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hintergründe
Verfasst: 10.08.2012, 17:08
von Gerda
hintergründe
für kältere tage
sieben urlaubsfotos sollen flimmern, rotieren
als täglich wechselnder bildschirmhintergrund
als ob ich die liebe im bild fände, ihr beikommen könnte
dabei liegt alles in ihr selbst, offenbarung und verwunschenes
nichts was sie fassen, es erklären könnte
so beginnen wir wieder miteinander zu rechnen
als wären über vierzig jahre kein unerforschter kontinent
auch zählen wir gemeinsam verbrachte tage rückwärts
mit bedacht an erlebniswundern festgemacht
es war heute vor einer woche,
vor zwei oder drei, ausgezählt,
vergangen aber nicht vorbei
nach vieren wieder der vollmond
diesmal ohne bergkulisse und open air konzert
aber dieses noch immer lebendig, inwändiges echo
bis zum wiedersehen in vier, drei, zwei
einer woche halten wir den takt
des telefonierens aufrecht
schauen nun voraus
können auf uns zählen
©GJ201208
Korrektur von versehentlich großgeschriebenen Buchstaben. (Danke Gabi)
Verfasst: 12.08.2012, 01:14
von Mucki
Liebe Gerda,
die Idee gefällt mir total gut. Doch ist mir dein Gedicht zu auserzählt. Da ist kein Raum mehr für Assoziationen.
Daher würde ich ziemlich kürzen.
Ich schreibe dir mal - ist nur eine Anregung, wie ich es ausdrucksstärker fände, ok?
hintergründe
für kältere tage
sieben urlaubsfotos sollen flimmern
als täglich wechselnder hintergrund
als ob ich die liebe im bild fände
wir beginnen wieder miteinander zu rechnen
als wären über vierzig jahre erforschter kontinent
wir zählen gemeinsame tage rückwärts
heute vor einer woche,
vor zwei oder drei, ausgezählt,
vergangen aber nicht vorbei
nach vieren wieder der vollmond
diesmal ohne bergkulisse und open air konzert
lebendiges inwändiges echo
bis zum wiedersehen in vier, drei, zwei
einer woche halten wir den takt aufrecht
schauen voraus
können auf uns zählen
Vermutlich ist dir dies zu radikal gekürzt, aber in diese Richtung etwa würde ich gehen.
Liebe Grüße
Gabi
P.S. und einheitliche Kleinschreibung
Verfasst: 12.08.2012, 03:10
von Gerda
Liebe Gabi,
ich glaube du hast recht. Ich bin noch zu nahe dran - nicht nur am Text.
.gif)
Gib mir noch ein paar Tage, aber ich denke, es läuft auf deine dankenswerten Vorschläge hinaus.
(Hätte ich wahrscheinlich besser nicht so schnell posten sollen, andererseits weiß ich nicht, ob ich die Hilfe und den Anstoß in jedem Fall brauche)
Beim (un)erforschten Kontinent bin ich allerdings sehr unsicher. Hier möchte ich die Betonung anders haben, als du sie gesetzt hast.
Erst mal sacken lassen. Dankeschön fürs kritische Hineindenken und es freut mich, dass du der Idee etwas abgeqwinnen kannst.
Liebe (schlaflose) Grüße
Gerda
PS, Es wäre wohl kein "Erzählgedicht" mehr, wenn ich so, wie vorgeschlagen kürzte, nicht wahr?!
Verfasst: 12.08.2012, 12:49
von Mucki
Liebe Gerda,
hast du auch letzte Nacht schlaflos verbracht, hm? Ich auch, hab auf die angekündigten Sternschnuppen gewartet, es sollten hunderte sein, gesehen hab ich aber nur eine ...
Mit dem Kontinent: du kannst ja "kein unerforschter kontinent" lassen, also die doppelte Verneinung, das ist schon eine etwas andere Aussage.
Ich finde schon, dass es, auch wenn etwas gekürzt, immer noch ein Erzählgedicht ist.
Jou, lass mal sacken.
Liebe Grüße
Gabi
Verfasst: 12.08.2012, 13:10
von Eule
Hallo Gerda, mir gefällt dieser Text von Dir. Sicher, eine Anspielung an "die" I. Bachmann glaube ich darin zu erkennen, aber das lI arbeitet sich da igdw durch, spricht sich frei, vllt auch vom Titelbezug.
Verfasst: 13.08.2012, 07:22
von Gerda
Liebe Eule,
vielen Dank für deine Rückmeldung. Ich freue mich, dass du herausliest, dass ich gewissermaßen eine Anleihe bei einer von mir sehr geschätzten Dichterin mache.
Zu den von Gabi vorgeschlagenen Kürzungen kann ich mich derzeit (noch) nicht entscheiden, was meinst du denn dazu?
Liebe Gebi,
es dauert doch etwas länger. Als ich das Seziermesser holte, zuckte es in meiner Hand und fiel herab ...
Euch beiden Sonnengrüße in euern MonTAG
Gerda
Verfasst: 13.08.2012, 12:44
von Eule
Obwohl Gabis Vorschläge gut klingen, gingen sie mir zu weit, veränderten den Text zu stark. Gerade das Umständliche gefällt mir hier, es verweist für mich auf das oftmals verdrängte Unbequeme im Hintergründigen.
Verfasst: 13.08.2012, 13:02
von birke
Mir gefällt das total gut, Gerda - genau so, wie es ist!
Ich würde da nix kürzen.
Sehr gern gelesen!
Sonnige Grüße
Diana
Verfasst: 15.08.2012, 07:06
von Gerda
Liebe
Gabi,
das Seziermesser ist weiterhin unwillig

...
Dank der Rückmeldung Eules werde ich den Text so lassen wie er ist. Auch Diana hat mich darin bestätigt nicht zu kürzen, das heißt nicht, dass es nicht doch irgendwann sein kann
.gif)
Ein bisschen Fleisch auf den Knochen bei einem Erzählgedicht, ist wohl nicht falsch und mich würde es schmerzen, wenn ich entscheidende Teile heraussschnitt.
Kurz und gut, nochmals herzlichen Dank, ich werde mir deinen Vorschlag abspeichern.
Edit, Schreibteufel eliminiert. 20120815
Lieber
Eule,
dir danke ich herzlich, dass du dich erneut gemeldet hast und auch für deine Begründung, weshalb du den Text so lassen würdest. Ich werde nicht kürzen oder eindampfen, sondern es so lassen.
Liebe
Diana,
Schön dass du hier kommentiert hast, herzlichen Dank. Du hast mich darin bestätigt den Text so zu belassen wie er ist.
Für mich hat er so eben seinen beosnderen Charakter, den Eule treffend beschrieben hat.
Euch Dreien, frühfrische Grüße aus dem langsam erwachenden F-Nieder-Eschbach.
Gerda

Verfasst: 15.08.2012, 12:39
von Mucki
Liebe Gerda,
Gerda hat geschrieben:mich würde es schmerzen, wenn ich für entscheidende Teil heraussschnitt.
dann musst du es so lassen. Das ist doch keine Frage.
Mein Vorschlag war ja nur ein Vorschlag und ich schrieb ja oben schon, dass dir mein Kürzungsvorschlag wahrscheinlich zu drastisch sein wird. ,-)
Liebe Grüße
Gabi