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Die kleine Frau betrachtet ihre Hände

Verfasst: 03.09.2012, 15:22
von Xanthippe
Ein Dorf, abgeschnitten von allen anderen Dörfern.
Darin ein Haus.
Ein Fenster. Eine Tür.
Darin eine Frau.
Ein Schweigen.
Eine Landschaft.

Erst muss man überlaufen, dann kann man streichen.
Wege bahnen.
Fenster schließen, um eine Tür zu öffnen.

Die kleine Frau betrachtet ihre Hände.
Alles ist voller Gegenwart, sagt sie.
Also haltlos.
Und trotzdem haben wir Hände.
Und wissen im Grunde genau wofür.

Verfasst: 03.09.2012, 21:07
von scarlett
liebe xanthi,

ich würde gern mal ein mieses gedicht von dir lesen, gibt es das denn? ;-)

wunderbar, wie du hier den blick führst, heran zoomst vom weiten zum nahen- und was für eine offenbarung dann.

erst muss man überlaufen - dann kann man streichen- das ist dreh- und angelpunkt deines gedichtes.
ein gedicht!

lg
scarlett,
still bewundernd

Verfasst: 04.09.2012, 13:52
von Ylvi
Hallo Xanthi,

ein Gedicht zum darin Versinken. Wunderbar gemacht, in deinem ganz eigenen Xanthiton, in sich ganz rund und je länger ich darin lese, umso mehr Bezüge finde ich. Und am Ende sitzt man da und merkt, dass man seine Hände betrachtet.

Liebe Grüße
Flora

Verfasst: 04.09.2012, 18:25
von ecb
Ein Text, der unmittelbar viele Fragen aufwirft - ein gutes Zeichen.
Die sich der Leser alle selbst beantworten muß - warum wird die Frau klein genannt, zum Beispiel; wozu sind Hände da?
Und alle Antworten werden haltlos sein, dem gegenwärtigen Augenblick geschuldet, sonst nichts.
Mutmaßungen. Dennoch ...

Sehr gern gelesen!
Liebe Grüße
Eva

Verfasst: 05.09.2012, 08:56
von Xanthippe
Ganz ganz herzlichen Dank an euch drei, für diese wunderschönen Kommentare.
Xanthi

Verfasst: 13.09.2012, 15:10
von pjesma
hallo xanti, wegen diese zwei zeilen liebe ich das gedicht:
Alles ist voller Gegenwart, sagt sie.
Also haltlos.
hab nix zu mäckeln :-)
lg, pjesma

Verfasst: 13.09.2012, 15:50
von birke
Hallo Xanthi,

allein die dritte Strophe ist ein Gedicht für sich, mein Kompliment!
Auch diese Zeile hat es mir angetan:

Erst muss man überlaufen, dann kann man streichen.

Wie vieldeutig in diesem Kontext!
Sehr rund, in sich stimmig, dein Text lässt mir viel Raum zum Füllen der Zeilen mit eigenem ... und zum Weiterdenken.

Liebe Grüße
Diana

Verfasst: 14.09.2012, 14:17
von Timo
Hallo Xanti,
wir wissen wofür wir unsere Hände haben, um zu helfen, zu streicheln zur Arbeit. Du hast es sehr offensichtlich dargestellt.
Herzlichst
Timo

Verfasst: 14.09.2012, 18:06
von birke
ja, und ich lese hier vor allem eins:

wir haben hände - zum halten.

lg, diana