Seite 1 von 1

Christmashaiku

Verfasst: 24.12.2011, 10:19
von Jelena
Weihnachtsgestade
geschlossener Verkaufsraum
Holl ist er genannt









.

Verfasst: 26.12.2011, 11:16
von ferdi
Hallo Jelena,

ich fürchte, das bringe ich nicht zusammen. Die dritte Zeile ist mir ein Rätsel?! Da fehlt es offensichtlich an Wissen ...

Ferdigruß!

Verfasst: 26.12.2011, 17:09
von Jelena
Jelena hat geschrieben:Weihnachtsgestade
geschlossener Verkaufsraum
Hollister genannt


Vielleicht verstehst du das kleine Dingelchen in dieser Schreibweise besser? Ist ja eher ein Scherz, stimmt...ho, ho, ho.

Verfasst: 26.12.2011, 19:13
von ferdi
Hallo Jelena,

nicht wirklich ... Nicht mal Google hilft. Eine Modemarke, ein "führender Herstellern im Bereich der Kontinenzversorgung" (Darmverweilkatheter ist mein neu gelerntes Wort für heute), eine Brauerei, eine Stadt in Kalifornien? Ich tippe auf ersteres, da steht irgendwo "Hollister will vor allem Kinder zwischen 12 und 16 erreichen", und dann muss ich das schließlich auch nicht kennen.

Ferdigruß!

Verfasst: 27.12.2011, 09:02
von Jelena
Vielleicht liegt es daran, dass du keine Kinder hast, die im Teenageralter sind? Die zu denen gehören, die gerne Hollistershirts unterm Weihnachtsbaum liegen sehen? ("Was anderes will ich nicht, Mutti...")

Mich amüsiert es, wie selbst die gutsituierten Mütter mittlerweile von Hollisterqualitäten schwärmen, sogar meinen, dass Hollister eigentlich gar nicht teuer wäre, wie sich diese Marke in der Öffentlichkeit mit ihren Geschäften präsentiert, als führten seine Türen in einen exclusiven Club, sehr abgehoben und abweisend, aber doch auf der ganzen Welt in gleicher Weise, ein globalisierter Konsum, den alle Konsumenten eben gerade deshalb loben ("Auf der ganzen Welt sind die Geschäfte gleich", mit strahlenden Augen erzählt...) und alle rennen gleich "blöd" rum, im Glauben, sie wären etwas Besonderes, aber erkennbar mit der immer gleichen Aufschrift Hollister. Untergang des Individuums. Gestrandetes Weihnachten. Geschlossene Gesellschaft, ohne dass sie es wirklich wäre.

Kann natürlich sein, dass das kein besonderes Haiku ist. Das streite ich damit nicht ab. Das sollte Satire und Gesellschaftskritik werden. Fraglich, ob ein Haiku die geeignete Form dafür sein kann, mag sein, wobei dieses durchaus nur einen Istzustand beschreibt. Die Kritik erschließt sich nur in der Reflexion.

http://www.tommy.de/wp-content/uploads/ ... er_ffm.jpg

Verfasst: 27.12.2011, 11:44
von Amanita
Lach ... endlich habe ich kapiert, woher ich "Hollister" kenne. Mein Sohn hat sich kürzlich ENDLICH ein "Markenshirt" gekauft (ich als Rabenmama schicke meine Kinder ja immer zu C-lamotten A-nton). Das hat mir allerdings so wenig Eindruck gemacht, dass ich bei Deinem Text nicht richtig geschaltet habe; wusste nur, irgendwo hab ichs schon gelesen.

Gerade habe ich (das T-Shirt) gebügelt ... !! Und Du hast ja die entsprechende Erklärung auch drin.

Verfasst: 27.12.2011, 13:37
von Jelena
Amanita hat geschrieben:Lach ... endlich habe ich kapiert, woher ich "Hollister" kenne.

:nicken:

Verfasst: 12.01.2012, 12:24
von Louisa
Hallo!

...ich möchte ja nur ganz, ganz leise anmerken:

Wenn ein Haiku einer derartigen Erklärung bedarf:

Vielleicht liegt es daran, dass du keine Kinder hast, die im Teenageralter sind? Die zu denen gehören, die gerne Hollistershirts unterm Weihnachtsbaum liegen sehen? ("Was anderes will ich nicht, Mutti...")

Mich amüsiert es, wie selbst die gutsituierten Mütter mittlerweile von Hollisterqualitäten schwärmen, sogar meinen, dass Hollister eigentlich gar nicht teuer wäre, wie sich diese Marke in der Öffentlichkeit mit ihren Geschäften präsentiert, als führten seine Türen in einen exclusiven Club, sehr abgehoben und abweisend, aber doch auf der ganzen Welt in gleicher Weise, ein globalisierter Konsum, den alle Konsumenten eben gerade deshalb loben ("Auf der ganzen Welt sind die Geschäfte gleich", mit strahlenden Augen erzählt...) und alle rennen gleich "blöd" rum, im Glauben, sie wären etwas Besonderes, aber erkennbar mit der immer gleichen Aufschrift Hollister. Untergang des Individuums. Gestrandetes Weihnachten. Geschlossene Gesellschaft, ohne dass sie es wirklich wäre.

Kann natürlich sein, dass das kein besonderes Haiku ist. Das streite ich damit nicht ab. Das sollte Satire und Gesellschaftskritik werden. Fraglich, ob ein Haiku die geeignete Form dafür sein kann, mag sein, wobei dieses durchaus nur einen Istzustand beschreibt. Die Kritik erschließt sich nur in der Reflexion.

http://www.tommy.de/wp-content/uploads/ ... er_ffm.jpg



-Wo ist dann da der Witz?

Aber ich bin wieder intolerant, denn bestimmt werden 30 % aller Hausfrauen dieser Erde verstehen was damit gemeint ist... Ach je... Ach nee...

Also ich ziehe mich wieder zurück... Das spricht für mich für sich selbst. So wie ja auch das traditionelle Haiku für sich selbst sprechen kann... müsste... sollte...

Nicht böse sein!

:blumen:

l

Verfasst: 12.01.2012, 15:38
von Jelena
Hollister ist für manch einen eine Vokabel wie für andere Schnürboden. Der Zugang bleibt dir hier verschlossen, weil du dich nicht von deinen Vorstellungen, welche Vokablen verwendet werden dürfen und welche nicht, trennen möchtest. Ich bin der Meinung, dass man alte Formen auch mal modern angehen kann. Schließlich ist die Silbenvorgabe eingehalten worden. Das Gedicht steht unter Humor und Satire, aber es muss nicht jeder darüber lachen können.
Also bin ich auch nicht böse. Schnittblumen mag ich übrigens nicht. Aber ich danke für die liebenswerte Geste.

Verfasst: 12.01.2012, 16:22
von Louisa
Hallo Jelena!

Ich glaube es ist keine gute Idee, wenn wir fortan immer die Diskussion über Ciceros Text in die Diskussion über meine oder deine Texte mit hineintragen... Das endet sonst im Chaos, befürchte ich. Aber zu jedem Text haben wir uns ja in den entsprechenden Fäden auch schon geäußert und wiedersprochen!

Ich möchte nur auf etwas hinweisen, was allein diesen Text hier betrifft:

Es geht überhaupt nicht darum, was meine Vorstellung von üblichen und unüblichen Vokabeln ist!
Im Gegenteil! Ich finde seltene Worte sind eines der schönsten Dinge auf der Welt, die ich kenne!

Nur manchmal muss ich mich auch bei meinen eigenen Texten fragen: Ist dieses Wort schön und selten oder ist es schon so speziell, dass nur noch ein kleiner Fachkreis von Lesern es versteht?

Diese Gradwanderung ist schwierig... und wenn ich z.B. hier einen Text schreibe und drei, vier, fünf.... lass es auch nur zwei Leser sein - mir mitteilen: "Du, das Wort da in Zeile soundso - das kenne ich nicht!"

Dann denke ich: Nanu! Dann scheint das wohl zu speziell zu sein... und dann suche ich ein neues, ähnliches Wort...mit dem ich vielleicht mehr Menschen erreichen kann.

Manchmal kann man es aber auch in Angriff nehmen und alle Leute nachschlagen lassen... zum Beispiel weil man gerade durch seinen Text dieses eine Wort populär machen möchte oder weil es einfach unverzichtbar ist.

Hier bei diesem Text finde ich nur problematisch, dass es auch den Anspruch hat lustig zu sein. Wenn ich einen Witz erzähle vor einer großen Menschenmenge - Aber nur ein paar auserwählte in der zweiten Reihe können darüber lachen - und der Rest sieht mich verständnisslos an - dann habe ich - für meinen Geschmack - einen Fehler gemacht... ich würde mir als Redner zumindest wünschen, dass ich mehr Menschen erreichen kann.

Aber das macht ja nichts! Mir ist das schon ein dutzend Mal passiert... Kommt ein neuer Gedanke, ein neuer Witz, ein neues Haiku - das wirklich viele Menschen erheitert - dann ist das alles wieder vergessen.

Ich will dich nicht ärgern oder kritisieren aus Freude am Meckern - Ich will, dass du an deinen Texten arbeitest, genauso wie ich hier seit 5 oder 6 Jahren bisher jedes einzelne Gedicht noch einmal an Hand der Vorschläge aus dem Forum verändert habe... und ich bin mir sicher, dass ich auch an allen Gedichten noch etwas zu verbessern habe. Das alle noch nicht richtig stimmig sind.

Und darum geht es doch in diesem Forum: Um Verbesserungsvorschläge und um Textarbeit.

Und manchmal, da sind meine Texte der reinste Schwachsinn. Genauso wie deine auch manchmal der reinste Schwachsinn sind. Genauso wie auch Goethe manchmal reinsten Schwachsinn geschrieben hat.

Aber das macht nichts! Das nächste Gedicht finde bestimmt sogar ich klasse!

Liebe Grüße ohne Schnittblumen,
l

Verfasst: 12.01.2012, 16:34
von Jelena
Es gibt aber für mich leider hier nichts zu überarbeiten. Holl ist er genannt. IST ER wollte ich ja drinne haben. Der erste und zweite Vers sind auch so gemeint, wie ich sie geschrieben habe. Ich brauche deine gutgemeinten, fast mütterlich wirkenden Ratschläge also nicht.
Ehrlich gesagt, wenn ich heutige Satiriker auftreten sehe, verstehe ich auch nicht alles. Weil ich irgendwelche Kenntnislücken habe, seien es irgendwelche Zeitgenossen oder sonstige Namen. Das nehme ich dann so hin.
Das ganz kleine Dingelchen von misslungenem Witz da oben ist für mich nicht mehr als ein Gedanke.
(Schnürboden ist für mich übrigens ein sehr tolles und sehr bildliches Wort, besonders, wenn einer draufhockt...sorry für OT!!!)

Verfasst: 12.01.2012, 18:30
von Louisa
Mein lieber Herr Gesangsverein! Ich habe NIEMALS verlauten lassen, dass ich das Wort "SCHNÜRBODEN" nicht mag :smile: !!!! Ich wollte nur wissen, ob es ALLGEMEIN BEKANNT ist :smile: !!!!

In den meisten Fällen haben gut gemeinte, mütterliche Ratschläge zum Erfolg geführt :smile: ! Aber mache deine eigenen Erfahrungen, liebes Kind ;-) !

Ich trockne mir die Tränen an der Küchenschürze.

Hausfräuliche Grüße!
l

Verfasst: 04.02.2012, 12:46
von Wolfgang
Hallo Jelena,

Dein Haiku ist mir ein Rätsel. Ich stolpere bereits über das Weihnachtsgestade. Ein Gestade ist ein Ufer. Also: am Weihnachtsufer steht ein geschlossener Verkaufsraum der Firma Hollister.

Irgendwas kapier ich gerade nicht. Wenn das der Sinn Deines Haiku ist, was ist daran komisch/ satirisch?

Ich stehe völlig auf dem Schlauch.

Viele Grüße

Wolfgang

Verfasst: 05.02.2012, 07:36
von Jelena
Ja, dieses Gedicht, Wolfgang, ist wirklich nur ein Gag am Rande für Insider, stimmt. Es hat keinerlei literarischen Wert, also mach dir keinen Kopf drum.
Im Grunde ist das Haiku kindlich und verspielt. Mehr nicht. Hollister wirbt mit seinen Stränden, die Marke verkaufte im Ausgang Surferklamotten, glaube ich. Holl korrespondiert mit Voll, geschlossen wirken diese Läden, duch ihre Präsentation in einer Einkaufsmeile, keine Schaufenster, Türsteher usw.

Der Faden ist eigentlich längst ausdiskutiert und Weihnachten ist übrigens auch vorbei. Lassen wir ihn doch einfach mal in die ewigen Jagdgründe versinken, ok?

Schwamm drüber, Jelena.