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Erwartung

Verfasst: 24.11.2011, 20:15
von Eskarina
Ich sehne mich, du Kühler, Rauer,
nach deiner Farben schroffem Glanz.
Malst viel zu milde Himmel blauer,
spielst geigend auf zum Blättertanz.

Wie kränklich hüllt in diesen Tagen
der Sommer sich in fahles Kleid.
Nur Schwüle dämpft die leisen Klagen
und dehnt sich wie geschmolzne Zeit.

Ein erstes Sterben geht durch Auen,
doch Sommer mag sein Reich nicht lassen
und füllt die Nächte mir mit Grauen -
Kann er sein Ende jemals fassen?

So sehne ich mich nach der Stunde,
da erster Frost die Gräser neckt,
wo Reif von seinem Kommen Kunde
mir bringt und alte Wunden deckt.

Verfasst: 24.11.2011, 21:06
von allerleirauh
hallo eskarina,

und herzlich willkommen hier!

ich finde deinen einstandstext klasse. gutes handwerk, wunderbare bilder. außergewöhnlich: die sehnsucht nach dem winter. ich glaube, den meisten menschen graut aus verschiedenen gründen vor der kalten jahreszeit.

ich freue mich auf weitere texte von dir.

lg
a

Verfasst: 25.11.2011, 11:43
von Gerda
Willkommen im Salon, Eskarina!
Ich wünsche dir, einen vergnüglichen Aufenthalt hier.

Dein Pro-Winter-Gedicht, erfrischt mich auf das Allerschönste.
Ausgefeilt das Metrum hast du den Inhalt mit den Reimen harmonisch verknüpft.
Selbst wenn man jetzt vorbringen wollte, dass es sich um gebräuchliche Reimwörter handle, könnte das meinen Gesamteindruck von feiner Musikalität nicht erschüttern.
Und thematisch ... da bist du auf der Höhe der Zeit und hast ein, von mir zumindest, so noch nicht gelesenes Thema aufgegriffen.

Liebe
Grüße Gerda

Verfasst: 26.11.2011, 10:51
von Jelena
Willkommen, Eskarina!

Ein sehr schönes gereimtes Gedicht. Ich möchte sagen: schmelzend!
Nur den vorletzten Vers fand ich etwas gestelzt darin. Entschädigend kündet er vom Advent. Und Weihnachten kann man ja auch "altertümlich" empfinden, wenn auch unter Verwendung des Dativs. So mache ich es mir passend.

Gerne gelesen, Jelena.

Verfasst: 23.02.2012, 10:30
von Eskarina
Hallo zusammen,

ich danke euch sehr für euer Feedback. Bitte entschuldigt meine späte Rückmeldung,. ich war leider ziemlich eingebunden in den letzten Monaten. Aber das soll sich jetzt ändern.

"Entschädigend kündet er vom Advent. Und Weihnachten kann man ja auch "altertümlich" empfinden, wenn auch unter Verwendung des Dativs. So mache ich es mir passend." (ich finde die Zitatfunktion nicht...)

Mit "seinem Kommen Kunde" (die Kunde von seinem Komemen oder Nahen) ist aber nicht der Advent, bzw. J. Christus gemeint, sondern der Winter selber ;-).

Liebe Grüße
Eska