Pestwarnung

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Benutzeravatar
Amanita
Beiträge: 5886
Registriert: 02.09.2010
Geschlecht:

Beitragvon Amanita » 24.09.2012, 13:06

Verstecken ist aktiviert
Um diesen versteckten Text lesen zu können, mußt du registriert und angemeldet sein.

Benutzeravatar
Amanita
Beiträge: 5886
Registriert: 02.09.2010
Geschlecht:

Beitragvon Amanita » 25.09.2012, 08:35

... vielleicht sollte ich einen anderen Titel nehmen ... :mrgreen:

Benutzeravatar
Zefira
Beiträge: 5755
Registriert: 24.08.2006

Beitragvon Zefira » 25.09.2012, 08:44

Hallo Amanita,
mir gefällt der Titel, der etwas Archaisches hat, mir gefällt auch das Gedicht - sogar sehr! Ich habe es schon vorgestern gelesen. Aber mein Gefallen ist rein emotional, ich weiß nicht mehr dazu zu sagen als "gefällt mir", deshalb habe ich geschwiegen ...
:a050: Grüße von Zefira
Vor der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.
Nach der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.

(Ikkyu Sojun)

ecb

Beitragvon ecb » 25.09.2012, 09:18

Mir geht es ein wenig wie Zafira mit diesem Gedicht, Amanita. Mein Eindruck ist, daß es aus einer Romanlektüre erwachsen sein könnte, und daß du versuchst, der Athmosphäre eine übertragene, auch autobiografische Bedeutung "zuzuschreiben". Diese aber bekomme ich auch nach wiederholter Lektüre nicht zu fassen, nicht einmal ansatzweise, da muß ich passen. Was nicht hindert, daß ich den Text seiner formgebenden Qualitäten wegen gern gelesen habe. Aber vielleicht können mir weitere Leserreaktionen auch im Inhaltlichen auf die Sprünge helfen.

Dies erstmal mit lieben Grüßen
von Eva

Benutzeravatar
Amanita
Beiträge: 5886
Registriert: 02.09.2010
Geschlecht:

Beitragvon Amanita » 25.09.2012, 12:10

Danke, Ihr Zwei.

Ich meinte genau das mit dem Titel: er müsste mehr/ genauer auf die Thematik hinweisen (können), die man aber mit einem Wort nicht umschreiben kann. Eine Vorlage, beispielsweise in Romanform, habe ich nicht, sondern Grundlage sind nur eigene Beobachtungen. Ich verflechte "Mittelalterliches" mit einem Blick in die Zukunft. Bzw. ich sehe Tendenzen, dass sich eine moderne Gesellschaft auch deutlich "rückentwickeln" kann. Da ich es durchaus als Warnung verstehen will, ergab sich daraus der Titel. Noch lieber hätte ich aber, s. o., einen, der den Leser schon auf die richtige Fährte setzt.

Benutzeravatar
Zefira
Beiträge: 5755
Registriert: 24.08.2006

Beitragvon Zefira » 25.09.2012, 12:22

Ich könnte mir vorstellen, dass es um Stigmatisierung geht, um Rassismus, möglicherweise auch um die Verbeitung von AIDS in Afrika - aber dem möchte ich lieber nicht so genau auf den Grund gehen. Bei mir erzeugt das Gedicht ein sehr romantisches, mittelalterliches Bild, auch weil er vage Erinnerungen wachruft, aber das führt jetzt zu weit. Für eine enge Anbindung an aktuelle Probleme wäre mir das Gedicht vielleicht ein wenig zu "romantisch", darin steckt immer eine Gefahr.

Grüße von Zefira
Vor der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.
Nach der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.

(Ikkyu Sojun)

Benutzeravatar
Amanita
Beiträge: 5886
Registriert: 02.09.2010
Geschlecht:

Beitragvon Amanita » 25.09.2012, 12:30

Huch, "romantisch"??? Zefira, Du sprichst ja selbst von Stigmatisierung (stimmt ja auch, das ist mein Hauptanliegen, sie darzustellen) - und ich meine (gerade mit diesem Begriffsfeld), gerade die finsteren Seiten zweier Zeiten, herausgearbeitet zu haben. Was nicht unbedingt zur totalen Hoffnungslosigkeit führen muss: Das lyrische Ich bringt zwar eine gewisse Ergebenheit mit, seine Persönlichkeit könnte aber (noch) in die Geschehnisse einwirken. Nee, romantisch ... dann müsste das Gedicht in den Reißwolf.

Benutzeravatar
Zefira
Beiträge: 5755
Registriert: 24.08.2006

Beitragvon Zefira » 25.09.2012, 13:06

Romantisch ist das falsche Wort. Vermutlich meine ich genau das, was Du mit Ergebenheit meinst - eine gewisse Ästhetisierung der Ausweglosigkeit. Mir scheinen gerade die Worte zu fehlen ...
Vor der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.
Nach der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.

(Ikkyu Sojun)

ecb

Beitragvon ecb » 25.09.2012, 14:35

Es tut mir ja leid, wenn ich jetzt völlig daneben liege, Amanita, aber gleich vom ersten Lesen an habe ich eine Athmosphäre mit dem Gedicht verbunden, wie sie sich in den seit geraumer Zeit im Schwange befindlichen Mittelalterromanen mitteilt. Ich habe es mal mit Avalon von Marion Zimmer und mit einem Roman von Gordon versucht, darauf beschränken sich meine eigenen Kenntnisse des Genres, aber sie werden ja in vielen Foren ständig diskutiert und zum Vorbild für eigene Texte genommen. Ich will dir da wohlgemerkt überhaupt nichts unterstellen, aber ich fühlte mich durch dein Gedicht einfach unmittelbar dran erinnert - Muhme, Raben, Essenzen, Pest usw.
Unterstützt wird dieser Eindruck auch durch die Form, die nun wirklich etwas von romantischen Balladen hat.

Wenn du eine aktuelle Gesellschaftskritik beabsichtigt hast, so wird meiner Meinung nach leider durch diese beiden Elemente - Athmosphäre, Form - eher davon abgelenkt, so geht es mir jedenfalls.

Kann dir dazu leider im Moment nix anderes sagen, lasse mich aber gern eines Besseren belehren.

Liebe Grüße
Eva

Benutzeravatar
Amanita
Beiträge: 5886
Registriert: 02.09.2010
Geschlecht:

Beitragvon Amanita » 25.09.2012, 15:16

Hallo Eva, das darf doch sein! Ich wollte schließlich eine mittelalterliche Atmosphäre, da meine Hypothese ist: Es gibt Anzeichen dafür, dass wir wieder in Richtung Mittelalter "wandern" (wenn wir nicht aufpassen). Das wäre genau auch meine "Warnung" hier.

ecb

Beitragvon ecb » 26.09.2012, 21:02

Ich wollte ja nur sagen, daß das Gedicht auf mich die beabsichtigte Wirkung verfehlt - wie ich glaube, durch seine Stilmittel, die mich zu sehr ablenken von seiner zeitgenössischen Bedeutung. Ich kann es natürlich nur für mich so sagen, aber das Mittelalter verselbständigt sich hier zu sehr, weil die aktuellen Anspielungen (für mich) sehr verschlüsselt sind, ich verstehe sie einfach nicht. Vielleicht, wenn man diese etwas mehr verdeutlichte, konkretisierte ... aber ich weiß es leider auch nicht besser.

Nix für ungut!
LG Eva

Benutzeravatar
Zefira
Beiträge: 5755
Registriert: 24.08.2006

Beitragvon Zefira » 26.09.2012, 21:05

Die Schicksalsergebenheit, die aus dem Gedicht spricht, und die Amanita auch ausgedrückt wissen will, ist in gewisser Weise ihrem Wesen nach mittelalterlich. Von daher finde ich den archaischen Ton angebracht. Aber ich stimme Eva zu, es fehlt ein Bezug zur Gegenwart. So, wie es jetzt ist, wirkt es wie ein Bild aus der Vergangenheit.

Grüße von Zefira
Vor der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.
Nach der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.

(Ikkyu Sojun)

Benutzeravatar
Amanita
Beiträge: 5886
Registriert: 02.09.2010
Geschlecht:

Beitragvon Amanita » 26.09.2012, 21:06

Lach, ja, Eva, deshalb fände ich eine Überschrift gut, die das Ganze aufbricht.

Benutzeravatar
Zefira
Beiträge: 5755
Registriert: 24.08.2006

Beitragvon Zefira » 26.09.2012, 21:08

Vielleicht kannst Du in dem wiederkehrenden Vers "In den geheimen Gärten wächst das Vergessene" ein Bindeglied zur Gegenwart unterbringen. Im Moment habe ich leider auch keine zündende Idee. Ich finde das Gedicht sehr schön - bitte nicht verwerfen!
Vor der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.
Nach der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.

(Ikkyu Sojun)


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Bing [Bot], Google [Bot] und 7 Gäste