Pollen (neue Version)

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
AkustischeSchärfe

Beitragvon AkustischeSchärfe » 04.08.2012, 11:51

gelöscht
Zuletzt geändert von AkustischeSchärfe am 04.01.2013, 21:53, insgesamt 1-mal geändert.

Niko

Beitragvon Niko » 04.08.2012, 15:10

hallo AS,

meine sprache ist das nicht. sie wirkt mir zu aufgedunsen, veraltet, aufgebläht. ich mag durchaus verwendung alter worte wie "morast" und "Trugbild". sehr sogar. aber die sprachgebung insgesamt ist mir zu abgestorben und unzeitgemäß.- was ja nix heißen mag.
darüber hinaus:"der sinne ihr trugbild" ist soetwas wie "dem emil kudzorra seine frau ihr stadion"

liebe grüße; niko

AkustischeSchärfe

Beitragvon AkustischeSchärfe » 06.08.2012, 14:36

Hallo,

danke für die Antwort!

Ja, das mit der Sprache is halt Geschmackssache, und "der Sinne ihr Trugbild" ist aus meiner Sicht aus unter anderem rythmischen Gründen gerechtfertigt. Sprache ist bei mir eher ein Mittel zum Zweck, Form hat bei mir ne höhrere Priorität als die "Richtigkeit".

Aber was ist nun eigentlich mit der Aussage, und ihrer künstlerischen Umsetzung?


Viele Grüße,


Tayfun.

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allerleirauh
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Beitragvon allerleirauh » 06.08.2012, 19:05

hallo akustische schärfe,

niko hat sich bereits zu deinem werk geäußert.

ich wills auch tun: für mich ist das gedicht ein einziges, gestelzt daherkommendes, selbstverliebt- schwärmerisches geschwurbel.

ich nehme zur kenntnis, dass du die form über den inhalt stellst. ("der sinne ihr trugbild" ist grausig. "der sinne trugbild" klingt für mich korrekter. aber ich finde auch, dass inhaltliche und formale elemente ausgewogen und schlüssig verbunden werden sollten.)

gleich anschließend wundere ich mich jedoch, dass du dennoch die frage nach einer AUSSAGE stellst.

ich weiß nicht, ob soetwas wie eine aussage erkennen kann. was ich erlese, ist ein lyrICH, dass am irdischen dasein (ver-)zweifelt und sich in der natur (wieder)findet. erinnert mich vom grundtenor her ein bisschen an barock, gryphius und seine sonette. der pollen erinnert mich allerdings auch an heuschnupfen und passt für mich nicht so recht in den kontext. muss er ja aber auch nicht, deiner intention nach.

a.

AkustischeSchärfe

Beitragvon AkustischeSchärfe » 07.08.2012, 13:13

Ich gebe mir Mühe, jede Kritik unvoreingenommen anzunehmen, doch scheint mein Geschmack wohl so speziell zu sein, dass er über all an eckt.

Vielleicht habe ich ja in ner anderen Epoche Glück ;)

Niko

Beitragvon Niko » 07.08.2012, 21:59

du magst es dir unvoreingenommen anhören (was ich so allerdings nicht ganz glauben mag) das annehmen, sprich zu herzen nehmen, glaub ich dir nicht.
deinem letzten kommentar entnehme ich, dass du darüber nachdenkst, dass dein geschmack speziell zu sein. und dass deine texte überall anecken. irgendwie klingt für mich durch, als seien die anderen nicht in der lage, das potenzial deiner texte zu erkennen und ihnen würdevoll zu huldigen.

ich habe eher den gedanken, dass bei kritiken, die vermutlich sehr häufig einen ähnlichen tenor haben, man nachdenklich werden könnte. dabei geht es mir weniger darum, sich eines foren-jargons in der lyrik zu befleißigen, sondern eher darum dinge wie "der sinne ihr trugbild" mal bei monierung ein stück weit ernst zu nehmen.

eine unwilligkeit zur reflektion bringt dich nicht weiter. lyrisch schon mal sowieso nicht.

und "der Sinne ihr Trugbild" ist aus meiner Sicht aus unter anderem rythmischen Gründen gerechtfertigt.
man kann falsches deutsch nicht rechtfertigen, AS. es ist grammatikalisch einfach falsch. "erscheint mich die dasein"- um mal in deinem text zu bleiben - wäre in selbem maße unrichtig!

Sprache ist bei mir eher ein Mittel zum Zweck, Form hat bei mir ne höhrere Priorität als die "Richtigkeit".
sorry- aber für mich ist das blödsinn hoch 7! ohne sprache keinen inhalt. und ohne inhalt nutzt dir das geschreibe auch nix. gedichte leben von einer aussage. und einer empfindung, die der autor im leser zu lösen vermag.

Aber was ist nun eigentlich mit der Aussage, und ihrer künstlerischen Umsetzung?
die künstlerische ausführung ist - allerleirauh sagete es bereits - nicht vorhanden. die sprache bis zur unkenntlichkeit verstelzt. und mit fehlern, die man nicht irgendetwas schulden kann.

inhalt? hm......die letzten beiden zeilen deuten auf demenz des lyrichs hin. - und viel mehr kann ich darin wirklich nicht finden. pollen bringe ich auch mit viel phantasie nicht unter......

liebe grüße: niko, dem gedicht sein kritiker :pfeifen:

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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 08.08.2012, 10:21

Hallo Tayfun,

mit deiner Sprachwahl machst du es dir sicher nicht leicht, Leser zu erreichen. Aber ich glaube schon, dass das auch heute noch funktionieren kann. Allerdings muss dann eben wirklich alles, auch Form, Klang, Perspektive, Bilder und Inhalt, so zusammenpassen und sich gegenseitig stützen, miteinander arbeiten, dass es den Leser trotzdem überzeugt und gegen alle seine Bedenken mitnimmt, vom eingesessenen Hocker reißt. .-)
Und hier hapert es für mich einfach an vielem, angefangen von der aus meiner Sicht sehr unglücklich gewählten Ich-Perspektive, bis hin zu den ganzen angefangen Gedankenbildern und großen leeren Worten, die nicht weiter- oder auf eine eigene Weise ausgeführt werden, sondern für mein Gefühl nur wie eine Art Aushängeschilder benutzt werden, um eine erstrebte Gedichtwirkung zu erzielen, um nach Großem, Altehrwürdigem ... nach Mehr zu klingen, als da eigentlich ist.
Manches ist für mich auch unnötig schief, zum Beispiel der rauschende Staub, oder auch das aufgelöste Sehen und Hören, ohne dass ich erkennen könnte, dass damit gearbeitet wurde.
Und das hat mit persönlichem Geschmack dann denke ich wenig zu tun.
Das Trugbild der Sinne: Pollen im Himmel! Eigentlich für mich hier die einprägsamste und unverbrauchteste Zeile. Vielleicht kann man es so lesen: Das befruchtende Element als eine über allem schwebende Illusion. Es wird keine Früchte geben.

Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)

AkustischeSchärfe

Beitragvon AkustischeSchärfe » 16.08.2012, 14:53

Danke für die Antworten. Aber ich hab das Gefühl, dass hier viel eher das Problem ist, dass Lyrik mit Gedicht gleichgesetzt wird...


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