Wie alles kommt und wenig später vergeht.
Wer sich die Schuld auflädt
wandelt als Esel am Abgrund,
aber betritt nicht das Wasser.
Die Vorsicht ist ein Lied aus reinem Nichts
Wie einer [das bin ich] nacheinander alle Bezüge verloren hat.
Die Versprechen der Sprachlosen eingelöst,
eingeräumt und aufgeräumt.
Frohen Mutes, ein Lied auf den Lippen
(das klingt nicht schön).
Steht auf und versperrt uns die Sicht.
Naseweiß. Aber mit roten Bäckchen.
Schön war sie. Sonst nichts.
Ich lausche der Zeit die Noten ab
Zuletzt geändert von Xanthippe am 21.10.2011, 11:58, insgesamt 1-mal geändert.
Hallo Xanthi,
ich kämpfe damit. .-) So ganz leicht oder schnell, will das Gedicht sich inhaltlich nicht öffnen, aber es reizt weiter zu lauschen, weil es ein "Selbstgespräch" zu führen scheint, von dem man nur Fragmente (Tonfolgen) auffängt, die einen immer wieder in den scheinbar unausweichlichen Kreislauf zurückwerfen. Spannend sind dabei vor allem die Bezüge und Kontraste zwischen den Strophen. Die erste mutet in sich geschlossen, rund und fast biblisch an. Daraus ergeben sich viele Auslegungsmöglichkeiten, die weiter tragen. Ich würde sagen, das ist klug gemacht und auch klanglich fein gearbeitet.
Liebe Grüße
Flora
ich kämpfe damit. .-) So ganz leicht oder schnell, will das Gedicht sich inhaltlich nicht öffnen, aber es reizt weiter zu lauschen, weil es ein "Selbstgespräch" zu führen scheint, von dem man nur Fragmente (Tonfolgen) auffängt, die einen immer wieder in den scheinbar unausweichlichen Kreislauf zurückwerfen. Spannend sind dabei vor allem die Bezüge und Kontraste zwischen den Strophen. Die erste mutet in sich geschlossen, rund und fast biblisch an. Daraus ergeben sich viele Auslegungsmöglichkeiten, die weiter tragen. Ich würde sagen, das ist klug gemacht und auch klanglich fein gearbeitet.
Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)
-
Gerda
Liebe Xanthippe,
dieser Text lässt mich ratlos zurück, weil ich nicht umhin komme, bei der Suche eines inneren Zusammenhangs, mich allein gelassen zu fühlen. Ich lese die erste Strophe ähnlich wie flora schreibt, bleibe aber schon in der ersten Zeile am weniger hängen.
Meinst du tatsächlich, dass ALLES kommt - aber - WENIGER vom ALLES vergeht?
Oder meinst du wenig später(vergeht)?
Es geht um Schuld, das glaube ich zu erkennen. Diesen Faden würde ich gern in der zweiten Strophe weiterverfolgen, aber es gelingt mir nicht. Das Lyrich lauscht der Zeit - in der nach meiner persönlichen Meinung alles vergeht - (nicht die zeit vergeht, sondern wir in ihr)
Mich erinnert dieser Teil sehr an assoiativ geschriebene Texte, die sich der Deutung entziehen.
Liebe Grüße
Gerda
dieser Text lässt mich ratlos zurück, weil ich nicht umhin komme, bei der Suche eines inneren Zusammenhangs, mich allein gelassen zu fühlen. Ich lese die erste Strophe ähnlich wie flora schreibt, bleibe aber schon in der ersten Zeile am weniger hängen.
Meinst du tatsächlich, dass ALLES kommt - aber - WENIGER vom ALLES vergeht?
Oder meinst du wenig später(vergeht)?
Es geht um Schuld, das glaube ich zu erkennen. Diesen Faden würde ich gern in der zweiten Strophe weiterverfolgen, aber es gelingt mir nicht. Das Lyrich lauscht der Zeit - in der nach meiner persönlichen Meinung alles vergeht - (nicht die zeit vergeht, sondern wir in ihr)
Mich erinnert dieser Teil sehr an assoiativ geschriebene Texte, die sich der Deutung entziehen.
Liebe Grüße
Gerda
Hallo ihr zwei,
schön, dass ihr mich eure Eindrücke wissen lasst.
Gerda: stimmt das Weniger ist ein Verschreiber. Danke für den Hinweis.
Flora: Danke für Deinen "Kampf"... ich warte noch ein wenig ab, bis ich mehr dazu schreibe, okay?
schön, dass ihr mich eure Eindrücke wissen lasst.
Gerda: stimmt das Weniger ist ein Verschreiber. Danke für den Hinweis.
Flora: Danke für Deinen "Kampf"... ich warte noch ein wenig ab, bis ich mehr dazu schreibe, okay?
Hallo Xanthippe, mir gefällt dieses fast-Erzählgedicht, das mit antithetischen Bildern arbeitet, sehr: früher - später, Schuld - Reue - Vorsicht, Sprache - Poesie, Gedanken - Schönheit, es ist Dir gelungen, unglaublich viel an Motiven in diesem kurzen, fragmentartigen Text anklingen zu lassen. Das spricht an und reißt mit !
Ein Klang zum Sprachspiel.
Schade. .-) Für mich war das ein anregender und durch die Formulierung eine gelunge Reibungsfläche bietender Einstieg in das Schuldthema. Ist es nicht so, dass tatsächlich von allem, was kommt auch etwas bleibt, und wenn es "nur" die Erinnerung ist? Für mich wäre es so auch in Bezug zum "Nichts-Gedanken" der zweiten Strophe stimmiger gewesen.Xanthi hat geschrieben:stimmt das Weniger ist ein Verschreiber.
Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)
Danke Eule, dass Du es als erzählendes Gedicht mit antithetischen Bildern lesen kannst. ich weiß nicht genau, was antithetische Bilder sind, aber ich nehme an, es geht um Gegensätze...
Flora: tut mir natürlich leid, dass du jetzt enttäuscht bist. vielleicht war der verschreiber da klüger als ich?
du meinst, so wie es jetzt berichtigt da steht, bleibt nichts? Ja, stimmt. Und das ist natürlich nicht wahr. Es bleibt etwas.
Ich werde wohl noch einmal darüber nachdenken. Danke fürs Dranbleiben.
Und Gerda: Sicher ist dieses Gedicht auch assoziativ, allerdings habe ich schon versucht, die Bilder nicht rein willkürlich aneinanderzureihen, sondern, wie Eule das gelesen hat, eine kleine Geschichte zu erzählen. Vielleicht ist das noch nicht hundertprozentig ausgereift. Ich lasse das noch ein wenig wirken, was ihr geschrieben habt und setze mich dann noch einmal dran.
bis dahin vielen Dank für eure Rückmeldungen
Xanthi
Flora: tut mir natürlich leid, dass du jetzt enttäuscht bist. vielleicht war der verschreiber da klüger als ich?
du meinst, so wie es jetzt berichtigt da steht, bleibt nichts? Ja, stimmt. Und das ist natürlich nicht wahr. Es bleibt etwas.
Ich werde wohl noch einmal darüber nachdenken. Danke fürs Dranbleiben.
Und Gerda: Sicher ist dieses Gedicht auch assoziativ, allerdings habe ich schon versucht, die Bilder nicht rein willkürlich aneinanderzureihen, sondern, wie Eule das gelesen hat, eine kleine Geschichte zu erzählen. Vielleicht ist das noch nicht hundertprozentig ausgereift. Ich lasse das noch ein wenig wirken, was ihr geschrieben habt und setze mich dann noch einmal dran.
bis dahin vielen Dank für eure Rückmeldungen
Xanthi
-
Jelena
Xanthippe hat geschrieben:Wie alles kommt und wenig später vergeht.
Wer sich die Schuld auflädt
wandelt als Esel am Abgrund,
aber betritt nicht das Wasser.
Die Vorsicht ist ein Lied aus reinem Nichts
Wie einer [das bin ich] nacheinander alle Bezüge verloren hat.
Die Versprechen der Sprachlosen eingelöst,
eingeräumt und aufgeräumt.
Frohen Mutes, ein Lied auf den Lippen
(das klingt nicht schön).
Steht auf und versperrt uns die Sicht.
Naseweiß. Aber mit roten Bäckchen.
Schön war sie. Sonst nichts.
Hallo X,
ich mag das Gedicht. Verstehe nur nicht die Schreibweise, Interpunktion. Manchmal kommen Punkt oder Komma. Manchmal ist der Versbeginn groß geschrieben und ich weiß nicht warum, wie im fünften Vers. Ich vermisse eine Linie.
Sonst gefällt mir der Widerspruch zwischen Verpflichtung und Entfaltung, zum Beispiel dadurch, dass man Mutter ist, der unabwendbar aber als nicht bewertbar, nicht selbst gewähltes Glück mir präsentiert wird. Als ein Einräumen und Umräumen, definiert als Aufräumen. Aber die Frage, ob es glingt, bleibt stehen. Die Sicht ist versperrt.
"Schön war sie, sonst nichts." Wer ist alles sie? Der Satz ist sehr resignativ, wenn das Schönsein so nutzlos bleibt im Vergleich zum Schönreden einer Lage, die auch nicht zu ändern ist.
Du machst nachdenklich, ohne aufdringlich zu werden,
gerne gelesen, Jelena.
Hallo Max,
ich habe mir gerade bei dem Esel viel gedacht. Für mich ist er ganz klar, hat seine Geschichte. Für Dich ist er irritierend, oder sogar störend? Was genau geht an diesem Bild nicht auf für Dich?
Hallo Jelena,
vielen Dank für Deine Gedanken. Die Interpunktion ist mein absolut schwacher Punkt. Daraufhin muss ich das Gedicht noch einmal durchsehen. Ich wollte mit diesem Mittel nichts bewirken, weder irritieren noch Brüche herstellen, die sonst nicht da wären. Also das sind alles Fehler, wenn da etwas irritiert.
Deine Interpretation gefällt mir, obwohl ich den letzten Satz nicht resignativ finde.
Danke für Deinen Kommentar
Xanthi
ich habe mir gerade bei dem Esel viel gedacht. Für mich ist er ganz klar, hat seine Geschichte. Für Dich ist er irritierend, oder sogar störend? Was genau geht an diesem Bild nicht auf für Dich?
Hallo Jelena,
vielen Dank für Deine Gedanken. Die Interpunktion ist mein absolut schwacher Punkt. Daraufhin muss ich das Gedicht noch einmal durchsehen. Ich wollte mit diesem Mittel nichts bewirken, weder irritieren noch Brüche herstellen, die sonst nicht da wären. Also das sind alles Fehler, wenn da etwas irritiert.
Deine Interpretation gefällt mir, obwohl ich den letzten Satz nicht resignativ finde.
Danke für Deinen Kommentar
Xanthi
Hallo Xanthi, wenn bildhaftes Sprechen sich in Gegensätzlichkeiten, ausdrücklicher Vieldeutigkeit oder Schwarz-Weiß-Malen versucht, kann von antithetischen Figuren (bzw. in der Philosophie: von dialektischen Argumenten) gesprochen werden. Mehr dazu gibt es auch bei Wiki.
Ein Klang zum Sprachspiel.
Wer ist online?
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 7 Gäste