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so gesehen
Verfasst: 23.10.2011, 14:15
von Niko
so gesehen
du trugst den wind zu mir
und mit ihm ungewissheit
und sie wurden sesshaft
nicht mehr wissen
was nicht
was lieb ist
ist teuer
aber immerhin
ein preis
Verfasst: 27.10.2011, 15:20
von Eule
Hallo Niko, das Bild in Zeile 2 ist für mich eher eine Umschreibung der ersten, die dritte wirkt in der auktorialen Perspektive distanziert und passt für mich nicht dazu.
Die zweite Strophe gefällt mir mit ihrer nachdenklichen Verspieltheit besser und zeigt wieder die Qualitäten, die ich an den meisten Deiner Texte sehr mag. Herzliche Grüße !
Verfasst: 27.10.2011, 15:34
von Mucki
Hi Niko,
mir geht es genau andersherum. Die erste Strophe finde ich sehr fein. Könnte glatt für sich allein stehen.
Die zweite Strophe ist mir zu verspielt.
Außerdem verstehe ich hier etwas nicht:
Niko hat geschrieben:nicht mehr wissen
was nicht
fehlt hier etwas? Auch als Emjambement zur nächsten Zeile kann ich es nicht lesen.
Saludos
Gabriella
Verfasst: 27.10.2011, 16:05
von Niko
ich versuche mal, gabriella, deine vermutung über ein fehlen von irgendwas mit kommasetzung zu zerstreuen:
nicht mehr wissen, was.
nicht mehr wissen, was nicht ist.
nicht mehr wissen, was nicht, was lieb ist.
was ist eine auktoriale perspektive, eule?
ich kann euch beide gut verstehen. mein fazit ist: wenn eine strofe gefällt, behagt die andere nicht so. ich denke mal, dass die beiden strofen nicht mit einander harmonieren, stilistisch zu unterschiedlich sind. bleibt nur die frage, was wem angleichen....
ich danke euch beiden sehr für eure eindrücke!
liebe grüße: niko
Verfasst: 27.10.2011, 16:33
von Mucki
Hi Niko,
Niko hat geschrieben:ich denke mal, dass die beiden strofen nicht mit einander harmonieren, stilistisch zu unterschiedlich sind.
jep. Die völlig andere Setzung der 2. Strophe führt dazu. Passt irgendwie nicht zusammen.
Niko hat geschrieben:bleibt nur die frage, was wem angleichen....
ich würde ja nur die 1. Strophe lassen und einen anderen Titel wählen.
Oder man könnte vllt. in der 2. Strophe den Wind und die Ungewissheit noch einmal mit anderen Worten aufgreifen, jedoch in der Setzung wie in Strophe 1 verfahren?
Saludos
Gabriella
Verfasst: 27.10.2011, 16:33
von Eule
Der auktoriale wird meist als allwissender bzw. kommentierender Erzähler verstanden, dementsprechend die Erzählperspektive. Da Zeile 1 aus Sicht eines (lyrischen) Ichs spricht, enthält Strophe 1 einen diesbezüglichen Wechsel.
In der Ich-Erzählperspektive müßte in Zeile 3 ein "wir" stehen .

Verfasst: 27.10.2011, 16:52
von Gerda
Kurzer Einwurf, @Eule,
ich glaube schon dass das "sie" gewollt ist, es bezieht sich auf Wind und Ungewissheit ... und nicht auf ein lyrisches Wir.
Lieber Niko,
auch ich habe ich das Gefühl, dass diese beiden Verse nicht zusammengehören.
Mir gefällt bei der ersten Strophe vor allem die Sprachmelodie und die Knappheit der Aussage.
Aber ... ich erwarte, dass es hinter "sesshaft", mit einem "aber" weitergeht, weil die Z3, das geradezu herausfordert.
Die zweite Strophe, wie gesagt, steht zu isoliert und kryptisch da.
Liebe Grüße
Gerda
Verfasst: 27.10.2011, 16:58
von Eule
Hallo Gerda, Deine Lesart leuchtet mir schon ein, dann würde ich aber eher ein "beide" erwarten.
Verfasst: 27.10.2011, 17:00
von Gerda
Oh, ja, Eule, .. die Idee zur besseren Diffferenzierung ist gut unter der Prämisse, dass Niko es intendiert, wie von mir gelesen ...
LGG