hallo AkustischeSchärfe,
ich habe erst dein gedicht und dann mehr und mehr verwundert und amüsiert peters komm. dazu gelesen. mir ist alles möglich dazu eingefallen, aber auf "stinkende sprache" wäre ich wohl nie gekommen. da kann man mal sehen!
ich lese den "gierigen brunnen" als bild für jemanden, der/die durch undankbarkeit glänzt. da hat LI ihm/ihr alle widrigkeiten aus dem weg geräumt, sein wasser "entsalzt" (oder die treure schönheitsop bezahlt

, oder ihm die hemden blütenweiß gestärkt... ), ihn/sie zum grünen und blühen gebracht, ist um ...herumscharwenzelt, hat sich am saum des schattens herumgedrückt und bekommt dafür nicht etwa das nun endlich köstlich süße wasser. der brunnen verweigert sich, lässt LI verdursten ... höchste zeit, dass LI sich nach einem neuen brunnen umsieht, am besten - sich seinen eigenen gräb!
rund um stimmig sind die bilder für mich auch nicht. einem gieriger brunnen würde ich eher unterstellen, dass er LI aufschlürft, als LI zu benutzen, um sein wasser von ungeliebtem salz (das ja andererseits wieder lebensnotwendig ist) befreien zu lassen, ihm dann aber das "gute" wasser zu verweigern. 'geizig', 'selbstsüchtig'... vielleicht?
naja, vielleicht hast dus auch ganz anders gemeint und die bilder fügen sich auf einer anderen ebene zu einem abgerundeten ganzen und ich begreifs nur nicht.
sprachlich finde ich den vers:
Alles Wasser was versalzen
nicht so dolle, zumindest müsst vor "was" ein komma hin und nach "versalzen" wieder eins, schöner wäre "..alles Wasser, das..." und dann fehlt mir auch noch das hilfsverb "war", du magst es als stilmittel (ellipse) gedacht haben, mir würde etwas wie "alles salz aus deinem wasser saugte ich.... mehr zusagen, aber vielleicht unterlaufe ich damit deine intention.
das "murmeln" lässt mich mehr an eine quelle als an einen brunnen denken; ich hab noch keinen murmeln gehört, werde beim nächsten mal ganz besonders aufmerksam lauschen
liebe grüße, poeta