Im Sommer

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 01.01.2012, 10:21

Im Sommer

Neben uralten Gärten
mit duftendem Holz
redet der Tageslärm
gegen die Häuser.
Von Sonnenwänden klingen
Motorenkonzerte zurück,
Blauregen ädert sich
in die Träume hinter dem Himmel.

Niko

Beitragvon Niko » 01.01.2012, 13:11

hallo amanita!
dein gedicht lässt mich unschlüssig zurück. gerade im winter ist eine sommerbeschreibung, die szene eines sommrigen moments natürlich eine willkommene seelennahrung. du schreibst von uralten gärten, dann - gegenpol - der rückschlagende lärm - dann wieder vom blauregen der sich himmelwärts ädert (sehr schöne formulierung übrigens!) das wirkt auf mich zerfahrenwarum das auseinanderreißen? ich stelle es jetzt mal dreist um:

Blauregen ädert sich
in die Träume hinter dem Himmel.
Neben uralten Gärten
mit duftendem Holz
redet der Tageslärm
gegen die Häuser.
Von Sonnenwänden klingen
Motorenkonzerte zurück.

"gegen die häuser reden" und "klingen zurück" finde ich als zu schwach und auch als unzutreffend - aus meinem sommerfeeling heraus. ich habe da mehr hallen vor ohren, das zerschellen, oder bersten. oder abklatschen oder tönen (was neutral klingt).
auch finde ich, wendest du ein bild zweimal sehr ähnlich gestrickt an. wäre es nicht besser, die beiden bilder ineinander zu verzahnen und zu einem bild zusammen zu schweißen?

liebe grüße: niko

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 01.01.2012, 13:40

Hallo Niko! Ein frohes Neues - als erstes!

Bei der Reihenfolge hab' ich mir natürlich schon was gedacht. Botanik - Architektur - Botanik, um es mal so zu sagen. Denn Blauregen wächst - als kletternde Pflanze - an Wänden oder jedenfalls in der Nähe.
Das Hinaufblicken mit der Kletterpflanze in den Sommerhimmel finde ich als Abschluss besser als am Anfang.

Zuerst hatte ich übrigens statt "zurück" herab, also klingen ... herab, hörte dann aber, sozusagen, die Akustiker unter Euch monieren, dass das nicht geht. Dann gefiel mir das zurück selbst besser; na ja. Allerdings fand ich den Gedanken herab - herauf schon reizvoll.

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ferdi
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Beitragvon ferdi » 01.01.2012, 18:34

Hallo Amanita,

ich finde, du packst deinem Gedicht in den ersten drei Zeilen zu viel auf den Buckel, uralt, duftendem, Tages-; durch diese ganzen Ergänzungen wird der Text langsam und unsicher. Die "-konzerte" später müssen auch nicht sein. Ohne all diese Zusätze würde der Text wahrscheinlich schwingen und schreiten und weit sein - mit ihnen ist er eng.

Ferdigruß!
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 01.01.2012, 19:20

Neben den Gärten,
ihrem Holz
redet der Lärm
gegen die Häuser.
Von Sonnenwänden
klingen Motoren zurück,
Blauregen ädert sich
in die Träume hinter dem Himmel.



Hallo Ferdi, so?
Ich danke für die Anregung.

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ferdi
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Beitragvon ferdi » 01.01.2012, 20:11

Hallo Amanita,

hm, so sieht's dann auch wieder arg leer aus ... ich glaube, zwei von den drei Ergänzungen vorne weglassen gäbe ein schönes Gleichgewicht. Das "duftende" also wieder rein? Da ist dann bloß die Frage, ob du wirklich einen dritten Sinn ansprechen willst neben Auge und Ohr. Na, das weißt du besser als ich.

Ferdigruß!
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 01.01.2012, 21:58

Doch, doch, der Sommer ist sinnlich (für mich).

Eine Lösung "dazwischen":


Neben den Gärten
mit duftendem Holz
redet der Tageslärm
gegen die Häuser.
Von Sonnenwänden klingen
Motoren zurück,
Blauregen ädert sich
in die Träume hinter dem Himmel.

scarlett

Beitragvon scarlett » 01.01.2012, 22:12

ja, amanita, das wärs für mein empfinden.

gut, dass du v. a. das "uralt" gekillt hast ...

scarlett

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 01.01.2012, 22:22

Lach ... Schöne Grüße!


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