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tagebuch

Verfasst: 12.08.2012, 17:14
von Amanita
zweite, leicht geänderte Version:

tagebuch


jeden tag wort für wort
in die seiten betten
und schichten

sich irgendwann
etwas sagen lassen
ohne zu zählen





tagebuch

täglich ein wort
in die seiten betten
und schichten

sich irgendwann
etwas sagen lassen
ohne zu zählen

Verfasst: 12.08.2012, 17:22
von Niko
nicht einmal genau kann ich sagen, was ich so faszinierend finde an deinem text, amanita.

auf jeden fall sind es diese wunderbaren bilder, die du schöpfst. beide strofen nehmen sich da gegenseitig nix, sind auf gleicher höhe und zusammen - ein tolles gedicht!!

liebe grüße: niko

Verfasst: 12.08.2012, 17:53
von Amanita
... da danke ich gleich mal sehr, Niko!

Verfasst: 12.08.2012, 18:51
von Mucki
Das Tagebuch wird quasi irgendwann zum "Erzähler" für das LI, indem das Tagebuch eines Tages all das preisgibt in der Summe, was das LI Tag für Tag mühsam hineingelegt hat. Ja, das hat was, Amanita.

Verfasst: 13.08.2012, 21:45
von ecb
Irgendwann beginnt das Tagebuch zu reden
und der es schrieb, hört zu ...

Schöner Gedanke, an dem ich gern ein wenig herumdenke :lupe:

LG Eva

Verfasst: 13.08.2012, 23:27
von Gerda
Guten Abend Amanita,

ich kann all den positiven Kommentaren folgen, nur eine Kleinigkeit ist es, die mich stört.
Das Verb "schichten" scheint mir nicht recht hineinzupassen.
Wenn ein Wort gebettet ist, wunderbar, aber wie soll ein Wort geschichtet werden?

Gute Nacht!

Verfasst: 13.08.2012, 23:29
von Amanita
Hab ich mich auch gefragt, Gerda, bin aber zu dem Schluss gekommen, dass es geht. Taglich ein Wort in die Seiten betten. Und schichten (unter anderem, indem man umblättert).

Verfasst: 13.08.2012, 23:32
von Mucki
Ich hatte ein anderes Bild vor Augen. Das Wort wird in die Seiten gebettet. Es werden immer mehr Worte.
So denke ich mir vor dem "schichten" ein "die gesammelten Worte" dazu.

Verfasst: 13.08.2012, 23:35
von Amanita
Ja, so ist es durchaus gemeint, Gabriella: Wörter sammeln! Wenn man allerdings - wie Gerda - betont von dem einen ersten Wort ausgeht, könnten die Schichten auch Papier beinhalten.

Verfasst: 14.08.2012, 08:30
von Gerda
Ja, dankeschön, heut früh sehe und verstehe ich besser, dennoch, Amanita, das ist die minimale Schwachstelle, für LeserInnen wie mich, weil du vom "Wort" (Singular) sprichst, welches dann in die Seiten (Plural) gebettet wird.
Es ist nicht etwa so, dass ich nicht nachvollziehen könnte, was du meinst. Aber es ist nicht einwandfrei ...
Mir fällt allerdings keine "bessere" Lösung ein ... oder weshalb eigentlich nicht, hast du nicht Worte geschrieben?
(Dann hätte ich nichts zu mäkeln). ;-)

Morgengrüße
Gerda

Verfasst: 14.08.2012, 11:09
von Amanita
hm, kann man nicht auch ein Wort über das andere schichten?

Ich finde es nämlich schöner mit dem Singular. Aus einem Wort nach dem anderen entstehen Geschichten :)

Verfasst: 14.08.2012, 11:59
von Mucki
Sicher könnte man auch schreiben:

täglich worte
in die seiten betten
und schichten


Doch der Reiz hier ist für mich gerade, dass es ein Wort ist, man sich so die langsame aber stetig anwachsende Sammlung der Worte vorstellt, bei der dann dem LI eben irgendwann eine Geschichte erzählt wird aus den einzelnen Worten, die das LI in mühsamer Kleinarbeit jeden Tag in die Seiten gebettet hat.
Ich würde das so lassen, Amanita, da man genau versteht, was du meinst.

Verfasst: 14.08.2012, 15:29
von Gerda
Gabriella hat geschrieben:Ich würde das so lassen, Amanita, da man genau versteht, was du meinst.


Liebe Gabi,

hätte ich dann geschrieben, dass ich das genau nicht verstehe?
Du kannst doch nicht von dir auf mich schließen ... :pfeifen:

Liebe Grüße
Gerda

Verfasst: 14.08.2012, 15:36
von Amanita
Jetzt interessiert mich aber, wie das die anderen sehen :)