hallo, franz,
ja, da sind sehr starke passagen drin und die herrlich klaren Nächte atmen aus diesem gedicht. dennoch bleibe ich an einigen stellen hängen und finde, es würde sich lohnen, den text etwas zu überarbeiten:
der kinderatem liest sich komisch. ich lese immer kin-de-ra-tem. und mag das wort auch nicht wirklich.
unzählbar sind einstweilen tags
weil das hier am ende der zeile steht, abgesetzt durch den umbruch, lese ich es immer als nomen: TAGS (von dem begriff TAG aus der informatik). es ist ja durchaus heute nicht ungewöhnlich, solche begriffe in gedichten zu finden. vielleicht besser "tagsüber" oder "am tag".
galaxien schwarzer brombeeren - naja, ein bisschen dick aufgetragen und trifft es auch nicht wirklich. galaxien sind spiralnebel.
und sind denn diese galaxien eingeschlossen im glaskörper? auch hier stockt für mich der sinnfluss ein wenig.
der lichtnägel zartes kratzen
das zarte kratzen der lichtnägel wäre mir lieber, als dieser altertümliche genitiv.
mit der letzten zeile gebe ich scarlett recht: das ist hier wirklich nicht nötig. es ist einfach nur kitschig und ausgeleiert. entweder BIN ich beim betrachten der sterne glücklich, oder eher ehrfürchtig, vielleicht sogar etwas ängstlich, verloren. du schreibst anfangs ja selbst, sie seien "noch ohne gewalt". wer weiß, irgendwann schlägt hier einer ein ...
das gefühl, dass sich einstellt, sollte sich aus dem text selbst heraus ergeben und nicht mit der letzten zeile dem leser aufgedrückt werden.
findet - mit vielen Grüßen -
fenestra