Liebe Pjesma,
ich habe "Infinite Jest" von David Foster Wallace nicht gelesen, vermute jedoch, dass du Bezug nimmst auf dieses Buch oder auch nur auf den Titel, der ein Zitat aus "Hamlet" von Shakespeare ist.
(Dass ich deinen Text, spontan in diesen Kontext bringen kann, habe ich widerum dem gestern auf Arte gesehenen Interview mit Jonathan Franzen zu verdanken)
Thematisiert hast du den Zustand der Langeweile, die entsteht, wenn Menschen Zeit haben und nicht so recht wissen,was sie mit dieser Zeit anfangen sollen. Der Schluss entlarvt, das unsinnige Tun des Lyrich als Beliebigkeit.
Dein Lyrich betrachtet einerseits sein eigenes, der Langeweile entsprungenes Handeln, andererseits die Mitmenschen, die nicht viel Zeit haben, weil sie so wichtig sind, oder sich so fühlen, dass sie immer etwas zu tun haben. Du führst sie vor und die Ironie ad absurdum.
Das Bild /Antlitz/Auto hinkt für mich ein wenig. Vielleicht kannst du nochmal überlegen, was du genau damit ausdrücken möchtest. (Das Auto als Statussymbol, lässt mache den Kopf höher tragen, geht mir durch den Kopf, oder ... sie schauen nur deshalb wichtig, weil sie eine Nobelkarosse ihr Eigen nennen).
"Wedeln mit den Krawatten, wie Hunde", das kann ich mir nicht recht vorstellen, soll hier eine gewisse Unterwürfigkeit angesprochen werden? Auch das "Glöckeln mit Kostümchen" ist für mich zu unbestimmt. Meinst du in etwa "Stöckeln im Kostümchen"? Hier kommt hinzu, dass es ja nicht dieselben sind, die schon mit den Krawatten wedeln ...
Ich glaube zu wissen, was du mit diesen Bildern sagen möchtest, dennoch meine ich, dass ein nochmaliges Überdenken dem Gedicht nicht schadete. Du berühst meinen Nerv, du könntest ihn treffen.
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Das es ganz öde ausgeht ist konsequent.
Jedenfalls hat mich der Text sehr interessiert und beschäftigt, wie du unschwer erkennen kannst.
Kleine Korrekturvorschläge hätte ich, die nicht in den Ton des Gedichtes eingreifen.
mir ist es so langweilig
mir ist es sooooo langweilig
alles rennt mit
dem wichtige
nm gesichtsausdruck
im gesicht,
wosonst auch
naja
manche haben sich autos
anstatt antlitz angezogen
wie gelobte hunde
wedeln sie mit
den krawatten
glöckeln
mit
den kostümchen
und mir ist es soooo langweilig
sooo öde
ich bin nicht grade
was man ein
en penner nennt
aber habe verpönend viel zeit
zur zeit
ich habe mu
sße
die musen ein bisschen aufzuziehen
ein dickes buch
immer wieder aufzumachen
laut zuzuklappen
und schauen we
n es ms stört
dannach alle zehnte worte
zu
einem gedicht
zu pressen
ohne rücksicht auf verl
uste *
AN
GATELY
RAND
BEKANNTEN
LANG
VOR
HOCH
DÜNN
MEINE
BETRUGSMANÖ
VER
irgendwann
ergibt alles
einen sinn
oder zwei
(*das stand "verlüßte" vermutlich meinst du den Plural des Wortes Verlust = Verluste - so habe ich es verstanden, da auch geflügeltes Wort))
Liebe Grüße
Gerda