Seite 1 von 1

missverständnis

Verfasst: 13.05.2012, 23:28
von scarlett
die nacht war gebettet
in glas und den nord
zerbrach die weiße stille
am morgen

schmückten rosen das fenster
du sagtest noch wie schön
bevor mich der eisgespitzte
zapfen traf



/c/ monika kafka, 05/12

Verfasst: 14.05.2012, 08:53
von allerleirauh
hallo scarlett,

ich habe meine probleme mit "den nord". warum wählst du die verkürzung? auf mich wirkt das sehr bemüht.
ich könnte mir "den norden" ohne weiteres vorstellen. oder würde die zusatzsilbe etwas ändern?

lga

Verfasst: 14.05.2012, 09:22
von Zefira
Ich glaube, Scarlett meint mit "Nord" den Nordwind, nicht den Norden. Die Verkürzung "Nord" für Nordwind ist oft gebräuchlich.
"den nord zerbrach die weiße stille am morgen" lese ich so, dass es in der Nacht gestürmt hat, der Wind sich aber morgens im Frost gelegt hat.

Grüße von Zefira

Verfasst: 14.05.2012, 11:18
von scarlett
hallo allerleirauh,

nun hat zefira schon die antwort gegeben auf deine frage ...

der nord/wind/ ist gemeint.

dank und grüße,
sca

hallo zefira,

ja genauso ist es gemeint - schön, dass du es so lesen konntest.

sonige grüße,
scarlett

Verfasst: 14.05.2012, 14:58
von Renée Lomris
Liebe Monika,

Das einzige, was hier für mich nicht klar ist: Missverständnis ...

sonst glasklirrend klar ....

den eisgespitzten Zapfen fand ich besonders bemerkenswert ....

du travail finement ciselé ....


liebe Grüße
Renée

Verfasst: 15.05.2012, 15:55
von poeta
hallo scarlett,

sehr schön komponiert finde auch ich dieses sehr persönliche kristallnacht, besser eis-kristall-morgen.
ich frage mich gerade, ob man "am morgen" nicht noch ein bisschen besser plazieren könnte, da er sowohl den zeitpunkt des brechens durch die weiße stille als auch des schmückens mit rosen angibt. (apokoinu). Ebenso bei "den nord" in den die nacht gebettet ist, den aber auch die weiße stille bricht.
"weiße stille" - tolle umschreibung!
langer rede kurzer sinn, ich denke, ich würde die leerzeile nach dem morgen streichen, dafür eventuell dem nord eine eigene zeile gönnen. du machst das schon!

gefällt mir, dein ausflug in kältere tage. wir sind heute morgen, am ende der eisheiligen, nur knapp dem frost entronnen, fällt mir ganz spontan dazu noch ein.

liebe grüße, poeta

Verfasst: 18.05.2012, 19:54
von scarlett
liebe renée,

das mit dem missverständis dachte ich mir aufgrund des schlusses: das li nimmt das, was das du sagt "wie schön" für bare münze - dabei hat das du was anderes gemeint ... die eisgezapften spitzen / der dornen / kommen ihm gerade recht, um sie gegen das li zu verweden- als verbale wurfgeschosse?, als verbale spitzen?, als eiseskälte dem li gegenüber? - auf jeden fall nicht als das, was das li geglaubt hat ...

ist das sehr verquer???

je te remercie beaucoup, en effet j´ai vraiment beaucoup travaillé sur ce petit texte, tu as bien sûr compris le soustexte ...

monik

Verfasst: 18.05.2012, 19:56
von scarlett
liebe poeta,

hab dank - wieder einmal - für die ausführliche rückmeldung.

käme das deiner intention näher:

die nacht war gebettet
in glas und den nord

zerbrach die weiße stille
am morgen
schmückten rosen das fenster
du sagtest noch wie schön

bevor mich der eisgespitzte
zapfen traf

so ginge es für mich auch ...

deine gedanken habend durchaus was, ich danke dir.

lg
monika,
die jetzt von den eisigen tagen auch endgültig die schnauze voll hat ...