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Wawa Wa

Verfasst: 21.02.2012, 07:37
von Quoth
Wawa Wawa Wawa Wa
Mit den Armen drei an Zahl
säble ich die Luft wie Brot,
unerschöpflich drängt sie an.

Wawa Wawa Wawa Wa
Die Magneten bremsen mich,
Neodym und Praseodym
geben ihnen ihre Kraft.

Wawa Wawa Wawa Wa
Energie erschaufle ich
mit den Flügeln klingenscharf
häcksle ich den Weststrom und

werfe Wawa Wawa Wa
meine Rotation aufs Feld,
das mit Schattensensen mäht
er, mein Meister, er, der Wind.

Verfasst: 22.02.2012, 10:37
von Eule
Hallo Quoth, bei diesem Gedicht kann man das Windrad hören und sehen. Die Symmetrie im Aufbau (Vierzeiler, Vierstrophigkeit) und das regelmäßige jambische Versmaß unterstützen diesen Leseeindruck. Trotzdem verwendest Du hier eine freie Gedichtsform oder hattest Du dabei eine besondere, "klassische" gedacht ?

Verfasst: 22.02.2012, 14:08
von leonie
Lieber Quoth,

ich finde den Text originell und gelungen. Vor allem gefällt mir, dass man, wie Eule schon sagte, tatsächlich das WIndrad vor sich sehen und hören kann. Toll umgesetzt!

Liebe Grüße

leonie

Verfasst: 22.02.2012, 18:02
von Quoth
Hallo Eule, die vierfachen Vierzeiler wurden, wie Räuber anlässlich meiner Bildbeschreibung schon mal bemerkt hat, von Stefan George gern benutzt, aber vielleicht gerade deshalb, weil man mit ihnen den Zwängen des nur um zwei Zeilen kürzeren Sonetts entgeht, zugleich aber in etwa dessen materiell-sprachlichen und gedanklichen Umfang einhält. In 14-16 Zeilen lässt sich eben etwas ordentlich einfangen, ohne dass es zu Tode verkürzt oder ins Geschwätzige ausgedehnt wird. Ein Gedicht fängt bei mir immer bei einem "pochenden" Rhythmus an, und den lieferte mir hier das Windrad frei Haus!
Liebe Leonie, Du verwöhnst mich mit zweimal lieb bei einem Text, der doch eher gefühlsarm ist, oder? Um so herzlicher mein Dank. Vielleicht sollte ich ihn mal hörbar machen, denn das Wawa ist ja eigentlich eher ein sehr kurzes ua-ua.
Gruß
Quoth