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Ein Mann

Verfasst: 02.12.2011, 10:10
von Wolfgang
2. Version:

pfau dichtet anders!
einst hängschultrig – nun schreihals
in allen gassen –
haben früher die themen
seiner poeme
sich in bilder gekleidet
treten sie jetzt auf
mit unverstellten worten

pfau dichtet anders!
vermochten umschreibungen
die brust der leser
kaum merklich zu erweichen
änderte sich pfau
und mit neuer strategie
müssen pfau`s worte
lesers ohr direkt stürmen

wie die soldaten
die auf feinde losstürmen
und überrennen

dumm dumm aber dies:
sie fallen dir ein ins ohr
und wieder hinaus
noch ehe sie halt finden

dumm dumm auch jenes:
der pfau stößt sich nicht daran
die schultern aufrecht
den blick nach vorn gerichtet

denkt er: ich bin wild
andere sind gefügig

ich bin general
anderen sind waschlappen

pfau schreibt poeme
die nicht interessieren?

ist er selbst niemand!




Alte Version:

pfau dichtet anders!
einst hängschultrig - nun schreihals
in allen gassen -
haben früher die themen
seiner poeme
sich in bilder gekleidet
treten sie jetzt auf
mit unverstellten worten

pfau dichtet anders!
vermochten seine bilder
die brust der leser
kaum merklich zu erweichen
so wird lesers ohr
nun fix im handstreich entern

ein sieg der worte
und der wilden parolen!

dumm dumm aber dies:
sie fallen dir ein ins ohr
und wieder hinaus
noch ehe sie halt finden

dumm dumm auch jenes:
der pfau stößt sich nicht daran
die schultern aufrecht
den blick nach vorn gerichtet

denkt er: bin ein mann
und die anderen memmen!

Verfasst: 11.12.2011, 22:57
von ferdi
Hallo Wolfgang,

ich weiß nicht recht, was ich hiermit anfangen soll? Irgendwie schafft das Gedicht nicht, mich für das zu interessieren, was es da verhandelt. Alles plätschert so dahin, nicht ungestaltet, aber doch, ohne den Leser hineinzuziehen. So bleibt am Ende eigentlich nur ein beifälliges Nicken - "Ja ja, so ist das", aber eines ohne wirkliche Überzeugung.

"pfau`s" verstehe ich gar nicht, zwischen "und" und "überrennen" hätte ich ein "sie" erwartet? (beides 2. Fassung)

Ferdigruß!

Verfasst: 14.12.2011, 11:18
von Quoth
Interessant an dem Text finde ich seine Selbstreferenzialität, ein Ungeheuer von Wort: Der Text spricht über das Verfertigen von Texten eben dieser Art, oder? Und zwar eines als "pfau" charakterisierten, wahrscheinlich eitlen Autors (oder meinst Du damit mich?). Früher benutzte er "umschreibungen", "die die brust des lesers kaum merklich erweichten". Jetzt hingegen müssen seine Worte das Ohr des Leser "direkt stürmen" wie Soldaten, "die auf feinde losstürmen". Wenn Du, Wolfgang, Dich selbst hier als Pfau apostrophiert haben solltest (das wäre ja ein Akt rühmenswerter Selbstkritik!), dann muss ich Dir leider bestätigen, was dem Sinne nach auch Ferdi schon feststellte: Deine Worte stürmen meine Ohren nicht! Du beschreibst das sehr treffend: Sie fallen ins eine Ohr rein und aus dem anderen wieder raus. Als ein Text, der sich gleichsam selber den Strick dreht, an dem er sich erhängt: Bemerkenswert!

Gruß
Quoth

Verfasst: 09.02.2012, 22:48
von Eule
Hallo Wolfgang, bis zum Ende der 6.Strophe gefällt mir der Text recht gut. Das nochmalige Verdeutlichen des inhaltlichen Sinnes in den letzten drei Strophen (der 2.Version) würde ich allerdings streichen. Viele Grüße !