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Regentag am Niederrhein

Verfasst: 16.10.2012, 18:13
von Amanita
Regentag am Niederrhein

Ich meine, dieses Gewölk
hängt vom Himmel
bis zu mir auf die Fußspitzen,
legt sich wie eine Daunendecke in Grau
über meine verregnete Seele -

Verfasst: 17.10.2012, 11:32
von birke
Ich meine, das ist ein fein gezeichnetes Bild, das vor meinem Auge entsteht; sehr gut vorstellbar!

Allerdings irritiert mich tatsächlich etwas dieses "Ich meine" zu Beginn ... ob du das hier überhaupt brauchst ...?
Ansonsten - ja!

LG,
diana

Verfasst: 17.10.2012, 11:41
von Amanita
Hallo birke, danke für Dein Anstupsen.

Da es "nur" ein Regentag ist, will ich ihn auf keinen Fall dramatisieren. Das Ich soll (oder will) schon beteuern, dass es nicht depressiv ist und durchaus imstande, einen Schirm aufzuspannen. Das Ich meine soll für mich eine gewisse Distanz zu sich selbst schaffen. Nur so habe ich es mir auch erlaubt :), einen Begriff wie "Seele" mit reinzunehmen.

Mir ging es mehr um das "brr" beim Blick in die Landschaft - die ja momentan mein Thema ist (hast Du vielleicht schon gesehen).

Verfasst: 17.10.2012, 13:18
von ferdi
Hallo Amanita,

das ist in meinen Augen und Ohren einer von den Texten, den man auf jeden Fall schreiben und auf gar keinen Fall vorzeigen sollte. Lass deinen zukünftigen Biographen doch die Chance, etwas in deinem Nachlass zu entdecken ...

Ferdigruß!

Verfasst: 17.10.2012, 13:23
von birke
Ja, hab ich gesehen, Amanita. :-)
Dennoch meine ich ;), käme der Text besser ohne aus ... oder aber vielleicht eher mit einem "ich denke (mir), ..."?
Dieses "ich meine" klingt in meinen Ohren hier einfach etwas seltsam, aber das mag ja nur mir so gehen.

lg, diana

Verfasst: 17.10.2012, 13:37
von Amanita
Hallo birke, ja, ich habe vieles durchgespielt, kam aber immer wieder zur Anfangsversion.

Ferdi, hallo, hab Dank für Dein etwas kryptisches Statement. Mehr als eine Skizze - Wolken in Niederrheinlandschaft - sehe ich darin natürlich nicht. Aber auch Skizzen werden (selten, aber durchaus) mal ausgestellt.

Verfasst: 17.10.2012, 14:04
von Amanita
@ birke: (?)

So, als hinge
dieses Gewölk
mir bis auf die Fußspitzen
legte sich wie eine Daunendecke
in Grau über meine
verregnete Seele -

Verfasst: 17.10.2012, 14:59
von birke
ja, fänd ich besser so!
(wäre sogar ohne das "so" vorweg denkbar.)

lg, birke

Verfasst: 18.10.2012, 21:00
von pjesma
hallo , mir gefällt die erste version aus folgenden gründen:
es kommt locker daher, genau mit diesem normalgesprächbezeichnendem ich meine, als würde das gedicht als eine squenze aus einem längerem gespräch oder einem längerem schweigen herausgezogen, ich fühle mich unmittelbar hineingezogen, als wäre ich die jenige die daneben läuft und schweigt oder redet...ich hätt sogar ein stückchen weiter gegangen um das "sequenzenhafte" zu betonen, und am anfang und ende noch die "..." einfügen...als zeichen dass da noch mehr gesagt oder verschwiegen wurde, davor, und dannach...aber nur DER satz ist der kern das der leser zu hören bekommt...
lg, pjesma

Verfasst: 18.10.2012, 21:08
von Amanita
Liebe pjesma, so ähnlich war auch meine Intention. Ob ich mit den Pünktchen "leben" könnte, weiß ich noch nicht! Meinst Du so?

Regentag am Niederrhein

... ich meine, dieses Gewölk
hängt vom Himmel
bis zu mir auf die Fußspitzen,
legt sich wie eine Daunendecke in Grau
über meine verregnete Seele ...

Verfasst: 18.10.2012, 21:17
von pjesma
ja, so dachte ich...können auch striche sein wie du zum schluß schon gemacht hast...nur halt "grafisch"angedeutetes "hängen im luft" dieses besonderen satzes...