In den Kavernen des Waldes
überstehst du den Tag
wie er Kälte aus Märzwolken tropft
Noch ist dein Haar gebunden
gestutztes Restegeflecht im Nebel
Bald wirst du dir alte Gedanken auskämmen
dich pralltrinken mittags
wenn du an Bachläufen Sommervögel säst
Sonnengetüpfeltes wird sich auf deine Schläfen legen
über die Schulterblätter rieseln und wallen
tanzendes Grün
Bis die Insekten mit ihren gespitzten Mandibeln
in den Nachmittag wandern
hitzeverrückte Worte hinter sich fädeln
im Trockensand
Dann wirst du kühlblaue Spiegel
in die Waldbrunnen tauchen
und mir an die Stirn halten
Rotseiden wird weht dein herbstreifes Haar
deinen Mutterblick überdachen -
wirst es mitnehmen als Wurzelwerk
wenn du die Treppen hinabsteigst
ins Stille
(noch ohne Titel)
Hallo Amanita,
da gibt es vieles, was mir sehr gefällt. Es fängt schon klanglich wunderbar an, mit den Kavernen des Waldes, auch das Sonnengetüpfelte auf den Schläfen oder die Insekten mit den spitzen (warum gespitzt?) Mandibeln, die gesäten Sommervögel ...
An manchen Stellen ist es mir allerdings zu direkt übertragen (Gedanken auskämmen) oder ein wenig zu viel Buntbetontes (kühlblaue Spiegel), da würde ich etwas reduzieren und lieber im "natürlichen" Bild bleiben.
Mit den Haaren habe ich ein Problem schon am Anfang mit dem "gestutzten Restegeflecht" sieht sie ziemlich zerrupft aus. Aber das Schlussbild finde ich dann wirklich unfreiwillig komisch und zugleich gruselig-eklig, weil in meiner Vorstellung die Haare wirr vor den Augen hängen und durch das Wurzelwerk der Körper "verwest". Das bekomme ich mit der restlichen Stimmung des Gedichtes nicht zusammen. Ich würde am Ende zum Beispiel lieber herbstreife Hände den Mutterblick überdachen lassen.
Rein klanglich würde ich die Insekten "ziehen" statt "wandern" lassen und der Trockensand fällt für mich aus dem Waldbild heraus und versetzt mich plötzlich in die Wüste. Auch kann ich mir das Fädeln im Sand schwer vorstellen, eher zwischen Halmen?
Bei Zeile drei frage ich mich, warum dort "wie er" steht und nicht "der"?
Die ganzen Überlegungen sähen zusammengefasst dann so aus. Vielleicht ist ein Gedanke für dich dabei:
Als Titel würde mir das Ende gut gefallen. Wenn du die Treppen hinabsteigst ins Stille
Liebe Grüße
Flora
da gibt es vieles, was mir sehr gefällt. Es fängt schon klanglich wunderbar an, mit den Kavernen des Waldes, auch das Sonnengetüpfelte auf den Schläfen oder die Insekten mit den spitzen (warum gespitzt?) Mandibeln, die gesäten Sommervögel ...
An manchen Stellen ist es mir allerdings zu direkt übertragen (Gedanken auskämmen) oder ein wenig zu viel Buntbetontes (kühlblaue Spiegel), da würde ich etwas reduzieren und lieber im "natürlichen" Bild bleiben.
Mit den Haaren habe ich ein Problem schon am Anfang mit dem "gestutzten Restegeflecht" sieht sie ziemlich zerrupft aus. Aber das Schlussbild finde ich dann wirklich unfreiwillig komisch und zugleich gruselig-eklig, weil in meiner Vorstellung die Haare wirr vor den Augen hängen und durch das Wurzelwerk der Körper "verwest". Das bekomme ich mit der restlichen Stimmung des Gedichtes nicht zusammen. Ich würde am Ende zum Beispiel lieber herbstreife Hände den Mutterblick überdachen lassen.
Rein klanglich würde ich die Insekten "ziehen" statt "wandern" lassen und der Trockensand fällt für mich aus dem Waldbild heraus und versetzt mich plötzlich in die Wüste. Auch kann ich mir das Fädeln im Sand schwer vorstellen, eher zwischen Halmen?
Bei Zeile drei frage ich mich, warum dort "wie er" steht und nicht "der"?
Die ganzen Überlegungen sähen zusammengefasst dann so aus. Vielleicht ist ein Gedanke für dich dabei:
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Als Titel würde mir das Ende gut gefallen. Wenn du die Treppen hinabsteigst ins Stille
Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)
Erstmal danke, Flora, Du hast Dich ja wirklich intensiv mit meinem Text befasst. Ich muss Deine Version allerdings erstmal sacken lassen, da sie meine Absichten nicht so ganz trifft.
Es stimmt nämlich: Das Zerrupfte soll dabei sein und auch das Gruselig-Eklige. Also Hässlichkeit als Kontrapunkt zur Schönheit.
Auch der Wüsteneindruck ist beabsichtigt.
Nur komisch soll es nicht wirken, ganz klar.
Es stimmt nämlich: Das Zerrupfte soll dabei sein und auch das Gruselig-Eklige. Also Hässlichkeit als Kontrapunkt zur Schönheit.
Auch der Wüsteneindruck ist beabsichtigt.
Nur komisch soll es nicht wirken, ganz klar.
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