cento - von der fünften seite [M]

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte

RäuberKneißl

Beitragvon RäuberKneißl » 02.07.2012, 22:29

Hallo Flora,

das ist sehr hübsch und modern geworden. Etwas schade finde ich die letzten drei Zeilen, die den surrealen Touch so erklärerisch darlegen (und einige winzige Störung bei 'schlendern wünsche lautlos vorbei' - vielleicht würde schon ein 'ihre Wünsche' helfen?). Ansonsten ist das ein ganz autarkes Gedicht mit einer stimmigen Buchstabenbilderfolge. Beeindruckend!
Grüße
Franz

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fenestra
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Beitragvon fenestra » 03.07.2012, 21:55

Liebe Flora,

ein tolles Cento! Tintenfische, Sonnenuhren und Fahrstuhlwände fügen sich zu einer Zauberschrift in den Bäumen und zu herrlich surrealen Bildern, die mich an die DADA-Texte von Hugo Ball erinnern. Bin begeistert.

Dass mit Theodor plötzlich ein Eigenname auftaucht, gibt mir das Gefühl, dass der Text nur eine Episode aus einer Fortsetzungsgeschichte à la Alice im Wunderland ist. Schreibst du noch eine weitere Folge? ;)

Lg
fenestra

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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 04.07.2012, 07:40

Hallo ihr beiden,

danke für die Rückmeldung, freut mich. :)

Ich kann mich noch gut erinnern, wie skeptisch ich war, als du dein erstes Cento hier gezeigt hast, Fenestra. Ich glaube ich schrieb etwas in Richtung, dass ich mir nicht vorstellen könnte, warum ich das überhaupt versuchen sollte. :o) Aber ich muss sagen, dass es wirklich seinen eigenen Reiz entwickelt. Hier für mich besonders auch zu sehen, mit was man alles arbeiten kann und wie letztlich, zumindest wenn man sich die Vorgabe nicht zu eng setzt, etwas eigenes entsteht und es trotzdem einer Eigendynamik folgt, der man sich ein Stück weit überlassen muss und sehen, wohin es geht. *lach* Fortsetzung nicht ausgeschlossen, aber eher unwahrscheinlich.

Franz hat geschrieben:Etwas schade finde ich die letzten drei Zeilen, die den surrealen Touch so erklärerisch darlegen (und einige winzige Störung bei 'schlendern wünsche lautlos vorbei' - vielleicht würde schon ein 'ihre Wünsche' helfen?).
Mit den letzten drei Zeilen könntest du Recht haben, ich bin mir nicht sicher und war so froh, dass ich sie gefunden habe und sie so "gepasst" haben, dass ich im Moment nicht darauf verzichten wollte. :)
Ist die Störung bei der Wünschezeile eher klanglich oder inhaltlich?

Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)

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Elsa
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Beitragvon Elsa » 04.07.2012, 08:55

Liebe Flora, ich weiß zwar (noch) nicht genau, was ein cento ist, hab mich bisher dorthin noch nicht durchgebissen, aber ich weiß, dass mir dein Text ganz fein daherkommt: vor langer zeit hat sich ein wald in ihr verlaufen <- wie schön ist das denn!

Ein Einwand der vielen ihr/ihre wegen:
die stimme war ihr aus dem hals gesprungen
und ihr licht fällt auf die sonnenuhr

würde ich schreiben.

Liebe Grüße
ELsa
Schreiben ist atmen

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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 04.07.2012, 09:42

Hallo Elsa,

das Cento besteht aus Zeilen anderer Texte hier aus dem Salon. Die Zeilen sind mit den jeweiligen Texten verlinkt, brauchst nur draufzuklicken. :-)

vor langer zeit hat sich ein wald in ihr verlaufen <- wie schön ist das denn!
Ja, das finde ich auch. :) Die schöne Zeile hat das Gedicht Annette zu verdanken.

Ein Einwand der vielen ihr/ihre wegen:
die stimme war ihr aus dem hals gesprungen
und ihr licht fällt auf die sonnenuhr

würde ich schreiben.
Das ist ein guter Vorschlag, ich glaube das liegt auch noch im Cento-Rahmen. Danke.

Liebe Grüße
Flora
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Elsa
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Beitragvon Elsa » 04.07.2012, 10:13

Liebe Flora, ich habe mw. Zefiras köstliches Teil erneut gelesen, hatte es damals schon toll gefunden, ich glaube zu verstehen.

Ob ich es kann? Keine Ahnung.

Liebe Grüße
ELsa
Schreiben ist atmen

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Eule
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Beitragvon Eule » 04.07.2012, 10:30

huuups, sorry Flora und Leser/innen, ... mein hier zuerst falsch eingestelltes (eigen)cento habe ich nun im Unterforum "intertextuelles" neu zusammengepuzzelt ... :16:
Ein Klang zum Sprachspiel.

RäuberKneißl

Beitragvon RäuberKneißl » 04.07.2012, 21:37

Hallo Flora,

die 'Wünsche' störten mich inhaltlich, wenn so ein hohes Nomen personfiziert durchs Gedicht wankt oder wallt oder auch schlendert, das geht, glaube ich, selten gut (und ein 'ihre' würde der Cento-Straps aushalten, oder?).

Grüße
Franz

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fenestra
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Beitragvon fenestra » 05.07.2012, 19:01

etwas eigenes entsteht und es trotzdem einer Eigendynamik folgt, der man sich ein Stück weit überlassen muss und sehen, wohin es geht


Ja, das finde ich an solchen Textformen auch so schön. Beim Anagramm ist das ja ähnlich - man weiß nicht, wo es hinführt. Und im Grunde macht das überhaupt das Wesen kreativer Prozesse aus: Du weißt ja eigentlich nie, wo du landest, auch dann nicht, wenn du versuchst, einen besonders guten Einfall zu haben. Und wenn man sich dessen bewusst ist und loslassen kann, gibt man der Kreativität mehr Raum, denke ich.

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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 08.07.2012, 16:59

Hallo Franz,

die 'Wünsche' störten mich inhaltlich, wenn so ein hohes Nomen personfiziert durchs Gedicht wankt oder wallt oder auch schlendert, das geht, glaube ich, selten gut (und ein 'ihre' würde der Cento-Straps aushalten, oder?).
Danke, dass du nochmal dazu geschrieben hast. Ich kann deine Bedenken gut nachvollziehen, auch wenn es in diesem Fall für mich immer noch stimmig scheint, gerade im Zusammenklang mit der Zeile "um zum wunder zurückzukehren". Im Moment kann ich es also nicht ändern, ich schaue mir das aber mit etwas Distanz nochmal an.

Liebe Grüße
Flora
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