Blaubart
Von jedem Wort
hast du das Leben
abgewaschen
der weiße Klang
berührt mein Ohr
und du pickst Reste auf
du tupfst und wischt
mein Betteln weg
kehrst es
in diese Kammer
die Tür schließt nicht
schiebst einen Schrank davor
und gehst
Blaubart
-
Niko
also, meine liebe amanita....
die erste strophe finde ich großartig!
in der zweiten verstehe ich nicht. das aufpicken der reste will mir a) nicht eine verbindung herstellen zum dadrüber, b) wirkt es ein kleines bischen ungelenk. kann nicht sagen warum. es wirkt einfach auf mich so.
tupst und wischSt mein betteln weg - da weiß ich auch nicht, wohin du damit deuten willst.
die letzten absätze hätte ich anders angenehmer empfunden:
du tupfst und wischst
mein Betteln weg
kehrst es
in diese Kammer
die Tür schließt nicht
schiebst einen Schrank davor
und gehst
die letzte strofe finde ich (nur vom ausdruck her) die schlechteste. auch hier: reine empfindungssache.
vielleicht täte es dem text gut, wenn du nicht in einem du-bezug schreiben würdest, sondern mit er-bezug. also:
Blaubart
Von jedem Wort
hat er das Leben
abgewaschen
der weiße Klang
berührt mein Ohr
und er pickt die Reste auf
er tupft und wischt
mein Betteln weg
und kehrt es
in diese Kammer
die Tür schließt nicht
einen Schrank schiebt er davor
und geht
imperfekt wäre zudem auch eine überlegung wert.....
so.das ist meine sicht. momentanes empfinden. hör dir lieber an, was andere dazu meinen. ich kommentiere auf die schnelle, muss gleich los, bin etwas in eile und ergo auch nicht höchstkonzentriert...
liebe grüße: niko
die erste strophe finde ich großartig!
in der zweiten verstehe ich nicht. das aufpicken der reste will mir a) nicht eine verbindung herstellen zum dadrüber, b) wirkt es ein kleines bischen ungelenk. kann nicht sagen warum. es wirkt einfach auf mich so.
tupst und wischSt mein betteln weg - da weiß ich auch nicht, wohin du damit deuten willst.
die letzten absätze hätte ich anders angenehmer empfunden:
du tupfst und wischst
mein Betteln weg
kehrst es
in diese Kammer
die Tür schließt nicht
schiebst einen Schrank davor
und gehst
die letzte strofe finde ich (nur vom ausdruck her) die schlechteste. auch hier: reine empfindungssache.
vielleicht täte es dem text gut, wenn du nicht in einem du-bezug schreiben würdest, sondern mit er-bezug. also:
Blaubart
Von jedem Wort
hat er das Leben
abgewaschen
der weiße Klang
berührt mein Ohr
und er pickt die Reste auf
er tupft und wischt
mein Betteln weg
und kehrt es
in diese Kammer
die Tür schließt nicht
einen Schrank schiebt er davor
und geht
imperfekt wäre zudem auch eine überlegung wert.....
so.das ist meine sicht. momentanes empfinden. hör dir lieber an, was andere dazu meinen. ich kommentiere auf die schnelle, muss gleich los, bin etwas in eile und ergo auch nicht höchstkonzentriert...
liebe grüße: niko
Hallo Amanita,
der Blaubart thront da so mächtig drüber, dass ich es schwierig finde, das Gedicht nicht in diese konkreten Bezüge zu setzen, aber es gelingt mir eben dann auch nicht, also eiere ich ein wenig im Gedicht herum..gif)
Die erste Strophe finde ich klasse, sie funktioniert auch ohne Blaubart. Mit Blaubart sehe ich einen Schlüssel-Worte-Vergleich und frage mich, ob das "abgewaschen" auf die Zauberkraft anspielt? Denn ursprünglich ließ sich der Schlüssel ja nicht vom Blut reinigen, was sie verraten hat?
Diese Strophe verstehe ich weder mit noch ohne Blaubart. Da frage ich mich dann, ob ich etwas im Märchen vergessen/übersehen habe. Den weißen Klang kann ich innerhalb des Gedichtes noch den Worten zuordnen, aber welche Reste? Und warum pickt er sie auf? Das klingt, als ob er sie dann essen würde?
Wie im Märchen geht er ... soll ich mir den restlichen Verlauf anhand des Märchens denken?
Auch wenn ich den einzelnen Fäden nachgehe, ich weiß einfach nicht, was mir das Gedicht erzählen will ... ich würde es aber gerne verstehen. :) Vielleicht magst du noch etwas dazu schreiben?
Liebe Grüße
Flora
der Blaubart thront da so mächtig drüber, dass ich es schwierig finde, das Gedicht nicht in diese konkreten Bezüge zu setzen, aber es gelingt mir eben dann auch nicht, also eiere ich ein wenig im Gedicht herum.
.gif)
Die erste Strophe finde ich klasse, sie funktioniert auch ohne Blaubart. Mit Blaubart sehe ich einen Schlüssel-Worte-Vergleich und frage mich, ob das "abgewaschen" auf die Zauberkraft anspielt? Denn ursprünglich ließ sich der Schlüssel ja nicht vom Blut reinigen, was sie verraten hat?
der weiße Klang
berührt mein Ohr
und du pickst Reste auf
Diese Strophe verstehe ich weder mit noch ohne Blaubart. Da frage ich mich dann, ob ich etwas im Märchen vergessen/übersehen habe. Den weißen Klang kann ich innerhalb des Gedichtes noch den Worten zuordnen, aber welche Reste? Und warum pickt er sie auf? Das klingt, als ob er sie dann essen würde?
Das "tupfst und wischst" ist zumindest schwierig auszusprechen, ich weiß nicht, ob das so beabsichtigt ist, ob du genau diesen zischenden Klang wolltest? Nach dem Reinigen der Worte nun das Reinigen der Frau? Ich sehe ihn mit einer Serviette ihren Mund abwischen. Aber warum und worum bettelt LIch? Nach Blut, nach "dreckigen", lebendigen Worten, nach den Resten, nach Liebe, nach Antworten? Kann man ein Betteln, das man wegtupfen und wischen kann, kehren? Das eine scheint mir etwas Flüssiges zu sein, das andere etwas Festes?du tupfst und wischt
mein Betteln weg
kehrst es
Das ist jetzt wieder so nah am Märchen, dass es schwierig ist, es nicht einzubeziehen. Aber auch da tauchen Fragen auf, die ich mir nicht aus dem Text oder dem Märchen heraus beantworten kann. In der Kammer liegen soweit ich mich erinnere die ermordeten/gefangenen vorherigen Frauen. Warum aber schließt die Tür in deinem Gedicht nicht (mehr)?in diese Kammer
die Tür schließt nicht
schiebst einen Schrank davor
und gehst
Wie im Märchen geht er ... soll ich mir den restlichen Verlauf anhand des Märchens denken?
Auch wenn ich den einzelnen Fäden nachgehe, ich weiß einfach nicht, was mir das Gedicht erzählen will ... ich würde es aber gerne verstehen. :) Vielleicht magst du noch etwas dazu schreiben?
Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)
Es geht um einen Menschen/ Mann, der nichts von sich erzählt, der seine - ob dramatische oder belanglose - Vergangenheit einfach nicht offenbart. Nicht die Frau wischt den blutigen Schlüssel ab (wie in der Geschichte), sondern der Mann: Er reinigt jedes Wort, bevor er es ausspricht, weil er auf diese Weise eine "weiße Weste" vorzeigen will. Immer wenn er noch etwas findet - einen Rest seiner Vergangenheit - hebt er es auf, selbst das winzigste Stäubchen. Das Ich bettelt, weil es, vielleicht aufgrund einer interessanten (Rest-)Spur, mehr wissen will, aber "er" räumt sogar das Bitten weg in diese Blaubart-Kammer, wohin er all seinen (Erinnerungs-)Müll aufbewahrt, so viel, dass die Tür schon nicht mehr zu geht.
Hallo Amanita,
Liebe Grüße
Flora
Das wird für mich nicht klar. Vielleicht, weil das "jedem" für mich keine Rest mehr übriglässt und weil die Vergangenheit nicht erwähnt wird? Auch war mir nicht klar, dass sich das abwaschen nur auf seine Worte bezieht. Vielleicht ist es einfach ein wenig zu sehr verdichtet? Ich würde es noch mal unter die Lupe nehmen und schauen, ob das, was dir wichtig ist, für dich wirklich noch in den Zeilen lesbar ist.Immer wenn er noch etwas findet - einen Rest seiner Vergangenheit - hebt er es auf, selbst das winzigste Stäubchen.
Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)
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