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Spinniges

Verfasst: 26.10.2012, 18:53
von Eliane
Spinniges


Tausend Spinnen, sollt’ man meinen
scheinen sich bei mir zu treffen
sich im Spinnen zu vereinen
mit Onkeln, Tanten, Nichten , Neffen

Die Kleinen werden angeleitet
zwischen Stuhlbeinen zu weben
und zum Tischbein ausgeweitet
wird das Netz, mit großem Streben.

Zwischen dem Klavier und Hocker
leuchten Silberfäden fein.
Ungestört spinnt es sich locker
wenn niemand sonst den Platz nimmt ein.

Auch in meiner Blumenbank
scheint es ihnen gut zu gehen,
zwischen Orchideen, schlank
und den pickenden Kakteen.

Sogar im Kamingemäuer,
in den breiten Fugenritzen,
sitzen kleine Ungeheuer
und sie können ganz schnell flitzen!

Zwischen Balken an der Decke
find’ ich ihre Hängebrücken.
Im Sonnenlicht nur zu entdecken,
darf der Staubsauger sie pflücken.

Eines stimmt mich doch versöhnlich:
Kleine Mücken sind gefangen,
die an meinem Obst gewöhnlich
sich gütlich tun, ganz unbefangen.

Und an exponierter Stelle
bleibt ein Netz mal aufgehängt,
als Falle für den Fall der Fälle,
dass manche Mücke sich verfängt.

Verfasst: 27.10.2012, 00:16
von fenestra
Liebe Eliane,

ja, so sieht es auch bei mir zuweilen aus - und wenn ich ehrlich bin, gehe ich manchmal erst mit dem Kescher durch die Ecken und transportiere die zarten Zitterspinnen nach draußen, bevor der Staubsauger in Aktion tritt. Aber wer weiß, ob das überhaupt die bessere Lösung für die Spinnen ist?

Jedenfalls mag ich dein Gedicht, dass den Spinnen bis in die Ecken nachstellt und sehr lebendig ihr Tun beschreibt. Solche kleinen Lebewesen verdienen allemal, im Gedicht aufzutauchen - bevor man sie aufsaugt. ;)

Ein paar kleine Stellen in deinem schönen Textnetz würde ich metrisch noch ausbessern:

Tausend Spinnen, sollt’ man meinen
scheinen sich bei mir zu treffen
sich im Spinnen zu vereinen:
Onkel, Tanten, Nichten, Neffen

Kleine werden angeleitet
zwischen Stuhlbeinen zu weben
und zum Tischbein ausgeweitet
wird das Netz, mit großem Streben.

Zwischen dem Klavier und Hocker
leuchten Silberfäden fein.
Ungestört spinnt es sich locker
niemand nimmt den Platz hier ein.

...

Zwischen Balken an den Decken
find’ ich ihre Hängebrücken.
die sich nach der Sonne strecken
und der Staubsauger darf pflücken!

Eines stimmt mich doch versöhnlich:
Kleine Fliegen sind gefangen, (wenn du Fruchtfliegen meinst)
die an meinem Obst gewöhnlich
Säfte saugen, unbefangen.

Und an exponierter Stelle
bleibt ein Netz mal aufgehängt,
Falle für den Fall der Fälle,
dass manche Mücke sich verfängt.

Viele Grüße
fenestra

Verfasst: 27.10.2012, 08:56
von Eliane
Liebe Fenestra,

ich danke dir für deine Vorschläge und übernehme sie gerne!

Für folgenden Vers hätte ich noch zwei weitere Vorschläge als dritte Zeile

Zwischen Balken an den Decken
find’ ich ihre Hängebrücken.

die sich nach der Sonne strecken oder

die sich in der Sonne necken oder

die im Sonnenschein sich necken

und der Staubsauger darf pflücken!

Was meinst du/meint ihr?

Grüße ins Netz :-),
Eliane

Verfasst: 02.12.2012, 17:27
von fenestra
Huhu, Eliane,

sorry, dass ich hier den (Spinnen-)Faden verloren hatte. Wenns dir noch nützt: Ich bleibe bei "die sich nach der Sonne Strecken", denn es geht ja um die Hängebrücken und die können sich nicht wirklich necken.

Es freut mich, dass du ansonsten meine Vorschläge gebrauchen konntest. Anscheinend sind wir beide die einzigen Spinnenfreundinnen hier. ;)

Viele Grüße
fenestra

Verfasst: 05.12.2012, 12:09
von Lilo
Hallo Eliane,
ich finde Dein Gedicht gut, so wie es ist. Es lässt sich flüssig lesen und bringt einen zum schmunzeln.
Da ich Spinnen sehr mag und nützlich finde hoffe ich, dass der Staubsauger nicht zu viele pflückt. Da kommen wir auch gleich dazu, dass Du Gott sei Dank ein versöhnliches Ende gefunden hast. :)
Viele Grüße.