Februar

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Xanthippe
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Beitragvon Xanthippe » 01.02.2012, 10:41

Ich erinnere mich an den Frost im Februar
Lichtloser Monat
Feenhafte Gestalten in den Fensterspalten
Vergessene Vorgänge
Wie die Kälte der Knochen überdrüssig wurde
Und sich auf dein Gemüt legte
Die eingefrorenen Äste winkten wie Tränen
I will love you till your tears run dry

Mucki
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Beitragvon Mucki » 07.02.2012, 14:31

Hallo Xanthi,

den Einstieg finde ich sehr gelungen. Bis "Und sich auf dein Gemüt legte".
Hier hätte ich mir gewünscht, dass es weitergeht, dass du aufzeigst, wie und was sich da abspielte, also den Zustand des Gemütes näher beschreiben.
Die vorletzte Zeile empfinde ich als zu pathetisch. Zudem kann ich mir nicht vorstellen, wie eingefrorene Äste wie Tränen winken. Und die letzte englische Zeile springt mir ein bisschen zu sehr heraus.
Wenn du diese Zeilen weglässt und dafür ein bisschen mehr auf das Gemüt eingehst, würde das ein sehr schönes und einfühlsames Gedicht werden.
Soweit meine Gedanken.

Liebe Grüße
Gabriella

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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 08.02.2012, 09:20

Hallo Xanthi,

das fängt mich diesmal nur Stellenweise ein, irgendwie habe ich aber auch das Gefühl mir fehlt hier inhaltlich der Schlüssel.
Vor allem die zweite Zeile klingt für mich für ein Xanthigedicht ungewohnt hm ... einfallslos, wie auch die Kälte auf dem Gemüt des LDu.

Zu eingefrorenen Ästen (Arme) und Tränen, die winken, bekomme ich kein Bild, vielleicht meinst du damit auch, dass eben gerade nichts winkt? Das wäre aber für mich eine sehr wackelige Interpretation, der ich nicht "vertrauen" würde.

Die "vergessenen Vorgänge" hängen für mich ziemlich lose in der Luft, ich weiß nicht auf was sie verweisen und empfinde sie auch klanglich als Bruch.

Wie die Kälte der Knochen überdrüssig wurde
Für mich ist die Kälte hier ein wenig zu sehr personifiziert und ich stolpere, weil ich immer erst "die Kälte der Knochen" lese. Da würde vielleicht ein Zeilenumbruch helfen. Oder du lässt die Kälte aus den Knochen in die kratzige Kehle kriechen. :)

Die letzte englische Zeile ist eine Liedzeile, oder? Falls nicht das Liedanhören des LIch, also eine Distanzierung, darin liegen soll, wenn also nicht das Lied der eigentliche Aufhänger für das Gedicht sein soll, würde ich lieber in einer Sprache bleiben wollen, weil ich das Englische hier nicht nötig finde und auch nicht vorbereitet sehe. Aber das ist inhaltlich eine spannende Zeile! Ich würde sie wohl etwas Tränenunpathetischer mit: Ich liebe dich/ bis du nicht mehr weinst. übersetzen und das LDu das dann auch aussprechen lassen?

Was mir vor allem auch klanglich sehr gefällt sind diese beiden Zeilen:

Ich erinnere mich an den Frost im Februar
Feenhafte Gestalten in den Fensterspalten


Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)

scarlett

Beitragvon scarlett » 11.02.2012, 18:50

liebe xanthi,

ich finde das eine schöne stille miniatur, die mir nicht zu viel vorgibt und mir dennoch nichts vorenthält.
ich kann mich da treiben lassen, von zeile zu zeile und mir meine eigenen gedanken dazu machen, für mich tragen die bilder.

die vergessenen vorgänge, aufgrund derer man eben nicht mehr weiß, wie es kam, dass ... in den fensterspalten feenhafte gestalten sitzen /es ist ja ein lichtloser monat/ oder die kälte der knochen überdrüssig wurde ... es ist überhaupt scheinbar nichts mehr so richtig nachvollziehbar. das gedicht beschreibt, zeigt - einen ist-zustand und eben nicht einen weg dorthin.

und so gesehen verstehe ich auch die letzten beiden verszeilen.

sehr gern gelesen.

scarlett


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