Hallo Niko,
das ist wieder so ein Gedicht, bei dem es mich juckt, das herauszuschälen, was mich anzieht. .-)
schälten sich und verloren
sich wandwärts
Das "und verloren sich" schwächt das "schälen" für mich nur ab und wirkt auch klanglich für mich zu viel hineingepackt.
so sie sich in die hoffnung streuten
Da dachte ich: Oh je, jetzt wird es wieder kompliziert. Gäbe es dafür vielleicht ein Wort, dass das bildhaft und greifbarer machen könnte? Etwas wie Hoffnungssprenkel vielleicht?
aber noch war nichts geschehen
noch war ich in einer kurve
und schloss ab
mit dem was
sich nicht aufschließen lies bis
Hier wird es mir zu viel des Schließens und der Wortspielerei damit. Das "was sich nicht aufschließen ließ" (lies?) bräuchte ich nicht.
"Noch war ich in einer Kurve" ist klasse!
Das "aber" würde ich mir fürs Ende aufsparen, oder wirklich als Titel von der ersten Zeile absetzen. Denn sonst geht das "endlich" ja ins Leere, weil das "aber" von Anfang an den Ton bestimmt hat, oder?
Das Ende gefällt mir gut, weil es schön mit der Erwartungshaltung arbeitet, sie aufbaut und zugleich enttäuscht und erleichtert und bestätigt und einen mit dem "aber" und dem Zwiespalt zurücklässt.
Für mich würde es herausgeschält also so aussehen:
aber
noch war nichts geschehen
nur die schatten
schälten sich wandwärts
gespräche mit mir blieben zwie
und die eingeständnisse
(hoffnungssprenkel)
wurden zurückgesperrt
noch war nichts geschehen
noch war ich in einer kurve
und schloss ab bis
bis dann
bis dann aber
bis dann aber endlich
nichts geschah
nur ein aber
endlichVielleicht ist ein Gedanke für dich dabei.
Liebe Grüße
Flora