Dichten
Verfasst: 23.06.2012, 11:49
Ein Gedicht, schreibt Ulla Hahn,
ist die Antwort auf eine Frage,
die sich der Dichter stellt.
Ich, Gedichte lesend, würde die Antwort
in Zweifel ziehen.
Ich würde schreiben:
Ein Gedicht ist das
was passieren kann,
wenn sich der Dichter
einer Frage stellt.
Wenn er sich ins Abseits stellt
an den Rand,
um von dort den Marktplatz
wo Worte als Beruhigung und Bestätigung
feilgeboten werden, beobachtet.
Der nicht handelt,
nicht zugreift
und die weitreichendsten Worte
zum bestmöglichen Preis
(am besten en gros und mit Mengenrabatt)
ersteht.
Einer der abwartet,
die Worte aufliest,
die unbeachtet (ungeschätzt)
unter den Tisch fallen.
Sein einziger Wettbewerbsvorteil:
Geduld. Und der nicht nachlassende
Versuch, unvoreingenommen zu sein.
In der Ursprungsversion hieß es in der vierten Zeile: Ich, keine Dichterin. Dank der Diskussion mit Reneé jetzt in Ich, Gedichte lesend abgeändert.
ist die Antwort auf eine Frage,
die sich der Dichter stellt.
Ich, Gedichte lesend, würde die Antwort
in Zweifel ziehen.
Ich würde schreiben:
Ein Gedicht ist das
was passieren kann,
wenn sich der Dichter
einer Frage stellt.
Wenn er sich ins Abseits stellt
an den Rand,
um von dort den Marktplatz
wo Worte als Beruhigung und Bestätigung
feilgeboten werden, beobachtet.
Der nicht handelt,
nicht zugreift
und die weitreichendsten Worte
zum bestmöglichen Preis
(am besten en gros und mit Mengenrabatt)
ersteht.
Einer der abwartet,
die Worte aufliest,
die unbeachtet (ungeschätzt)
unter den Tisch fallen.
Sein einziger Wettbewerbsvorteil:
Geduld. Und der nicht nachlassende
Versuch, unvoreingenommen zu sein.
In der Ursprungsversion hieß es in der vierten Zeile: Ich, keine Dichterin. Dank der Diskussion mit Reneé jetzt in Ich, Gedichte lesend abgeändert.

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