sonntag

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
pjesma

Beitragvon pjesma » 11.01.2012, 00:36

sonntags
dichtet
die dichterin
nicht
sonntags
kämmt sie
ausgiebig
die lange mähne
ihrer tochter
füttert die schwäne
am fluß
verteilt
die fabeltiere
mit löffelchen
auf dem kaffeeschaum
Zuletzt geändert von pjesma am 11.01.2012, 14:42, insgesamt 1-mal geändert.

Jürgen

Beitragvon Jürgen » 11.01.2012, 07:40

Hallo Pjesma,

dein Text hat was, aber am "ausgiebig" musst du was reparieren.

Schöne Grüße

Jürgen

Mucki
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Beitragvon Mucki » 11.01.2012, 13:11

...
Zuletzt geändert von Mucki am 30.05.2016, 20:14, insgesamt 1-mal geändert.

pjesma

Beitragvon pjesma » 11.01.2012, 14:25

hallo jürgen, was würdest du am ausgiebig reparieren? ich verzichte ganz ungern auf dieses wort, aber solltest du mir entsprechenderes vorschlagen, lass ich natürlich mit sich reden ;-). mir nähmlich schwebte da ein ganz besonderes bild vor augen, eine ausgiebiges sonntag-zellebrierung, mit haare kämmen, lange, bis es knistert, ein sich seeehr viel wortfreier zeit lassen für die kleinen sachen des lebens die sonst in eile und schnellem handeln untergehen. feiern kann ausgiebig sein, man kann ausgiebig lachen, ausgiebig erzählen...warum den nicht ausgiebig kämmen? empfindest du es dem geist der sprache zu sehr wiedersprüchlich? was würdest du anstatt dessen nehmen?

hallo gabrielle, aus eben oberem grund bzw. hintergedanke von "sich zeit lassen" sind die umbrüche so wie sie sind.
damit eben langsam gelesen wird, mit pausen und nachsinnen, sonst hätte ich es gleich als ein zweizeiler in irgendeine lyrische prosa untergebracht. ich kann zwar versuchen den leser mit umbrüchen zu "zwingen" es so zu lesen wie ich es fühle,(eine miniatur die der zeit zwischen den zeilen lauscht) aber überzeugen versuche ich mit gedichten nie. "überzeugen" würde mir zu missionarisch wirken...zu agro. und das wäre mit dem empfinden des poetischen wie ich es empfinde, nicht kompatibel. poetisches moment kann man nict erzwingen, man leistet nicht überzeugungsarbeit...man ist entweder selbst überzeugt und liefert sich den meinungen aus, oder man hat es halbherzig zu "produzieren" versucht. es mag sein dass ich es mir etwas einfach mache damit, weil auf schlicht deutsch würde es bedeuten: nicht jedem mensch gefällt alles was anderen mensch rührt, kann man nicht machen.---und dem zu folge wäre jeder text unangreifbar, unkritisierbar und nicht verbesserungsmöglich---was blöd wäre für ein lit forum ;-). dennoch, bei so einem kleinem gedicht an dem nicht möglich ist viel zu ändern ohne die ganze substanz volkommen zu verändern, (was ich nicht wollen würde), würde ich es fast "in einfach" stehen lassen. es trifft den leser oder trifft ihn nicht.
nächstes, vielleicht, für dich ;-)

danke euch fürs lesen und die gedanken
lg, pjesma

Jürgen

Beitragvon Jürgen » 11.01.2012, 14:33

Liebe Pjesma,

ich schick Dir eine pn.

Jürgen

pjesma

Beitragvon pjesma » 11.01.2012, 14:37

ha! besser spät als gar nicht. JETZT hab ichs gemerkt, jürgen... wird gemacht ;-)))
mein ausgiebig ist fast etwas baige :-)))

scarlett

Beitragvon scarlett » 11.01.2012, 14:38

hallo pjesma,

was jürgen meinte, ist, dass du das wort im text korrigieren müsstest, da hat sich ein tippteufelchen eingeschlichen: ausgiebeig.

ich bin zwar der ansicht, dass sich das ausgiebige kämmen vielleicht zeigen lassen sollte, ohne es benennen zu müssen, aber gut.

grundsätzlich gefällt mir diese miniatur, sie hat etwas, und die setzung unterstreicht deine absicht - das langsame, genießende, das fließende - sehr gut.
ich lese es allerdings so, dass diese momente, in denen die dichterin nicht schreibt, eine zeit des ausgiebigen (sic!) sammelns ist ... des nachdenkens auch ... aus denen dann wiederum zu einem späteren zeitpunkt dichtung entstehen kann.
die fabeltiere stehen da ja wohl nicht umsonst, mein ich ...

scarlett

nachtrag: sorry, mein posting hat sich mit deinem überschnitten.

pjesma

Beitragvon pjesma » 11.01.2012, 14:47

hallo scarlett, danke, ja hab ich eben gemerkt was der jürgen meinte...habs total überlesen und mir gedanken gemacht wie so zum kuckuck nicht ausgiebig...was daran so falsch wäre...jetzt ist es repariert. es gefällt mir was du mit sammeln meinst, damit fühl ich mich verstanden...weil wenn das wort dichters arbeit ist, dann muss auch einen freien tag geben...damit man nicht ausbrennt ;-)
lg


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