sah sie

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Estragon

Beitragvon Estragon » 23.08.2012, 20:35

er sah sie durch den spiegel gehen
er sah sie nicht nackt
in ihren händen schwamm die nacktheit
die er gerne gesehen hätte
in einem fluss
der ohne namen auskommen musste
sie setzte sich auf die wiese und begann
sich vorzustellen
er stände vor ihr
er würde sie nicht mit seinen augen ansehen
sondern mit seinem schweigen
er würde sie daran erkennen
dass er vergaß wer sie war
die lange durch den spiegel ging
die ihm zu sich rief
ohne dass sie etwas sagen musste

Niko

Beitragvon Niko » 24.08.2012, 07:17

hallo estragon,

mit deinem text komme ich nicht ganz klar. die worte, die bilder sind mir wohl verständlich, erkenne auch sinn und inhalt, aber der text selbst verstellt sich dem leser. zumindest dem leser niko.
vielleicht wäre schon ein absatz hilfreich? nach "in einem fluss, der ohne namen auskommen musste" fände ich das angebracht. in der vorletzten zeile muss es heißen:"die ihn zu sich rief". "er würde sie daran erkennen
dass er vergaß wer sie war" stiftet für mich nochmal zusätzlich unruhe bis verwirrung.

auch würde ich das ein oder andere "er" streichen oder ersetzen.

insgesamt finde ich bearbeitungswürdig!

liebe grüße: niko

Estragon

Beitragvon Estragon » 24.08.2012, 19:39

die insperation zu dem gedicht holte ich mir
bei ben okri, ein afrikaner, der oft mit solchen
absurden und sich widersprechenden bildern
arbeitet, ich mag das und ich mag auch das gedicht.
ich hatte in der ersten version absätze drin gehabt, aber
das hat mir nicht gefallen, so gefällt es mir am besten...
natürlich, ich weiß schon, in den literaturforen muss man immer
offen sein für kritik und eigentlich bin ich das auch, nur eben
bei dem gedicht ist es anders

Gerda

Beitragvon Gerda » 27.08.2012, 05:08

... dann hat der Spiegel wohl in diesem Kontext eine andere Bedeutung als gemeinhin?!
Vielleicht muss man sich ihn als Doppler der Persönlichkeit vorstellen? Oder die Wasseroberfläche als Spiegel.
Schwierig empfinde ich überdies den Perspektivwechsel im Text.

Liebe Grüße
Gerda

PS es heißt Inspiration

Estragon

Beitragvon Estragon » 27.08.2012, 15:57

Fehler sind dazu sie zu machen, dafür leben wir, wir sind keine Fabriken, wir gehen höchstens hinein und wieder raus und immer sind wir Menschen und machen Fehler. Perfektes gibt es nicht. Ich dank dir trotzdem.

Gerda

Beitragvon Gerda » 27.08.2012, 16:27

Möchtest du nicht korrigiert werden?
Kannst ja Bescheid sagen, dann lasse ich es in Zukunft, ich dachte es könne dir helfen. :-)

Liebe Grüße
Gerda

Könntest du dir eigentlich vorstellen, auch mal Rückmeldungen zu dir fremden Texten hier im Salon zu geben?


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