niko

Verfasst: 03.11.2012, 14:03
von Amanita
Lach, Niko, so kann's gehen!