lagebuch XV (unterwegs)

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Niko

Beitragvon Niko » 24.05.2012, 18:06




lagebuch XV (unterwegs)



an einigen orten habe ich dich gesehen
und an vielen orten hast du dich nicht gezeigt
das darf mich nicht beeindrucken



ich rieche das ziel förmlich
will aber nicht ankommen
hab mich gewöhnt
an´s unterwegs sein



ende september
es ist nicht mehr
es wird noch nicht
die buche wirft das laub ab
wie schon vor den weltkriegen



ich bin wer anders
ich habe vergessen
passanten papst und packeis



was mich verband
brach mich weg
entengrütze blieb
und vergessene brotkrumen
noch schwimme ich
um meine insel



am ziel will ich nicht fragen
wer die beste zeit hatte
nur nach meiner persönlichen bestzeit



zwiegespräch am see
ich redete
das schilf nickte
und als ich schwieg
nickte es auch



zurück gerochen
vorwärts geschnuppert
mein thema habe ich noch nicht gefunden
es also auch noch nicht verfehlt



ich bleibe noch etwas
aber wo soll ich mich lassen



das plätschern des wassers
das knistern im feuer
das macht ruhig und vertraut
gegen den wind stemmen
macht immerhin wach



auf die bühne
fällt erster schnee
noch ist es warm genug
um zu fallen



der schrei beim ersten atemzug
mir fehlt die erinnerung daran



.

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Eule
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Beitragvon Eule » 31.05.2012, 20:44

Hallo Niko, Eintrag 1 ist mir eindeutig zu wortreich und umständlich und weckt auch keinen Lesespaß oder Emotionen. Das wird in den folgenden zwar besser, aber insgesamt bleibt dies als Tendenz in Folge XV für mich bestehen. Am besten gefällt mir noch der erste Zweizeiler. Daran würde ich dann anknüpfen. Herzliche Grüße !
Ein Klang zum Sprachspiel.

Niko

Beitragvon Niko » 02.06.2012, 19:52

danke, eule für deinen kommentar.

die strofe 1 ist quasi ein opener. ein titel nach dem titel. etwas, was mir über allem und zwischen allem steht. aber ich sehe ein, dass das nicht erkennbar und auch nicht vermittelbar ist. aber das bedeutet - da man ja in erster linie für sich schreibt - dass die strofe 1 unbedingt bleiben muss. schön, dass dir der zweizeiler gefällt. - ich gelobe anknüpfungsbesserung ;-)
übrigens: kritiken haben auch wenn sie "negativ" ausfallen eine interessante wirkung. deine bedenken zur strofe 1 haben mir erst bewusst gemacht, wie wichtig diese strofe eigentlich (für mich) ist. dafür nochmal ein danke-danke!!!

liebe grüße: niko


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