Heimat

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
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Amanita
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Beitragvon Amanita » 30.08.2012, 09:43

Traumsegeln
über Landschaft,
Gerüche und Klänge

hier bin ich
ins Leben gewachsen.

Hab aber gar nichts
zurückgelassen;
nur leere Nächte.

Woanders
wachse ich weiter.

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 30.08.2012, 09:44

Ich weiß: Heimat, die x-te. Vielleicht hätte ich durchzählen müssen; aber ich bin so gar nicht der Archivierungs-Mensch.

Es sind Annäherungen, die nirgendwo "auf einem Haufen" erscheinen (sollen).

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birke
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Beitragvon birke » 30.08.2012, 11:03

Hallo Amanita,

gefällt mir gut!

Allein diese Zeile:

Hab aber gar nichts


finde ich etwas ungelenk formuliert, vielleicht eher:

doch nichts hab ich
zurückgelassen


oder sogar ohne "doch".

Das doppelte "Wachsen" ist hier sicher volle Absicht, dennoch könnt ich mir am Schluss auch ein "gedeihen" vorstellen.

Nur als Anregung zu verstehen, versteht sich! ;)

Liebe Grüße
Diana
wer lyrik schreibt, ist verrückt (peter rühmkorf)

https://versspruenge.wordpress.com/

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 30.08.2012, 11:08

Liebe birke!

Ich möchte nicht gern mit "doch" beginnen, ich schwank(t)e nur zwischen "Hab aber" und "Hab doch" - und fand die erste Version besser. Du hast aber recht, das war die Hin-und-Her-Zeile, und wer eine plausible Änderung in petto hat: Bitte her damit!

Das doppelte wachsen hingegen soll - "muss" :) - so bleiben.

Mucki
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Beitragvon Mucki » 30.08.2012, 12:10

Hallo Amanita,

nichts habe ich
zurückgelassen


klingt in meinen Ohren sehr viel besser als "Hab aber gar nichts zurückgelassen"

Hast du mal überlegt, ob durchgängige Kleinschreibung ohne Zeichensetzung vllt. besser wäre?
Die jetzige Zeichensetzung ist uneinheitlich, da würde ich entweder keine nehmen oder durchgängig setzen.

Mal zur Anregung und zum Anschauen, wie ich es setzen würde:

traumsegeln
über landschaft
gerüche und klänge

hier bin ich
ins leben gewachsen

nichts habe ich
zurückgelassen
nur leere nächte

woanders
wachse ich weiter



Liebe Grüße
Gabi

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 30.08.2012, 12:24

Stimmt, liebe Gabriella, nach Klänge müsste dann auch ein Zeichen!

Ja, geht auch gut ohne doch-und-aber. Eigentlich habe ich Abstand genommen von der Kleinschreibung (vermutlichdoof-irrational, weil ich mal mit einem klein geschriebenen Gedicht durchgefallen bin für eine Anthologie :) - hier ginge das gut.

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birke
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Beitragvon birke » 30.08.2012, 12:50

Also, Kleinschreibung und fehlende Interpunktion passen sehr gut zu deinem Text, Amanita, meine ich.
Und "doch" oder "aber" würde ich wohl auch komplett weglassen, das braucht dein Text gar nicht!

Echt, du bist wegen Kleinschreibung mal abgelehnt worden?? War das echt der Grund? Seeehr interessant!
Würde mich dennoch nicht abhalten ... :pfeifen:
Zumindest dort, wo es passt. Und manchmal passt es mMn in Gedichten einfach sehr gut. :-)

Liebe Grüße
birken-diana ;)
wer lyrik schreibt, ist verrückt (peter rühmkorf)

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 30.08.2012, 12:52

Nein, (allein) wegen der Kleinschreibung war es ganz sicher nicht!

Ich hab' mich hinterher allerdings wirklich gefragt: Ist die Kleinschreibung wirklich "meins"? Und kam zu dem Schluss: vermutlich eher nicht.

Gerda

Beitragvon Gerda » 31.08.2012, 06:29

Liebe amanita,

mit diesem Text wurde ich so gar nicht recht warm und ich fragte mich, weshalb eigentlich nicht.
Vielleicht bin ich dem Klischeedenken verfallen, dass man in der "Heimat" immer etwas zurücklässt und wenn es sentimentale Erinnerungen an die Kindheit und/oder Jugend sind.
Das kann nur funktionieren, wenn man eine schöne Kindheit, resp. Jugend dort verbracht hat, nicht aber, wenn man froh ist von dem Ort wegzukommen. (Die Erinnerungen allerdings, nimmt manohnehin mit).

So lese ich denn hier eine Art "Abrechnung" mit dem, was einmal Heimat war und ich finde, der Text ist gelungen.

Liebe Grüße
Gerda

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 31.08.2012, 07:45

Hallo Gerda, das liest sich lustig - erst nicht und dann doch :)

Es ging mir darum, dass man doch wirklich "nur" mitnimmt und nichts dalässt.

Gerade fällt mir ein: Es gab im Elternhaus eine kleine Wandmalerei von mir. Die ist nun auch weg - endgültig.

scarlett

Beitragvon scarlett » 31.08.2012, 20:14

ein etwas bitteres "heimat" - gedicht, zumindest kommt es bei mir so an, nichts zurücklassen, außer leeren nächten ist hart.
die s3 empfinde ich sprachlich ungelenk und meine, dass man das überdenken könnte.

monika


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