Liebe pjesma,
pjesma hat geschrieben:einspruch, gerda
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allerleirauh hat geschrieben:"erinnern macht keine geräusche".
Gerda hat geschrieben:Dagegen kommt nichts an und ich finde des schade, dass dieser sehr dichte ausdrucksstarke Text, am Ende minimal zwar, aber eben doch verwässert wird.
pjesma hat geschrieben:mit diese meinung kann ich nicht konform gehen. ich merke zwar dass dir das wichtig ist und eine herzensangelegenheit ist, bzw. auch woanders stört dich die solche art erdung auch
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...hier nennst du es verwässert...wie so?
Ganz einfach, ich fasse es nicht als eine Erdung auf.
Es hat für mich ganz und gar etwas mit dem Umgang und der Kenntnis von Sprache zu tun und der (Aus)wirkung von Worten, die auf mich offensichtlich völlig anders wirken als auf dich.
Hier geht es für mich nicht darum, dem Text die Schwere zu nehmen oder sie ihm zu lassen, sondern eher darum, wie unterstreiche ich den Gehalt des Textes mit einer ausklingenden Wendung, Zeile, Satz ...
Ich versuche es zu erklären: Meine Muttersprache ist Deutsch und ich glaube nicht, selbst wenn ich serbokroatisch (Ich hoffe, es ist die richtige Bezeichnung für deine Muttersprache) spräche, dass ich eine ähnliche Wendung, Redensart, Idiom, in deiner Muttersprache so empfinden könnte, wie in meiner. Es ist ja nicht die Sprache allein, die Grammatik, der Wortschatz, sondern die Kultur und der Erfahrungshorizont sind die Basis für "Verstehen". Das alles kann aber nicht mal eben erlernt werden.
Bitte nimm es hin, dass du mir vielleicht nicht folgen kannst, bei der Begründung, weshalb ich den letzten Satz in diesem Gedicht unpassend finde. So etwas kann passieren. Möglich auch, dass die Leserschaft überwiegend deiner Meinung ist.
Den Kommentar in diesem Faden möchte ich aber nicht vermischen, mit jenen Anmerkungen zu deinen eigenen Texten.
Dazu könntest du ja im jeweiligen Faden noch einmal fragen, so wie du es auch in einem Fall getan hast. Sollte ich etwas überlesen habe, gib mir bitte einen Hinweis.
pjesma hat geschrieben:warum soll etwas dagegen kommen, warum kann es nicht koegsistieren? warum muss ein gedicht nur dicht sein(nur in deutschem heißt es ge-dicht und will vorgaukeln es hätte was mit "dicht" zu tun), warum muss es eine kompakte, schwere mit jedem wort bedeutendbeladene essenz sein, warum darf man es stellenweiße nicht auflockern, damit es nicht wie ein festes würgegriff wirkt? und damit die feste stelle einen kontrast haben, damit sich die essenz im "verwässertem" entfachen kann? man sollte sich nicht mit flöskeln zudecken, klar, aber warum muss man die flöskeln absolut verteufeln, wo sie ein bestandsteil der sprache sind, auch lyrische sprache...warum muss man davon angst haben? weil sie ein altes hut sind? die liebe ist auch ein altes hut, seit anbegin der zeit entdecken die poeten sie neu...
ich teile diese abneigung gegen flöskel nicht mit, sparsam und an richtigen stellen angesetzt, berreichern sie auch. ich würde sie mir nicht nehmen lassen
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, und in dem gedicht , finde ich, fehlte etwas an leisem, versöhnendem humor, gebe es die letzte worte nicht, es were nur noch dunkel und trostlos...
Floskeln können sehr wohl einem Gedicht schaden. Vielleicht sollte erst einmal geklärt werden, was du unter Floskel verstehst. Im Duden: Floskel: nichtssagende Redensart; formelhafte, leere Redewendung.
Ich denke, dass Floskeln in jeder lyrisch anspruchsvollen Dichtung, gleich welcher Sprache nichts zu suchen haben.
Ausgenommen vielleicht noch im Rap und in der Trash-Lyric.
In der Lyrik ist es erfrischend nicht gelangweilt zu werden, oder aber die alltäglichsten Dinge auf eine neue frische Art und nicht eindimensional vorgesetzt zu bekommen.
Darin bist du selbst unzweifelhaft auf dem Weg zur Meisterin. Den Kleinigkeiten des alltäglichen (Über)lebens hauchst du durch eine winzige Besonderheit Leben und Temperament ein und schon entsteht etwas Neues.
Auch deine allgemeinen Fragen möchte ich nicht unter allerleiraus Text beantworten. Du fragst nach Grundsätzlichem der deutschen Dichtung, von dem ich nicht einmal weiß, ob es da etwas speziell "Deutsches" gibt.
(Ich bin weder Literaturwissenschaftlerin noch Germanistin)
Das ist so ähnlich wie mit der sog. "Deutschen Romantik", die ich ebenso bei den Franzosen, den Italienern finde, oder bei den Griechen. (Das ist beispielhaft gemeint).
Vielleicht kann dir jemand anders aus dem Salon dazu etwas schreiben. Mir fehlt schlicht die Kenntnis.
Das Gedicht ist für mich auch ohne dieses "in die Tasche stecken" nicht trostlos, ich brauche diese Bemerkung nicht. Das Weglassen macht für mich nichts trübe.

aber ohne diese letze Zeile, wäre es für mich noch besser.
Ja und natürlich ist es wichtig in der Lyrik zu verdichten, sonnst schriebe man doch besser gleich Prosa.

Sonnige Grüße
Gerda