Hallo Timo!
Du hast es ja schon versucht mit den Metaphern, so sehe ich das jedenfalls mit den Blumen, die im Herzen blühen. Ein Bild, mit dem Du einen bestimmten Sachverhalt darstellen möchtest. Manchmal klappts eben, und die Leser gehen mit/ können mitgehen, ein andermal funktionieren diese "Umschreibungen" leider nicht - da heißt es eher: Geht doch gar nicht, dass im Herzen Blumen blühen. Das kann u. U. aber auch subjektiv sein.
Ich denke, Dein Anliegen für ein Gedicht wie dieses ist wirklich sehr persönlich, und ich finde es a) gut, dass Du solche Empfindungen in Worte kleidest und b) dass Du den Mut hast, das Ergebnis der Öffentlichkeit vorzulegen. Es ist bestimmt nicht angenehm, wenn so ein Gedicht "zerlegt" wird, eben weil so ganz persönliche Saiten mitschwingen. Andererseits solltest Du, wenn Du Gedichte schreibst, wirklich auch fragen, was Du einem allgemeineren Publikum als Deine Freundin oder Frau es ist,
mitteilen möchtest. Es sollte schon mehr sein als die Tatsache,
dass Du Deine Freundin oder Frau liebst.
Nun bin ich hier leider die Letzte, die sich mit Liebesgedichten auskennt. Ich könnte mir aber vorstellen, dass eine - wie auch immer - mehr erzählende Komponente hinein kommt. Dass dem Leser ein Bild (<-- schon wieder :) von der Frau vorschwebt, um die es geht - oder von der Situation, in der Du schreibst. Oder wie auch immer.
Mir hat es sehr geholfen, mich in Gedanken mit Situationen, Personen usw. zu beschäftigen, die es in Wirklichkeit ("so") gar nicht gibt, die aber vielleicht doch eine Zusammenfassung von dem sind, was man erfahren, erlebt, beobachtet (usw.) hat. Also etwas Nicht-nur-Subjektives (hier war irgendwo von 1:1-"Abbildung" die Rede) im Sinn zu haben, wenn ich Gedichte schreibe. Ein Beispiel (Du hast es nicht drin, weiß ich, aber ich bin halt so ein Farbmensch :) : Ob die "wirkliche" Frau nun blond oder brünett ist, spielt eben nicht die wesentliche Rolle; aber vielleicht malt das Sonnenlicht noch ganz andere Farben auf ihr Haar, und Du kannst damit u. a. sagen, wie intensiv Du hinsiehst, sie ansiehst, was Du alles entdecken kannst (und wir also auch). Da wird sich die Freundin zwar nicht sooo genau wiedererkennen, dafür werden
wir aber mehr herauslesen können.
Wie schon oben erwähnt wurde: Wenn man ein Gedicht an die Öffentlichkeit gibt, multipliziert sich das Publikum naturgemäß immens. Wenn es spürt, dass es aber gar nicht (als "Adressat") gemeint ist, dann reagiert es befremdet oder sogar pampig.
Sieh das Forum hier bitte als Schreibwerkstatt, die einem manche Anregung vermitteln kann.
Als ich mein allererstes Gedicht einer Freundin vorlegte, schrieb sie mir sinngemäß: Ich find's Scheiße, aber mach unbedingt weiter.
